19.10.2026

European XFEL baut neue Experimentierstation

Station zur Hochenergie-Röntgenstreuung erhöht Kapazität für Untersuchungen.

Blick von der Experimentierhalle in den Tunnel, aufgenommen durch ein Loch, das in die einen Meter dicke Abschirmwand gebohrt wurde
Quelle: European XFEL


European XFEL hat begonnen, eine achte wissenschaftliche Experimentierstation aufzubauen. Während der kürzlich durchgeführten langen Installations- und Wartungsphase wurden rund fünfhundert Meter Stahlvakuumröhren in einem der unterirdischen Tunnel der Anlage verlegt. Diese Röhren münden in die neue Experimentierstation zur Hochenergie-Röntgenstreuung (High Energy X-ray Scattering, kurz HXS).

eine dritte Strahlführung in einem Tunnel installiert (das Stahlrohr ganz...
Eine dritte Strahlführung wurde in einem Tunnel installiert (das Stahlrohr ganz rechts), die Lücken im Rohr waren für die Installation erforderlich und werden bis 2027 geschlossen
Quelle: European XFEL

Sie wird die dritte Experimentierstation sein, die von den SASE2-Undulatoren, einer von drei Lichtquellen des European XFEL, gespeist wird. Ein mit höchster Präzision polierter Siliziumspiegel soll Anfang nächsten Jahres installiert werden. Er wird die Röntgenpulse schnell zwischen der bestehenden Experimentierstation MID (Materials Imaging and Dynamics) und der neuen Experimentierstation umschalten können, sodass Experimente parallel stattfinden können. „Dadurch wird die Nutzung unserer harten Röntgenpulse weiter optimiert“, sagt Harald Sinn, Leiter der Abteilung Instrumentierung bei European XFEL. „HXS wird zudem bestehende Experimentierstationen ergänzen und neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen.“

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Kerstin Sonnabend • 4/2026 • Seite 22

Das Licht am Ende des Tunnels

Wissenschaftliche Experimente an der neuen Experimentierstation werden von den kürzesten Wellenlängen profitieren, die die SASE2-Undu­la­to­ren produzieren. Dieses besonders energiereiche Röntgenlicht ist beispielsweise geeignet für Experimente unter extremen Bedingungen in einer Diamant-Stempelzelle, die einen immensen Druck auf eine Probe ausübt. Für diese ist bisher die Experimentierstation HED (High Energy Density) vorgesehen, wo sie jedoch in Konkurrenz zu Untersuchungen mit anderen Methoden stehen. HXS wird zusätzliche Möglichkeiten bieten, den in Zusammenarbeit mit DESY und HZDR realisierten Aufbau für Experimente unter extremen Drücken weiter zu entwickeln. Das umfasst etwa die Materialforschung oder die Simulation von Zuständen, wie sie im Innern von Planeten herrschen. In der Vergangenheit haben Forschende damit unter anderem die Entstehung von Diamantregen auf Eisplaneten wie Neptun und Uranus untersucht.

Das erste Röntgenlaserlicht wird die HXS-Expe­ri­men­tier­sta­tion voraussichtlich Anfang 2027 erreichen. Während die Experimentierstation daraufhin weiter ausgestattet wird, werden die Forschenden bei European XFEL die Techniken zur Strahlteilung verfeinern und die Röntgenoptik und -Diagnostik sowie Detektoren für hohe Photonenenergien weiterentwickeln. Wie alle Experimentierstationen bei European XFEL wird auch HXS der Wissenschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Forschende können im Rahmen von Ausschreibungen voraussichtlich ab 2029 Forschungsprojekte für die Diamantstempelzelle bei HXS vorschlagen. [EuXFEL / dre]

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European X-Ray Free-Electron Laser Facility GmbH

Holzkoppel 4
22869 Schenefeld
Deutschland

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