05.06.2026

113 Millionen Euro fürs Physikalische Institut

NRW-Wissen­schafts­minis­terin über­gibt Finan­zie­rungs­zusage für zwei­ten Bau­abschnitt der Phy­sik an der Uni Bonn.

Bei einem Termin im Atrium des Rektorats Ende Mai hat die Kultur- und Wissenschaftsministerin Nordrhein-Westfalens Ina Brandes einen symbolischen Scheck übergeben. Mit der Finanzierungszusage wird der 2. Bauabschnitt zur Modernisierung und teilweisen Erneuerung des Physikalischen Instituts auf dem Campus Poppelsdorf auf den Weg gebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1913 soll sowohl funktional, als auch energetisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

v.l.: Rektor Michael Hoch, Ministerin Ina Brandes MdL und Baudezernentin Marion Duisberg
v.l.: Rektor Michael Hoch, Ministerin Ina Brandes MdL und Baudezernentin Marion Duisberg
Quelle: Volker Lannert / U Bonn

„Exzellente Forschung braucht exzellente Infrastrukturen. Schlüsseltechnologien wie Quantenphysik oder Photonik bringen den Menschen unter anderem moderne Medizingeräte oder die Weiterentwicklung von Quantencomputern, die auch eine sichere Verschlüsselung von Daten ermöglichen. Die Exzellenzuniversität Bonn und das Physikalische Institut stehen für Spitzenforschung ‚made in NRW‘. Hier wird auch der Nachwuchs ausgebildet, der in Wissenschaft und Industrie dringend gebraucht wird. Mit der Investition aus dem NRW-Plan sichern wir die Zukunft der Bonner Physik und werden unsere technologische Unabhängigkeit in Europa weiter stärken,“ sagte Brandes.

Rektor Michael Hoch sagte: „Die Bonner Physik steht für Spitzenforschung von Weltrang und bildet die Top-Talente aus, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft für die Technologien der Zukunft dringend brauchen. Von der außergewöhnlichen Stärke des Standorts zeugen nicht zuletzt drei Physik-Exzellenzcluster – das ist deutschlandweit einzigartig. Mit der Zusage, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen hierfür umfassend zu fördern, setzt das Land ein klares und verlässliches Bekenntnis zur exzellenten Forschung und Lehre. Zugleich stärkt es maßgeblich die weitere Entwicklung der Universität Bonn, Deutschlands erfolgreichster Universität in der Exzellenzstrategie, auf ihrem Weg in die Weltspitze. Dafür danken wir der Landesregierung und insbesondere Ministerin Brandes von ganzem Herzen.“

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Die Bonner Physik verbindet Grundlagenforschung mit technologischer Innovation, etwa in der Detektorphysik, Quantentechnologie und datenintensiven Astrophysik. Mit der Berufung des späteren Nobelpreisträgers Wolfgang Paul entwickelte sich Bonn seit den 1950er Jahren zu einem international sichtbaren Zentrum der Teilchen- und Beschleunigerphysik. Die Elektronen-Stretcher-Anlage ELSA sowie moderne Einrichtungen wie das Forschungs- und Technologiezentrum Detektorphysik bilden bis heute zentrale Forschungsinfrastrukturen mit internationaler Ausstrahlung. Die Physik ist an drei der acht Bonner Exzellenzcluster beteiligt.

Aufgrund des großen Umfangs wurde das Projekt in zwei Bauabschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt umfasst die Modernisierung der ELSA-Versuchshalle und des Bürobereiches sowie die Modernisierung zentraler technischer Anlagen. Im zweiten Bauabschnitt folgen die weiteren historischen Gebäudeteile sowie der Neubau der Labor- und Werkstattflächen im Innenhof. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist der gezielte Rückbau baulicher Strukturen aus den 1960er Jahren, die heutigen Anforderungen an Forschung und Lehre nicht mehr gerecht werden. An ihrer Stelle entsteht ein modernes Labor- und Werkstattgebäude, das den aktuellen Stand der Technik erfüllt und gleichzeitig flexible Nutzungsmöglichkeiten für zukünftige Entwicklungen bietet. [U Bonn / dre]

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