13.01.2004

Wirtschaft fordert Aufbruch

«Wir ruhen uns zu sehr auf dem Erreichten aus», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

Berlin (dpa) - Einen neuen Aufbruch bei Forschung, Entwicklung und Innovation hat der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Ludwig Georg Braun gefordert. «Wir ruhen uns zu sehr auf dem Erreichten aus», sagte der DIHK-Präsident in einem dpa-Gespräch in Berlin. Das Leitthema für das Jahr 2004 müsse deshalb «Innovation» seien.

Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. (Quelle: DIHK)

Die von der SPD geplante Eliteförderung sei grundsätzlich zu begrüßen. «Wenn man sich die Eliten nur noch von außen holt - da braucht man nur in die Bundesliga zu gucken - dann wird die eigene Nationalmannschaft schlecht.» Aber die Annahmen, das Thema sei jetzt schnell mit Geld zu erledigen - «das ist der falsche Weg.» Von heute auf morgen lasse sich so etwas nicht organisieren. «Das muss sich in einem Wettbewerb der Universitäten entwickeln.»

Braun warb eindringlich für ein neues Denken in Wirtschaft und Gesellschaft. Technologische Leistungsfähigkeit, Produktinnovationen und die Optimierung von Prozessen seien überlebenswichtig für die deutsche Wirtschaft. «Wenn wir einen Aufschwung haben wollen, dann brauchen wir auch Produkte von morgen.» Dabei zähle nicht nur das neue Produkt oder die Riesenerfindung. Noch immer gebe es aber eine gewisse Technikfeindlichkeit in Deutschland. Da müsse es dringend eine Umkehr geben.

Die Versäumnisse machten sich erst schleichend bemerkbar, sagte Braun: «Wir kommen nun in die Phase, wo es langsam beginnt wehzutun, weil wir in unserem ganzen Denken nicht genügend innovativ waren in den zurückliegenden Jahren.» Dabei gehe es auch darum, wie sich der Staat Neuem gegenüber verhalte. Braun verwies zum Beispiel auf die Technikfolgenabschätzung. «Wir hatten plötzlich Angst vor modernen Technologien», sagte er. Das habe zwar in den letzten zehn Jahren nachgelassen, aber solche Dinge ließen sich nicht über Nacht korrigieren.

Deutschland müsse sich wieder auf seine Stärken besinnen, forderte Braun. Das fange in der Schule und Hochschule an. Er trat für die Abschaffung des Berufsbeamtentums ein sowie für mehr Eigenständigkeit und mehr Wettbewerb der Universitäten. Das Berufsbeamtentum sei «zu einer Schwäche geworden». Es gebe keinen Grund, dass ein Hochschulprofessor auf Lebenszeit berufen werde.

Die Hochschulen müssten selbst mehr Möglichkeiten haben, sich ihre Lehrer und ihre Studenten auszuwählen. Braun forderte dabei die strikte Einhaltung föderaler Prinzipien. Die Verantwortung liege allein bei den Ländern. Wenn der Bund mehr Investitionen in diesem Sektor wolle, solle er den Ländern entsprechende Mittel zuweisen, aber nicht selbst über ihre Verwendung entscheiden. Auch die Verteilung der Studenten über die Zentrale Vermittlungsstelle halte er für falsch, sagte Braun. Statt die Studienbewerber anderen Universitäten zuzuweisen, sollten die besonders attraktiven und leistungsstarken Plätze ausgebaut werden.

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