19.10.2011

Relativity, Gravitation and Cosmology

R. J. A. Lambourne: Relativity, Gravitation and Cosmology, Cambridge University Press, broschiert, 312 S., 35 £, ISBN 9780521131384

R. J. A. Lambourne

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Robert J. A. Lambourne stellt sich der großen Herausforderung, ein neues Lehrbuch über ein altes Thema zu präsentieren. Sein Buch ist inhaltlich zwar zu kurz gefasst, hebt sich aber von früheren Werken durch seine didaktische Brillanz ab. So führt Lambourne den Vierervektorformalismus der Allgemeinen Relativitätstheorie mathematisch exakt und gleichzeitig mit didaktisch sinnvollen Bildern ein. Auf beeindruckende Weise verwendet er Grafiken, um die komplexen mathematischen und physikalischen Sachverhalte zu veranschaulichen. Insgesamt besticht das Buch durch einen hochwertigen didaktischen Aufbau: In jedem Kapitel heben Kästen die wichtigsten Formeln und Aussagen hervor, die zentralen Erkenntnisse sind am Ende zusammengefasst und zu den Übungsaufgaben finden sich ausführliche Lösungen im Anhang.

Der Autor überzeugt weiterhin dadurch, dass er die theoretischen Grundlagen der Kosmologie an aktuelle Forschungsperspektiven anbindet, wie z. B. die Suche nach Schwarzen Löchern mithilfe von Röntgenemission.

Die Hauptschwachpunkte dieses Buchs sind mit der allgemeinen Schwierigkeit verknüpft, Relativitätstheorie, Gravitation und Kosmologie einführend auf nur rund 300 Seiten zu erörtern: ­Obwohl Lambourne den kompletten Formalismus der Allgemeinen Relativitätstheorie einführt, setzt er ihn im Teil über Kosmologie nur teilweise ein. So fallen sowohl die Herleitung der Schwarzschild-Metrik als auch die Formulierung von Gravitationswellen im Vakuum zu knapp aus. Leider greifen auch die Übungsaufgaben die fehlenden Schritte nicht auf. Diese beschränken sich, besonders in den späteren Kapiteln, darauf, ­qualitative Ergebnisse aufzuarbeiten und algebraisch relativ einfach lösbare Probleme zu bearbeiten. Auch die leicht fehlerhafte Darstellung der kovarianten Formulierung der Maxwell-Gleichungen (falsch ­angegebene Konstante) befremdet.
Trotz der oben genannten Schwächen kann ich dieses didaktisch hervorragende Lehrbuch als ergänzende Literatur für eine Vorlesung empfehlen, nicht aber als Hauptliteratur für eine Vorlesung oder zum Selbststudium.

Jun.-Prof. Dr. Julia Becker, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Physik und Astronomie, Theoretische Physik IV

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