Physik Journal 3 / 2022

Cover

In einer atomar dünnen Halb­leiterschicht, die über einen Nanodraht gespannt wird, entsteht ein Kanal für die Bewegung von Exzitonen. (Bild: Jörg Bandmann / ct.qmat, vgl. S. 51)


Ausgabe lesen

Meinung

Wissenschaft ist überallMatthias Kleiner • 3/2022 • Seite 3

Wissenschaft ist überall

Nicht erst die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Wissenschaft ist.

Aktuell

Maike Pfalz • 3/2022 • Seite 6 • DPG-Mitglieder

Gut gemeint, aber schlecht gemacht?

Alexander Pawlak • 3/2022 • Seite 7 • DPG-Mitglieder

Bohr hat recht ... und doch nicht

Maike Pfalz / Wissenschaftsrat • 3/2022 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

Probleme und Perspektiven

Anja Hauck • 3/2022 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Studieren unter Coronabedingungen

Kerstin Sonnabend • 3/2022 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

„Mich hat immer die Neugier angetrieben.“

Interview mit Beate Heinemann

Maike Pfalz • 3/2022 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

Wasser im Zentrum

MPG / Alexander Pawlak • 3/2022 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Bringer oder Pranger?

Maike Pfalz • 3/2022 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Afrika im Licht der Forschung

Kerstin Sonnabend • 3/2022 • Seite 17 • DPG-Mitglieder

Fusion in neuen Sphären

Matthias Delbrück • 3/2022 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

USA: American STEM Idol; FuE auf dem Prüfstand; Sauberer Durchbruch

Matthias Delbrück • 3/2022 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

Milliarde für grünen Deal

Matthias Delbrück • 3/2022 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

Offene Bibliothek

Leserbriefe

Bernhard Müller, Ed Dellian, Werner Bieck, André Thess,Torsten Doege, Matthias Bartelmann • 3/2022 • Seite 20 • DPG-Mitglieder

Gut beraten durch Modelle?

Zu: L. Schröter und U. Bleyer, Physik Journal, Januar 2022, S. 3, mit Erwiderung der Autoren

 

weiterlesen

High-Tech

Michael Vogel • 3/2022 • Seite 22 • DPG-Mitglieder

Sensor à la Kamelnase; Weniger bringt mehr; Zoomen mit Spannung; Bessere Tera­hertz-Laser

Brennpunkt

Die Form verrät die TemperaturDetlef Lohse • 3/2022 • Seite 24 • DPG-Mitglieder

Die Form verrät die Temperatur

Ob und welche Strukturen schmelzendes Eis ausbildet, hängt aufgrund der Dichteanomalie des Wassers stark von der Umgebungstemperatur ab.

Zur Ordnung getriebenAchilleas Lazarides und Francesco Piazza • 3/2022 • Seite 26 • DPG-Mitglieder

Zur Ordnung getrieben

In zwei aktuellen Experimenten ist es gelungen, einen Zeitkristall zu realisieren.

Lehre

So wie immer oder ganz anders?Martin Hopf, Horst Schecker und Thomas Wilhelm • 3/2022 • Seite 31 • DPG-Mitglieder

So wie immer oder ganz anders?

Für jedes Thema im Physikunterricht gibt es teils sehr unterschiedliche Unterrichtskonzeptionen.

Unterrichtskonzeptionen sind ausgearbeitete Entwürfe für die inhaltliche Gestaltung des Physikunterrichts in der Schule. Verblüffend ist es, wie unterschiedlich Physik­unterricht zu einem Thema konzipiert, die Teilthemen angeordnet und welche Erklärungsansätze und Visualisierungen verwendet werden können.

