Physik Journal 6 / 2025

Cover

Quantencodes
Frauen in der Physik
Berufsporträt

Solche Chips könnten in Zukunft Quanteninformation speichern und verarbeiten (Bild: Quantum Device Lab, ETH Zürich, vgl. S. 28). 


Ausgabe lesen

Meinung

Essenzielle InvestitionenBeate Heinemann • 6/2025 • Seite 3

Essenzielle Investitionen

Großforschungsanlagen spielen für die Zukunft Deutschlands eine wichtige Rolle.

Aktuell

Alexander Pawlak • 6/2025 • Seite 6 • DPG-Mitglieder

Museumsbau wird 100

Kerstin Sonnabend • 6/2025 • Seite 7 • DPG-Mitglieder

Getrennte Wege gehen

Kerstin Sonnabend • 6/2025 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

DESY: Hundert auf einen Streich

DAAD / Anja Hauck • 6/2025 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

DAAD: Über Ländergrenzen hinweg

ESA / Anja Hauck • 6/2025 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

ESA: All-Zeit bereit

KIS / Anja Hauck • 6/2025 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Geschärfter Blick

Alexander Pawlak • 6/2025 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

Afrikas Weltraumambitionen

DPG / Alexander Pawlak • 6/2025 • Seite 13 • DPG-Mitglieder

Quantenorte: Ulm macht den Anfang

Matthias Delbrück • 6/2025 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

Großbritannien: Zahltag für Forschung und Entwicklung

Matthias Delbrück; U Bremen / Kerstin Sonnabend • 6/2025 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

USA

Kämpferische Wissenschaft; Akademischer Appell; Datenrettung läuft

Matthias Delbrück • 6/2025 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Land unter in der niederländischen Wissenschaft

Leserbriefe

Elmar Schmidt; Helmut Gradic; Thomas Wäscher; John Kettler und Christian Schönfelder; Thomas Dörfler; Reinhard Günzel; Gerd Schatz; Jörg Rainer Schmitz; Alex C. Mueller; Frank Rinn • 6/2025 • Seite 18

Kein Konsens zur Kernkraft

Zu: H. Lesch und A. Kleidon, Physik Journal, April 2025, S. 3
Mit Erwiderung der Autoren

Gerd Schatz • 6/2025 • Seite 22 • DPG-Mitglieder

Problematische Empfehlungen

Zu: Physik Journal, April 2025, S. 10

High-Tech

Michael Vogel • 6/2025 • Seite 24 • DPG-Mitglieder

Effiziente Bodenanalytik; Virtuelles anfassen; Vier auf einen Streich; Lecks aufspüren

Brennpunkt

6/2025 • Seite 26 • DPG-Mitglieder

Auf den Punkt gebracht

Überblick

Fehler erkennen und korrigierenBenedikt Placke • 6/2025 • Seite 28 • DPG-Mitglieder

Fehler erkennen und korrigieren

Um einen Quantencomputer zu realisieren, ist es essenziell, effiziente Codes für die Quantenfehlerkorrektur zu entwickeln und experimentell zu realisieren.

Quantencomputer realisieren eine grundlegend andere Art des Rechnens als ihre klassischen Gegenstücke. Diese wenden logische Gatter auf klassische Bits mit den Werten „0“ und „1“ an. Dagegen basiert ein Quantencomputer auf den Gesetzen der Quantenmechanik: Das verändert die Art der verarbeiteten Informationen, die Menge der möglichen Operationen und den Umgang mit Fehlern.

Um die Arbeitsweise eines Quantencomputers zu illustrieren, eignet sich das plakative Bild von Schrödingers Katze. Diese sitzt in einer abgeschlossenen Box zusammen mit einer Giftampulle. Kommt es zu einem Übergang zwischen zwei atomaren Zuständen, wird das Gift frei und die Katze stirbt. Entscheidend ist dabei, dass die Gesetze der Quantenmechanik den Atomübergang – und damit auch den Zustand der Katze – beschreiben. Diese verlangen, dass die Katze beim Öffnen der Box entweder tot oder lebendig ist. Zuvor befindet sie sich aber in einer „Superposition“ und ist gleichzeitig tot und lebendig. Die genaue Form der Superposition ergibt sich aus der Wahrscheinlichkeit, nach dem Öffnen den einen oder anderen Zustand vorzufinden. Die zwei Zustände der Katze entsprechen genau einem klassischen Bit: „tot“ = 0, „lebendig“ = 1. Quantencomputer können aber auch beliebige quantenmechanische Mischzustände herstellen und manipulieren. Diese Menge an Zuständen heißt auch Qubit.

