Ariane 6 bringt weiteren MTG-Satelliten in den Orbit
Meteosat-Third-Generation-Imager-Satellit 2 vervollständigt Europas neuestes Wetter-Trio und stellt Service über 2040 hinaus sicher.
Am 27. August 2026 um 22:11 Uhr MEZ (17:11 Uhr Ortszeit) ist der Satellit MTG-I2 (Meteosat Third Generation – Imager 2) an Bord einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof im südamerikanischen Kourou gestartet. Er vervollständigt als Meteosat-14 das erste Trio der Meteosat-Third-Generation-Satelliten nach Imager-1 und Sounder-1. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR unterstützt die deutsche Beteiligung am MTG-Programm in enger fachlicher Abstimmung mit dem Deutschen Wetterdienst DWD. Das Bundesministerium für Verkehr finanziert den deutschen Beitrag des Programms.


Zusammen mit Meteosat Third Generation Imager-1 (MTG-I1) und Meteosat Third Generation Sounder-1 (MTG-S1) kann MTG-I2 Europa künftig im 2,5-Minuten-Takt vollständig scannen. Das ist doppelt so schnell wie der Rapid-Scan-Service der Vorgängergeneration der Meteosat-Satelliten. Durch die höhere Beobachtungsfrequenz erhalten Wetterdienste schneller aktuelle Informationen über die Entwicklung von Unwettern und können diese so kurzfristiger vorhersagen. Auch die klassische drei- bis sieben-Tage-Vorhersage wird dadurch präziser.
MTG-I2 verfügt – genau wie sein Pendant MTG-I1 – über zwei leistungsstarke Imager-Geräte. Der Satellit wird in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht, die manchmal mit der Position eines „Falkenauges“ verglichen wird, da die Satelliten während der Erdrotation denselben Punkt auf der Erdoberfläche verfolgen und Details aus einer Entfernung von rund 36.000 km beobachten.
Eines der Instrumente an Bord der MTG-Imager-Satelliten ist der „Flexible Combined Imager“, der in verschiedenen Abtastmodi betrieben werden kann. Bei MTG-I2 wird er den Schnellabtast-Modus über Europa bereitstellen und alle 2,5 Minuten neue Beobachtungen liefern. Der Betrieb von MTG-I2 mit diesem schnellen Wiederholungszyklus ist ein Meilenstein für die Wettervorhersage und ermöglicht es Meteorologen, die rasche Entwicklung und den Verlauf von Wettersystemen in beispielloser Detailgenauigkeit zu verfolgen. Das Instrument sorgt nicht nur für eine erhebliche Steigerung der Qualität, Quantität und Häufigkeit der für die europäische Wettervorhersage verfügbaren Beobachtungen, sondern liefert auch wertvolle Daten für die Überwachung und das Verständnis unseres Klimas.
Das andere Instrument an Bord von MTG-I2 ist der „Lightning Imager“ (soz. ein Blitzalarm). Auch dies ist ein innovatives und leistungsstarkes Instrument, das in der Lage ist, einzelne Blitzereignisse sowohl bei Tag als auch bei Nacht zu erfassen. Als es 2022 auf dem ersten MTG-Imager zum Einsatz kam, war es das erste seiner Art in Europa. Der auf MTG-I2 mitgeführte „Lightning Imager“ verfügt über genau dieselben Fähigkeiten und kann für sehr genaue Kurzfristvorhersagen von sich rasch verändernden Wetterbedingungen genutzt werden, was manchmal auch als „Nowcasting“ bezeichnet wird.
Die MTG-Baureihe wurde im Auftrag der Europäischen Organisation zur Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) von der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt. 1977 begann mit METEOSAT-1 die kontinuierliche Wetterbeobachtung aus dem Weltraum. Die aktuelle Baureihe besteht aus insgesamt sechs Satelliten, die in Serie gestartet werden, um über die nächsten 25 Jahre routinemäßig Wetterdaten zu generieren. Es gibt zwei Satellitentypen: vier Satelliten mit abbildenden Instrumenten, MTG I1 – I4, und zwei Satelliten mit spektral hochauflösenden Instrumenten, MTG-S1 und -S2. MTG-I1 startete 2022, 2025 folgte MTG-S1. Die Satelliten werden bis voraussichtlich ins Jahr 2040 hinein sukzessive gestartet. Aufbauend auf dem Erbe der Meteosat-Satelliten der ersten und zweiten Generation wird die dritte Generation von Meteosat die Sturmvorhersage revolutionieren, die Wettervorhersage verbessern, die Klimaaufzeichnungen erweitern und eine breite Palette wichtiger Beobachtungen liefern.
An der Entwicklung der europäischen MTG-Satelliten ist Deutschland mit etwa dreißig Prozent beteiligt. Die Firma OHB ist zuständig für den Bau aller sechs Plattformen der MTG-I- und MTG-S-Satelliten sowie für die beiden Infrarot-Sounder-Instrumente auf den MTG-S-Satelliten. Sie liefern Rückschlüsse auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und indirekt auch den Wind in verschiedenen Höhen der Erdatmosphäre sowie auf die Verteilung wichtiger Spurengase. Die Firma Airbus DS ist maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau des Sentinel-4-Instruments, einem Spektrometer zur Messung der Luftqualität, auf den MTG-S-Satelliten beteiligt. Das Earth Observation Center (EOC) des DLR erstellt die operationellen Softwaresysteme zur Ableitung geophysikalischer Produkte des Sentinel-4-Instruments. Bei der Entwicklung und Produktion der Instrumente sind in den Bereichen Optik, Elektronik und mechanische Strukturen auch weitere deutsche Firmen beteiligt. [DLR / ESA / dre]
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