Warum beginnt der Physikunterricht der gymnasialen Oberstufe eigentlich fast immer mit Kine­matik und Dynamik? Und wieso erfolgt der Einstieg in die Elektrizitätslehre meistens über die Stromstärke statt über das Potential und die Spannung? Wenn man ein wenig über diese Fragen nachdenkt, stellt sich schnell heraus, dass es nicht wirklich zwingende Argumente für dieses Vorgehen gibt. Ebenso wäre es möglich, nicht mit der Mechanik, sondern mit einer Vertiefung der Energielehre in den Physikunterricht der Oberstufe einzusteigen, dabei auf grundlegendem Wissen aus der Mittelstufe aufzubauen und zunächst mit vergleichsweise sparsamen mathematischen Mitteln zu arbeiten. Genauso wichtig wie die Reihenfolge der einzelnen Themen ist es, über ihre inhaltliche Gestaltung nachzudenken. Überlegungen dazu, wie sich die jeweils zentralen physikalischen Größen konzeptualisieren lassen, welche Teilthemen besonders wichtig sind und in welcher Reihenfolge welche Aspekte vorkommen sollten, gehören unabdingbar zur Unterrichtsplanung. Dass solche Überlegungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, zeigt sich schnell beim Vergleich verschiedener Lehrbücher. Die Annahme, dass die Reihenfolge physikalischer Themen sich zwangsläufig sachlogisch ergibt und die physikalischen Grundkonzepte in einer ganz bestimmten Art und Weise einzuführen sind – beispielsweise so, wie man es selbst als Schülerin oder Schüler einmal erfahren hat –, stellt sich als irrig heraus. Es geht auch anders. (...)

 

weiterlesen

Überblick

Chaos und QuantendynamikKlaus Richter • 3/2022 • Seite 35 • DPG-Mitglieder

Chaos und Quantendynamik

Die Ausbreitung von Quanteninformation in komplexen Vielteilchensystemen hängt eng mit klassischem Chaos zusammen.

Chaotisches Verhalten ist dadurch charakterisiert, dass sich kleinste Änderungen der Anfangsbedingungen eines nichtlinearen Systems exponentiell auf dessen Entwicklung auswirken – ein Phänomen, das auch als Schmetterlingseffekt bekannt ist. Ein Analogon dazu tritt auch in Quanten-Vielteilchensystemen auf und lässt sich mit besonderen Kommutatoren beschreiben, die aus der Festkörpertheorie bekannt sind.

In einer wenig beachteten, aber weit vorausschauenden Arbeit wies Albert Einstein 1917 darauf hin, dass die dem Bohrschen Atommodell zugrunde liegende Bohr-Sommerfeldsche Quantisierung der elliptischen Elektronenbahnen für nicht-integrable Systeme auf gravierende konzeptionelle Schwierigkeiten stößt [1]. In der Tat scheiterte diese „alte Atomtheorie“, die sich beim Wasserstoffatom als so erfolgreich erwiesen hatte, vor einem Jahrhundert beim Versuch, sie auf kompliziertere atomare und molekulare Systeme zu verallgemeinern.

Es dauerte weitere fünfzig Jahre, bis Martin Gutzwiller in einer Serie bahnbrechender Arbeiten eine methodische Brücke zwischen der klassischen und der Quantenmechanik nicht-integrabler Systeme schlug [2].1) Genauer gesagt verknüpfte er die chaotische Dynamik eines Teilchens in einem klassischen System mit dem Energieniveau-Spektrum des dazu korrespondierenden Quantensystems. Während Bohrs Zugang auf adhoc-Annahmen beruhte, entwickelte Gutzwiller eine konsistente semiklassische Theorie. In deren Rahmen ließ sich zum einen der Erfolg der alten Atomtheorie für integrable Systeme mit stabilen klassischen Bahnen einordnen; zum anderen aber trug sie dem allgemeineren nicht-integrablen Fall adäquat Rechnung, dass sich die klassische Bewegung häufig nichtlinear chaotisch vollzieht. (...)

 

weiterlesen

Bildung und Beruf

„Das polizeiliche Umfeld finde ich sehr spannend.“Maike Pfalz • 3/2022 • Seite 42

„Das polizeiliche Umfeld finde ich sehr spannend.“

Interview mit Benjamin von Lospichl

Nach dem Physikstudium und zwei Jahren als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin wechselte Benjamin von Lospichl (30) zur Bundespolizei. Dort ist er seit rund einem Jahr als Fachberater in der Bundespolizeidirektion 11 tätig. Diese wurde 2017 angesichts einer weltweit gestiegenen Bedrohungslage durch terroristische Angriffe gegründet, um die Spezialkräfte in einer Direktion zusammenzufassen.