Durch diese grundlegenden Unterschiede könnte der Einsatz von Quantencomputern bestimmte Aufgaben erheblich erleichtern. So publizierte Peter Shor 1995 eine Methode für die Primfaktorzerlegung durch einen Quantencomputer, deren Effizienz alle vorher dagewesenen und alle bis heute bekannten Methoden auf klassischen Computern übertrifft [1]. Die Entdeckung des Shor-Algorithmus führte zu intensiver, bis heute andauernder Forschung, um einen Quantencomputer zu realisieren. Erste Prototypen exis­tieren bereits als faszinierende Experimente. Sie sind aber nicht besonders zuverlässig, sondern deutlich fehleranfälliger als ihre klassischen Gegenstücke. Um sie als sinnvolle Werkzeuge über die Quantenvielteilchenphysik hinaus zu etablieren, braucht es aller Voraussicht nach aktive Korrekturmechanismen, die sogenannte Quantenfehlerkorrektur. (...)


weiterlesen

Geschichte

Grete HermannAndrea Reichenberger • 6/2025 • Seite 34

Grete Hermann

Eine Brückenbauerin zwischen Physik, Philosophie und Politik

Grete Hermann war eine Pionierin in der mathematisch-­physikalischen Grundlagenforschung. Mitte der 1930er-Jahre setzte sie sich intensiv mit Johann (John) von Neumanns Überlegungen zu verborgenen Variablen in der Quantenmechanik auseinander.

Grete Hermann wurde am 2. März 1901 in Bremen geboren. Sie studierte Mathematik, Physik und Philosophie in Göttingen und Freiburg und promovierte 1925 bei der Mathematikerin Emmy Noether mit einer Dissertation zur „Frage der endlich vielen Schritte in der Theorie der Polynomideale“. Nach ihrer Promo­tion arbeitete Grete Hermann als private Assistentin beim Philosophen Leonard Nelson, einem Freund und Kollegen David Hilberts. Nach Nelsons Tod 1927 veröffentlichte sie zusammen mit Minna Specht Nelsons Arbeiten und hielt Vorträge zu seinem Werk. Specht war eine führende Figur des Internationalen Sozialistischen Kampfbunds ISK, einer kleinen intellektuellen Elite aus Göttingen. (...)

weiterlesen

Lehre

Ich gehöre dazu!Lisa Stinken-Rösner, Laura Pannullo und Marcus Kubsch • 6/2025 • Seite 38 • DPG-Mitglieder

Ich gehöre dazu!

Physikidentität: Wege zur Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls in der Physik

Zu Beginn der Geschlechterforschung in der Physik lag der Fokus auf der generellen Unterrepräsentation von Frauen, den strukturellen Barrieren, die ihnen den Zugang zum Fach erschweren, sowie auf Exklusions-Mechanismen. Seit den 2000er-Jahren liegt der Fokus zunehmend auf den Fragen, welche Faktoren Frauen dazu motivieren, sich mit Physik zu identifizieren, und welche sozialen Prozesse beeinflussen, ob sie als Teil der physikalischen Gemeinschaft wahrgenommen werden.

Dass Frauen in der Physik unterrepräsentiert sind, beginnt schon in der Schule: So wählen nur zwei Prozent der Schülerinnen Physik als Leistungskurs in der Oberstufe, während es 2020 in Nordrhein-Westfalen zehn Prozent der Jungen waren [1]. Auch im Physikstudium sind Frauen eine Minderheit. Ihr Anteil stagniert seit einiger Zeit bei etwa 25 Prozent (22 Prozent im Fachstudium Physik und 37 Prozent mit Schwerpunkt Physik). Auf der akademischen Karriereleiter sinken diese Zahlen weiter. In der DPG liegt der Anteil an weiblichen Mitgliedern bei rund 16 Prozent [2]. Damit bleibt Physik ein männlich konnotiertes Fach, was sich auch in medialen Darstellungen von Physik und Stereotypen manifestiert.

Dies ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Physikalische Denk- und Arbeitsweisen sowie Wissen leisten einen wichtigen Beitrag für ein umfassendes Verständnis der Welt [3] – auch für gesellschaftlich relevante Herausforderungen wie den Klimawandel. Wenn vielen Mädchen und Frauen der Zugang zur Physik fehlt, entgehen ihnen dieser Aspekt der Bildung und die Möglichkeit, sich entsprechend gesellschaftlich zu engagieren. Durch das geringe Interesse an Physik nehmen Frauen stark physikbezogene Berufe als weniger attraktiv wahr und ergreifen diese seltener. In diesen Berufsfeldern ist der Fachkräftemangel jedoch groß [4]. Auch für die Entwicklung der Physik selbst ist der geringe Frauenanteil auf den höheren Stufen der akademischen Karriereleiter problematisch. Eine (allzu) homogene Physik läuft Gefahr, blinde Flecken in Forschung und Lehre zu entwickeln, weil geteilte Annahmen und Perspektiven nicht ausreichend kritisch reflektiert werden. Umgekehrt und kurz gesagt: Diversität fördert Exzellenz [5]. (...)

weiterlesen

Bildung und Beruf

„Ich sehe mich als Sparringspartner.“Maike Pfalz • 6/2025 • Seite 42 • DPG-Mitglieder

„Ich sehe mich als Sparringspartner.“

Marcel Krämer leitet bei swb in Bremen den Geschäftsbereich Erzeugung und Entsorgung.

