19.04.2007

Boom in Windkraftbranche

Der Boom in der deutschen Windkraftbranche dauert an. 2006 stieg der Umsatz mit in Deutschland hergestellten Windkraftanlagen und deren Bauteilen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Fünftel.

Hannover (dpa) - Der Boom in der deutschen Windkraftbranche dauert an und sorgt für Tausende neuer Stellen. 2006 stieg der Umsatz mit in Deutschland hergestellten Windkraftanlagen und deren Bauteilen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Fünftel auf sechs Milliarden Euro. Das teilte der Bundesverband WindEnergie (BWE) am Mittwoch auf der Hannover Messe mit. Grund war vor allem die starke Auslandsnachfrage. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche stieg um 8000 auf rund 74.000. In diesem Jahr rechnet der Verband mit einem Umsatzplus von mehr als zehn Prozent auf 6,7 Milliarden Euro und rund 7000 neuen Jobs.

Im Inland blieb die neu installierte Leistung vergleichsweise stabil. Im Ausland dagegen gibt es hohe Wachstumsraten, vor allem in Nordamerika und Asien. Die Exportquote der deutschen Windkraftbranche von derzeit 61 Prozent soll in den nächsten Jahren weiter steigen. Bisher erreiche die Windenergie weltweit erst einen Anteil von einem Prozent an der Stromversorgung, hieß es. Bis 2020 solle dieser Anteil auf 15 Prozent steigen.

In Deutschland hat die Windkraft derzeit einen Anteil von sechs Prozent an der Stromproduktion. BWE-Präsident Peter Ahmels sagte, bis 2020 sei ein Anteil von 20 Prozent möglich. Da die Zahl der Standorte begrenzt ist, setzt der Verband große Hoffnungen in die Modernisierung bestehender Anlagen. Dazu zählt auch, die Windräder höher zu bauen. Dies bringe mehr Leistung. Kritiker sehen durch Windkraftanlagen die Landschaft verschandelt.

In der Prognose des Verbandes nicht enthalten sind Windparks im Meer (Offshore). Diese gelten eigentlich als einer der künftigen Wachstumsträger der Branche, weil der Wind auf dem Meer häufiger und stärker als an Land weht. Allerdings ist in Deutschland entgegen früherer Planungen immer noch kein Offshore-Windpark in Betrieb. Als Gründe nannte der BWE die hohen technischen Anforderungen, den vergleichsweise kostspieligen Bau von Offshore-Windparks sowie das schwierige Genehmigungsverfahren. 2008 seien Testanlagen geplant, 2009 könnten dann erste Windparks im Meer in Betrieb gehen, hieß es. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland damit bei Offshore hinterher.

Als gegenwertiges Hauptproblem der Branche bezeichnete der BWE aber Verzögerungen bei der Anbindung der Windenergie an die Stromnetze. Der BWE wolle sich bei der anstehenden Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes dafür einsetzen, dass der Netzausbau beschleunigt werde.

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