Geschichte

Die bewegende Kraft der WärmeDieter Hoffmann, Dieter Meschede und Johannes Orphal • 3/2022 • Seite 45 • DPG-Mitglieder

Die bewegende Kraft der Wärme

Zum 200. Geburtstag von Rudolph Clausius (1822 – 1888)

Der Name Clausius lässt heute am ehesten an die Clausius-Clapeyron-Gleichung über den Zusammenhang von Dampfdruck und Temperatur von Flüssigkeiten denken oder an die Clausius-Mossotti-Gleichung, welche die makroskopische und mikroskopische Polarisierung fester Körper verknüpft. Sicher finden dann auch der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik und der bis heute schwierige Entropie-Begriff Erwähnung. Rudolph Clausius selbst scheint dagegen heute weitgehend vergessen zu sein. Dabei gibt es Gründe genug, sein Leben und Werk und sein weit über die Grenzen der Physik hinaus wirkendes Erbe in ein helleres Licht zu rücken.

Rudolph Julius Emmanuel Clausius wurde am 2. Januar 1822 im pommerschen Köslin (heute Koszalin, Polen) als Sohn eines Schulrats und Pfarrers geboren. 1834 zog die Großfamilie – Clausius hatte 14 Geschwister – nach Ueckermünde. Sechzehnjährig verließ er das Elternhaus, um in das Marienstiftsgymnasium in Stettin einzutreten. Dort unterrichteten hochqualifizierte und engagierte Lehrer wie Justus Günther Graßmann, ein bekannter Natur­forscher und Vater des Pio­niers der Vektor- und Tensorrechnung Hermann ­Graßmann. Schon als Gymnasiast interessierte sich Clausius auch für die Funktionsweise der damals im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehenden Dampf­maschine (Abb. 1). Nach dem Abitur immatrikulierte er sich zum Winter­semester 1840/41 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität. Dort belegte Clausius nicht nur Physik-, Mathematik- und andere naturwissenschaftliche Vorlesungen, sondern pflegte auch seine ausgeprägten Interessen für Geschichte und Philosophie. (...)

 

weiterlesen

Forum

Topologie an zwei StandortenKerstin Sonnabend • 3/2022 • Seite 51 • DPG-Mitglieder

Topologie an zwei Standorten

Im Exzellenzcluster ct.qmat arbeiten Forschende aus Würzburg und Dresden zusammen, um besondere Materialeigenschaften mit einem nobelpreisgekrönten Ansatz zu untersuchen.

Das Cluster ct.qmat ist das einzige in der Exzellenzstrategie, für das zwei Standorte in verschiedenen Bundesländern gemeinsam einen Antrag gestellt haben. Die Forschenden in Würzburg und Dresden arbeiten an Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien: Sie nutzen die Topologie, ein Teilgebiet der Mathematik, um ungewöhnliche Zustände von Materie besser zu verstehen und gezielt zu erzeugen. Dabei arbeiten Theorie und Experiment eng zusammen und nutzen aus, dass sich die Forschungsschwerpunkte an beiden Orten ergänzen.

Schon die Entfernung von 300 Kilometern Luftlinie zwischen den Partnerinstitutionen des Clusters ist bemerkenswert, doch die eigentliche Schwierigkeit der gemeinsamen Antragstellung lag an ganz anderer Stelle: „Wir mussten die Rahmenbedingungen zweier Hochschulgesetze beachten“, erinnert sich Matthias Vojta, der für die Beteiligten in Dresden spricht. Die Idee zu der außergewöhnlichen Zusammenarbeit ergab sich aus früheren Kollaborationen. „In Würzburg fehlte trotz einer starken Festkörperphysik an der Universität schlicht die ‚kritische Masse‘, um sich für ein Exzellenzcluster zu bewerben“, ergänzt der Würzburger Sprecher Ralph Claessen. Mit zahlreichen außeruniversitären Einrichtungen traf das auf Dresden zwar nicht zu; die Erfolgsaussichten waren gemeinsam aber deutlich besser. Als wissenschaftliche Basis für den Antrag dienten die Arbeiten aus zwei Sonderforschungsbereichen zu topologischen Materialeigenschaften und zu korreliertem Magnetismus, welche die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit 2015 in Würzburg und Dresden finanziert. (...)