Schon seit seiner Diplomarbeit beschäftigt sich Dr. Marcel Krämer mit dem Thema Energie: Er fertigte sie in der Arbeitsgruppe Solar­energie der Universität Marburg an und promovierte im Bereich Volkswirtschaftslehre an der Universität Oldenburg. Anschließend war er zunächst bei ForWind, Zentrum für Windenergieforschung, tätig, bevor er 2006 zur swb AG in Bremen wechselte.

Physik im Alltag

Heilende StrahlungRonja Pappenberger • 6/2025 • Seite 44 • DPG-Mitglieder

Heilende Strahlung

Wie Röntgenstrahlung Krebstumore bekämpfen und Schmerzen lindern kann.

Menschen

Maike Pfalz • 6/2025 • Seite 49 • DPG-Mitglieder

„An uns führt kein Weg vorbei.“

Interview mit Thomas Blaudeck

6/2025 • Seite 50 • DPG-Mitglieder

Personalien

A. Aprahamian, K. Farouqi, O. Hallmann, U. Ott, B. Pfeiffer, T. Rauscher, H. Schatz, F.-K. Thielemann, M. Wiescher und A. Wöhr • 6/2025 • Seite 54 • DPG-Mitglieder

Nachruf auf Karl-Ludwig Kratz

Rezensionen

Ulrich Eberl • 6/2025 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

André D. Thess: Der Energiegipfel

6/2025 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

100 Jahre Deutsches Museum

Heiko Krabbe • 6/2025 • Seite 57 • DPG-Mitglieder

A. Pusch, M. S. Ubben, P. Schlummer, J. Welberg: Demonstrationsexperimente gestalten

DPG

6/2025 • Seite 37 • DPG-Mitglieder

DPG-Workshop „Opportunities and Risks of Quantum Technologies“

6/2025 • Seite 46 • DPG-Mitglieder

Dissertationspreise 2026

6/2025 • Seite 48 • DPG-Mitglieder

Physikerin der Woche

6/2025 • Seite 55 • DPG-Mitglieder

DPG Mentoring-Programm

Jonah Elias Nitschke und Noah Stiem • 6/2025 • Seite 58 • DPG-Mitglieder

Halbzeit für DPG-Kolleg

Anna-Lena Alfke • 6/2025 • Seite 59 • DPG-Mitglieder

DOPPLERS: Formeln, Freunde und Flamingos

Florian Hirsch und Michael Schmiedeberg • 6/2025 • Seite 60 • DPG-Mitglieder

IPT: Gold für Deutschland

Christoph Baehr • 6/2025 • Seite 61 • DPG-Mitglieder

Ein Kompass auf dem Weg in das Berufsleben

Tagungen

Raffaella Burioni, Vasily Zaburdaev, Sergiy Denysov • 6/2025 • Seite 62 • DPG-Mitglieder

Complex Spreading Pheno­mena: From Bacteria to ­Innovations

826. WE-Heraeus-Seminar

Gerardo Adesso, Daniel Braun, Fedor Jelezko • 6/2025 • Seite 62 • DPG-Mitglieder

Multiparameter Quantum Sensing and Metrology

827. WE-Heraeus-Seminar

Mariami Gachechiladze, Igor Klep, Marc-­Olivier Renou • 6/2025 • Seite 62 • DPG-Mitglieder

Operator Theory and Poly­nomial Optimization in Quantum Information Theory

828. WE-Heraeus-Seminar

Liliana Arrachea, Carlos Balseiro, Jörg Schmalian, Matthias Vojta • 6/2025 • Seite 63 • DPG-Mitglieder

Correlations and Dynamics in Low-Dimensional Quantum Systems

Argentinisch-deutsches WE-Heraeus-Seminar

Sandra Nierentz und Thomas Bischof • 6/2025 • Seite 63 • DPG-Mitglieder

Einsatzmöglichkeiten von KI im Physikunterricht

DPG-Lehrkräftefortbildung

6/2025 • Seite 64 • DPG-Mitglieder

Tagungskalender

Notizen

6/2025 • Seite 65 • DPG-Mitglieder

Notizen

Aktuelle Ausgaben

10 / 2026

9 / 2026

7 / 2026

6 / 2026

5 / 2026

4 / 2026

weitere Ausgaben

Themen