27.11.2023

The Computer – A History from the 17th Century to Today

Jens Müller, Julius Wiedemann: The Computer – A History from the 17th Century to Today, Taschen, Köln 2023, geb., 472 S., 60 Euro, ISBN 9783836573344, https://bit.ly/47wygZX

Jens Müller, Julius Wiedemann

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The Computer 

Jens Müller, Grafikdesigner und Professor an der Fachhochschule Dortmund, erzählt in diesem eindrucksvollen Band aus dem Verlag Taschen die Geschichte des Computers in mehr als tausend Abbildungen. Diese reichen vom Nachdruck eines Briefs von Gottfried Wilhelm Leibniz zum Binärsystem über Schnappschüsse von Steve Jobs und Bill Gates in jungen Jahren bis hin zu aufwändig gestalteten Aufnahmen der ersten kommerziellen Großrechner aus den 1950er-Jahren – ein Augenschmaus für alle und eine Fundgrube für Computerfreaks. Dass man zu letzteren gehört, muss man spätestens dann zugeben, wenn eine Collage aus Floppy Disks zu einem Ausruf des Entzückens verführt. 

Die knapp 500 Seiten bieten, wie der Untertitel verspricht, einen Überblick zur Geschichte der Rechen­maschinen. Das erste Kapitel gehört den Anfängen im 17. Jahrhundert und führt bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem vor allem das Ver- und Entschlüsseln von Nachrichten die Entwicklungen bestimmte. Deutlich umfangreicher fällt die Beschreibung des Zeitalters der Großrechner aus. Die wachsende Kommerzialisierung belegen immer aufwändiger gestaltete Werbeanzeigen, die auch den Übergang vom Produkt für Firmen und Institutionen hin zum Personalcomputer illustrieren. 

Der zunehmenden Verbreitung der PCs von Mitte der 1970er- bis Mitte der 1990er-Jahre trägt das dritte Kapitel Rechnung. Wer erste Programmiererfahrungen nicht schon mit Lochstreifen sammelte, könnte hier alte Bekannte treffen: Taschenrechner von Hewlett-Packard, Mikrocomputer von Commodore, erste „Desk-tops“ von Apple, aber auch Spielekonsolen von Atari. Die Vielfalt von Firmen und Produkten belegt, welche Dynamik die Computerindustrie in diesen Dekaden entfaltete, die im Zeitalter des Internets mündeten. In diesem sorgen zunehmende Vernetzung und Miniaturisierung dafür, dass die (Rechen-)Maschinen immer mehr in den Alltag der Menschen vordringen, ob beim digitalen Fotografieren, Musikhören oder Navigieren. Ganz entrückt erscheint in diesem Zusammenhang die Werbekampagne „Think different“ von Apple: Sie kommt allein mit weltberühmten Persönlichkeiten aus und markiert die Rückkehr von Steve Jobs ins Unternehmen. 

Den Abschluss macht die Ära der vollen Digitalisierung, die mit der Vorstellung der ersten Smartphones beginnt. Wohin die Reise führt, die mit künstlicher Intelligenz und Quantencomputern neue Richtungen bekommt, muss offenbleiben. Hervorzuheben ist noch, dass die häufig vergessenen Beiträge von Frauen in der Geschichte der Computer ansprechend und ausführlich gewürdigt werden – und zwar durch alle besprochenen Jahrhunderte hindurch. 

Als Bettlektüre ist der vier Kilogramm schwere Bildband eher ungeeignet. Aber die Seiten im Format 37 cm × 25 cm bieten ausreichend Platz für großformatige Abbildungen und Collagen. Vorwort, Einleitung und erklärende Texte liegen auf Deutsch, Englisch und Französisch vor. Der Band ist hochwertig verarbeitet und lädt zum ausgiebigen Schmökern in der Geschichte des Computers ein – für Nerds und solche, die es noch werden wollen! 

Kerstin Sonnabend

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