 

weiterlesen

Physik im Alltag

Kompetente KleidungDenise Müller-Dum und Jens Kube • 3/2022 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

Kompetente Kleidung

Nanotextilien schützen mit Übergangsmetalloxiden vor UV-Strahlung.

Menschen

3/2022 • Seite 58 • DPG-Mitglieder

Personalien

Hermann Haken, ­Wolfgang P. Schleich, Michael Schreiber, Roland G. Winkler • 3/2022 • Seite 62 • DPG-Mitglieder

Nachruf auf Peter Reineker

Ulrike und Walter Potzel, Jochen Litterst • 3/2022 • Seite 63 • DPG-Mitglieder

Nachruf auf Georg Michael Kalvius

Kerstin Sonnabend • 3/2022 • Seite 64 • DPG-Mitglieder

„Die slowenische Wissenschaft sollte sich mehr öffnen.“

Interview mit Saša Bajt

Rezensionen

Peter Bussemer • 3/2022 • Seite 65 • DPG-Mitglieder

Renate Tobies: Felix Klein. Visionen für Mathematik, Anwendungen und Unterricht

Maike Pfalz • 3/2022 • Seite 66 • DPG-Mitglieder

Jan Paul Schutten und Floor Rieder: Das Weltall oder das Geheimnis, wie aus nichts etwas wurde

Alexander Pawlak • 3/2022 • Seite 67 • DPG-Mitglieder

Filmkritik: Wer wir waren

DPG

3/2022 • Seite 28 • DPG-Mitglieder

Ausschreibung DPG-Preise 2023

3/2022 • Seite 30 • DPG-Mitglieder

Virtuelle Jobbörse für Physiker:innen

3/2022 • Seite 44 • DPG-Mitglieder

DPG-Mentoring-Programm und Leading for Tomorrow

Philipp Heinen, Marco Hofmann, Lucas Kunz, Vivienne Leidel, Julio Magdalena und Tobias Messer • 3/2022 • Seite 68 • DPG-Mitglieder

Ein Grafenschloss im Zeichen der Feldtheorie

3/2022 • Seite 69 • DPG-Mitglieder

Laudatio auf Lydéric Bocquet

3/2022 • Seite 70 • DPG-Mitglieder

Bad Honnef Physics School: Atmospheric Physics: Experiment meets Modelling

3/2022 • Seite 75 • DPG-Mitglieder

Bad Honnef Physics School: As thin as it gets: Physics of 2D Materials and Heterostructures

Tagungen

3/2022 • Seite 71 • DPG-Mitglieder

Tagungskalender

Jan-Dierk Grunwaldt, Karsten Reuter, Roger Gläser • 3/2022 • Seite 72 • DPG-Mitglieder

From Wind and Solar Energy to Chemical Energy Storage: Understanding and Engineering Catalysis under Dynamic Conditions

758. WE-Heraeus-Seminar

Hans Werner Schumacher, Patrik Recher • 3/2022 • Seite 72 • DPG-Mitglieder

Hybrid Solid State ­Quantum Circuits, Sensors, and ­Metrology

722. WE-Heraeus-Seminar

acqueline Bloch, Marzena Szymanska, Michal Matuszewski, Paulo V. Santos • 3/2022 • Seite 72 • DPG-Mitglieder

Lattice‐based Quantum ­Simulation

726. WE-Heraeus-Seminar

Jan-Philipp Burde, Thomas Wilhelm • 3/2022 • Seite 73 • DPG-Mitglieder

Elektrische Stromkreise in Schule und Alltag

WE-Heraeus-Arbeitstreffen für Lehramtsstudierende, Studienreferendare und Lehrkräfte

Notizen

3/2022 • Seite 74 • DPG-Mitglieder

Notizen

Aktuelle Ausgaben

10 / 2026

9 / 2026

7 / 2026

6 / 2026

5 / 2026

4 / 2026

weitere Ausgaben

Themen