18.10.2018

Baustart für Metallurgie-Technikum in Freiberg

Ausbau der Forschungen zur nach­haltigen Gewin­nung und zum Recyc­ling strate­gischer Wert­stoffe.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich feierte das Helm­holtz-Institut Freiberg für Ressourcen­techno­logie am 17. Oktober den Baustart für ein neues Tech­nikum. Damit baut das Institut, das zum Helm­holtz-Zentrum Dresden-Rossen­dorf gehört und eng mit der TU Berg­akademie Frei­berg koope­riert, seine Forschungen zur nach­haltigen Gewin­nung und zum Recyc­ling strate­gischer Wert­stoffe weiter aus. Der Frei­staat Sachsen finan­ziert den Neubau mit insge­samt 10,2 Milli­onen Euro. Das neue Tech­nikum wird den Forschern Raum und Möglich­keiten bieten, unter­schied­liche metallur­gische Prozesse praxis­nah mit­ein­ander zu kombi­nieren. Komplexe und digital ver­netzte Extrak­tions- und Rück­gewin­nungs­ver­fahren werden sich bis ins Detail analy­sieren lassen, und zwar vom Labor­experi­ment bis zur Praxis­reife.

Abb.: Setzten den ersten Spaten­stich (v.l.n.r.): Prof. Klaus-Dieter Barb­knecht, Dr. Jens Gutzmer, Prof. Markus Reuter, Dr. Eva-Maria Stange, Sven Krüger, Prof. Roland Sauer­brey. (Bild: D. Müller, HZDR)

„Die Forscher unseres Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcen­techno­logie treiben die Ent­wick­lung inno­va­tiver Techno­logien für eine nach­halti­gere, kreis­lauf­orien­tierte Nutzung von Roh­stoffen wesent­lich mit voran“, erklärte der Wissen­schaft­liche Direktor des HZDR, Roland Sauer­brey. „Dank des neuen Tech­nikums mit seinem breiten Spektrum an metallur­gischen Prozessen, die in Zukunft hier erforscht und unter reali­täts­nahen Bedin­gungen über­prüft werden können, wird das Institut seinen Ruf als ein führendes Zentrum im Bereich Ressourcen und Kreis­lauf­wirt­schaft national sowie inter­national festigen und aus­bauen können.“

Institutsdirektor Markus Reuter verwies darauf, dass Zukunfts­techno­logien, wie mobile Kommu­ni­ka­tion, E-Mobi­lität oder die Nutzung erneuer­barer Energien zu einem steigenden Ver­brauch an Roh­stoffen führen, für deren Gewin­nung große Mengen Energie und Material benötigt werden: „Die Kreis­lauf­wirt­schaft ist der viel­ver­spre­chendste Ansatz, um die ver­füg­baren Ressourcen und Energie optimal ein­zu­setzen. Die damit ver­bundenen Heraus­forde­rungen und Grenzen wollen wir in unserem neuen Tech­nikum umfassend erforschen.“ Die Effi­zienz metallur­gischer Prozesse zählt ebenso dazu wie ein Produkt­design, das von Beginn an Aspekte des Recyc­lings berück­sichtigt. „Ein wich­tiger Gesichts­punkt hierbei sind die maximal erreich­baren Rück­gewin­nungs­quoten für jedes ein­zelne Material“, so Reuter. „Mit der digi­talen Ver­netzung der metallur­gischen Ver­fahrens­schritte und der detail­lierten Model­lie­ung der Prozesse kommen im neuen Tech­nikum modernste metho­dische Ansätze unseres Forschungs­gebiets zum Tragen. Dadurch können wir den Material- und Energie­ver­brauch von neuen Techno­logien und Produkten quanti­tativ bewerten, was wichtig ist, um deren Nach­haltig­keit tat­säch­lich ein­zu­schätzen.“

Der Neubau des Technikums besteht aus einer zwölf Meter hohen Versuchs­halle und einem 15 Meter hohen Kopf­bau mit diversen Funktionsräumen. In der Versuchshalle werden auf 950 Quadratmetern Anlagen und Geräte für die gesamte Bandbreite metallurgischer Forschung, von der Pyro­metal­lurgie bis zur Hydro­metal­lurgie auf­ge­baut. Weitere 110 Quadrat­meter sind als Lager­fläche vor­ge­sehen. Die Forscher können mit Material­strömen zwischen einem und fünf­hundert Kilo­gramm experi­men­tieren – das ent­spricht etwa der Lücke zwischen Labor und Industrie­maßstab.

HZDR / RK

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