Unter dem Motto „Fraunhofer − Transfer für unsere Zukunft“ fand die Jahrestagung 2026 der Fraunhofer-Gesellschaft in Leipzig statt. Am Abend des 10. Juni 2026 zeichnete die Gesellschaft herausragende Projekte ihrer Forscherinnen und Forscher aus. Verliehen wurden drei Joseph-von-Fraunhofer-Preise sowie der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes „Forschung im Verbund“. Die prämierten Forschungsarbeiten stehen exemplarisch für Forschung, die den Schritt in die Anwendung schafft: Die Fraunhofer-Gesellschaft versteht sich als Innovationslieferant und Brückenbauer zwischen Erkenntnis und Anwendung und übernimmt im ausdifferenzierten deutschen Wissenschaftssystem eine besondere Rolle.
Seit mehr als zwanzig Jahren vergibt der Stifterverband alle zwei Jahre gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft den mit 30 000 Euro dotierten Preis. Dieser zeichnet wissenschaftlich exzellente Verbundprojekte der angewandten Forschung aus, die Fraunhofer-Institute gemeinsam mit der Wirtschaft und/oder anderen Forschungsorganisationen bearbeiten.




Die fortschreitende Digitalisierung sowie der wachsende Bedarf an energieeffizienter, langlebiger und intelligenter Elektronik stellen hohe Anforderungen an zukünftige Halbleitertechnologien. Insbesondere nicht‑flüchtige Datenspeicher mit hoher Geschwindigkeit und niedrigem Energieverbrauch sind ein Schlüssel für smarte, nachhaltige Anwendungen – von Automotive und Industrieautomation bis hin zu Medizintechnik und Edge‑KI.
Dem Dresdner Fraunhofer‑Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS ist es gemeinsam mit seinem langjährigen Industriepartner GlobalFoundries gelungen, einen reproduzierbaren Ansatz zur Integration hafniumoxidbasierter ferroelektrischer FRAM‑Speicher in eine bestehende industrielle Fertigungstechnologie zu etablieren. Die Arbeiten von Dr. Franz Müller, Dr. Maximilian Lederer, Dr. Nandakishor Yadav und Konrad Seidel am Fraunhofer IPMS sowie von Dr. Sven Beyer und Dr. Robert Seidel bei GlobalFoundries beruhen auf einer konsequenten Co‑Optimierung von Material, Schichtstapel, Prozess und Bauelement.
Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich den Joseph-von-Fraunhofer-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen zur Lösung anwendungsnaher Probleme an ihre Mitarbeitenden. In diesem Jahr werden drei Joseph-von-Fraunhofer-Preise mit jeweils 50 000 Euro vergeben. Die ausgezeichneten Teams sind:
- Dr. Mihails Kusnezoff, Dr. Stefan Megel und Dr. Sindy Mosch vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden für ihre Elektrolyse-Plattform zur effizienten Herstellung von Wasserstoff und chemischen Produkten,
- Stefan Bruns, Dr. Philipp Farr und Dr. Michael Vergöhl vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig für das neue industrielles Produktionssystem für präzisionsoptische Schichten EOSS und
- Dr. Christian Weber, Dr. Katrin Schmitt und Dr. Johannes Herbst vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg, Breisgau, für Spurengasdetektion – schnell und zuverlässig per resonanter Photoakustik.
Kriterien für die Auszeichnung mit dem Forschungspreis sind unter anderem die Neuartigkeit des wissenschaftlich-methodischen Ansatzes, der Erkenntnisfortschritt und die Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse in die Anwendung. [FhG / dre]
Anbieter
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.Hansastraße 27 c
80686 München
Deutschland
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