20.05.2015

Weltrekord in der Oberflächenstrukturierung

Direkte Laserstrahl­interferenz­strukturierung erreicht Geschwin­digkeiten von 0,7 Quadrat­meter pro Minute.

Künstlich hergestellte Mikro- und Submikrometerstrukturen auf Bauteil­oberflächen können anwendungs­spezifisch mechanische, biologische oder auch optische Eigenschaften vorteilhaft beeinflussen. Seit Jahren stellt die Applikation solcher Strukturen ein schnell wachsendes Anwendungs­feld dar. Das Fraunhofer-IWS Dresden entwickelt für die “high-speed“-Laser­struktu­rierung modular aufgebaute Lasersysteme und hat damit einen neuen Weltrekord aufgestellt: Die Mikro­strukturierung einer Polymer­oberfläche erreichte erstmals effektive Strukturierungs­geschwindigkeiten von 0,7 m2/min.

Abb.: 2nd Generation DLIP-Bearbeitungskopf (Bild: Fh.-IWS)

Die Herstellung von Mikro- und Submikrometer­strukturen auf Oberflächen wird mit unterschiedlichen Technologien verfolgt. Bislang waren diese Techniken jedoch sehr aufwendig, nicht auf 3D-Bauteilgeometrien übertragbar oder die erzielbaren Strukturgrößen und Struktu­rierungs­geschwindigkeiten entsprachen nicht den industriellen Anforderungen. Signifikant kürzere Prozesszeiten bei höheren Auflösungen und geringeren Anlage- und Produktionskosten können durch die Verwendung der Technik der direkten Laser­strahl­interferenz­strukturierung (DLIP: Direct Laser Interference Patterning) erzielt werden. Bei dieser Technologie wird ein Laserstrahl in zwei oder mehr Laserstrahlen aufgespalten und anschließend auf der Werkstück­oberfläche wieder überlagert. Dadurch kommt es zu einer periodischen Modulation der Laser­intensität, welche die Strukturierung der Bauteiloberflächen ermöglicht.

Am Fraunhofer IWS ist die Umsetzung der DLIP-Technologie hin zu industriell nutzbaren „high-speed“-Bearbeitungsoptiken und -Anlagen ein wesentliches Forschungsziel. Mit einem auf Prozess­geschwindigkeit optimierten Aufbau können mittlerweile Werte von 0,7 m2/min auf Polycarbonat und 0,36 m2/min. auf Metall­substrat realisiert werden. Bereits demonstriert wurden diese Flächen­raten an Linien und Punkt­strukturen mit Perioden zwischen 5 und 22 µm. Mit dem Einsatz leistungs­stärkerer Lasersysteme ist eine Steigerung der Prozess­geschwindigkeit auf mehrere m2/min denkbar. Neue Anwendungen, etwa in der Automobil­industrie oder der Medizin­technik, werden damit realisier- und bezahlbar.

Abb.: Strukturiertes Polycarbonat-Substrat (Bild: Fh.-IWS)

Das IWS bietet sowohl die Technologieentwicklung als auch anwendungs­spezifische Bearbeitungs­optiken und komplette DLIP-Bearbeitungs­anlagen inklusive der entsprechenden Laser­strahl­quellen. Diese Anlagen haben einen hohen Automatisierungsgrad, sind intuitiv bedienbar und durch ihren modularen Aufbau bestmöglich an diverse Anwendung anpassbar. Es können sowohl unter­schiedliche Laserquellen implementiert als auch verschiedene CNC-Achs­systeme oder hochpräzise Granit­aufbauten verwendet werden. Damit sind selbst anspruchs­volle hochaufgelöste Strukturierungen < 500 nm und Bearbeitungs­geschwindigkeiten von 1 m2/min realisierbar. Darüber hinaus ist die Adaption der DLIP-Komponenten an eine Rolle-zu-Rolle-Bearbeitungs­anlage in der Vorbereitung. Damit wird das Strukturieren im Durchlauf­verfahren für die Bearbeitung von Flächen größer als ein Quadratmeter wirtschaftlich möglich.

Fraunhofer IWS / CT

Veranstaltung

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Die neue Kongressmesse für Quanten- und Photonik-Technologien bringt vom 13. bis 14. Mai 2025 internationale Spitzenforschung, Industrieakteure und Entscheidungsträger in der Messe Erfurt zusammen

Sonderhefte

Physics' Best und Best of
Sonderausgaben

Physics' Best und Best of

Die Sonder­ausgaben präsentieren kompakt und übersichtlich neue Produkt­informationen und ihre Anwendungen und bieten für Nutzer wie Unternehmen ein zusätzliches Forum.

Meist gelesen

Themen