Einsatz einer neuen Geothermie-Technologie am GFZ
Dänische Firma hat ihre Vakuum-Kreislauftechnologie weltweit zum ersten Mal am Geoforschungs-Standort Groß Schönebeck in Betrieb genommen.
Das dänische Geothermie-Unternehmen Green Therma hat seine neue Technologie – ein koaxiales geschlossenes Kreislaufsystem mit Vakuumisolierung – am Forschungsstandort des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Groß Schönebeck nördlich von Berlin weltweit erstmals unter realen geothermischen Bedingungen erfolgreich in Betrieb genommen.
Die Demonstration markiert einen wichtigen Schritt von der Installation zum Betrieb. Unter Nutzung eines einzigen bestehenden Bohrlochs zirkuliert nun Wasser durch das geschlossene Kreislaufsystem, die Vakuumdichtheit der DualVac™-Isolationstechnologie von Green Therma wurde nachgewiesen, und geothermische Wärme wird aus einer Tiefe von mehr als drei Kilometern mit Temperaturen an die Oberfläche gebracht, die für die direkte Nutzung geeignet sind.


Tiefe Geothermie verfügt über ein großes Potenzial als stabile, lokale Quelle erneuerbarer Energie, doch ihr Einsatz war bislang durch die Verfügbarkeit geeigneter unterirdischer Heißwasserreservoirs begrenzt. Das Heat4Ever™-System von Green Therma treibt die Technologie geschlossener Kreislaufsysteme zur Geothermienutzung einen Schritt weiter, indem es durch die Vakuum-Isolierung mehr Wärme bei höheren Temperaturen an die Oberfläche liefert. Dies könnte den Einsatzbereich der geothermischen Energienutzung erheblich erweitern und sie näher an Städte und Industriestandorte bringen, ohne auf unterirdische Heißwasserreservoirs angewiesen zu sein.
Das Herzstück der Technologie ist das vakuumisolierte Rohrsystem von Green Therma, das darauf ausgelegt ist, den Temperaturverlust zu minimieren, während die Wärme aus der Tiefe an die Oberfläche gelangt, ohne dass Formationswasser entnommen oder wieder eingeleitet werden muss: Kaltes Wasser wird in den äußeren Abschnitt des koaxialen Rohrs eingeleitet und erwärmt sich auf seinem Weg nach unten, bevor es durch den inneren Abschnitt des Rohrs wieder nach oben fließt. Dank der Vakuumisolierung zwischen Innen- und Außenrohr geht auf dem Rückweg nahezu kein Temperaturgewinn verloren. Was den Teststandort Groß Schönebeck betrifft, so beträgt die Gesteinstemperatur in einer Tiefe von mehr als drei Kilometer etwa 130 °C. Je nach Durchflussgeschwindigkeit erwärmt sich das eingeleitete Wasser im Rohr bei laufendem Betrieb auf etwa siebzig bis achtzig Grad, die es dann auch am Bohrloch-Kopf zur weiteren Nutzung hat.
Da das System nun in Betrieb ist, werden durch fortgesetzte Tests in Groß Schönebeck weitere Daten zur Langzeitleistung, Stabilität und zum Wärmeentnahmepotenzial unter verschiedenen Betriebsbedingungen gewonnen.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem GFZ an dessen geothermischem Forschungsstandort Groß Schönebeck nördlich von Berlin durchgeführt. Die Forschungsumgebung bietet die Infrastruktur und das wissenschaftliche Fachwissen, um neue geothermische Technologien unter realen unterirdischen Bedingungen zu erproben.
Green Therma setzt dies bereits im industriellen Maßstab um – im Rahmen eines Projekts, das in Zusammenarbeit mit Aalborg Forsyning in Dänemark entwickelt wurde. Es wird die Technologie von der Demonstrationsphase in den kommerziellen Betrieb überführen und im Rahmen eines dreißigjährigen Wärmeabnahmevertrags geothermische Wärme direkt in das lokale Fernwärmenetz einspeisen. Die Vorbereitungen laufen bereits, und die Bohrarbeiten werden Anfang 2027 beginnen. [GFZ / dre]
Anbieter
GFZ Helmholtz-Zentrum für GeoforschungTelegrafenberg
14473 Potsdam
Deutschland
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