08.01.2004

Fortsetzung der Streiks

Die Studentenproteste gegen Sparmaßnahmen an Universitäten reißen nicht ab. - Studenten dringen in die SPD-Zentrale ein.

Leipzig/Berlin (dpa) - Die Studentenproteste gegen Sparmaßnahmen an Universitäten reißen nicht ab. Studierende der Technischen (TU) und der Freien Universität (FU) Berlin beschlossen auf ihren Vollversammlungen am Mittwoch, die bereits zwei Monate dauernden Streiks fortzusetzen.

Im Anschluss demonstrierten rund 250 Studenten beider Hochschulen vor der SPD-Bundeszentrale. Etwa 50 von ihnen drangen in das Willy- Brandt-Haus ein, wie die Polizei mitteilte. Nach Rangeleien räumten Beamte das Gebäude am Abend. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten vorläufig fest. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt setzten unzufriedene Studierende ihre Proteste fort.

Studierende der Universität Leipzig entschieden auf ihrer Vollversammlung, dass der Streik zunächst bis zum 16. Januar dauern solle. Nach Angaben des Streikkomitees handelt es sich um einen «konstruktiven Streik», bei dem Alternativen zur Sparpolitik erarbeitet werden sollen. Einen Boykott von Vorlesungen und Seminaren soll es zunächst nicht geben. Universitätssprecher Volker Schulte sagte, der «kreative Streik» werde akzeptiert. Parallel zur Versammlung besetzten knapp 300 Studenten das Rektorat und forderten den Rücktritt von Rektor Franz Häuser.

In Sachsen-Anhalt nahmen nach rund drei Wochen Weihnachtsruhe Studenten ihre Proteste gegen die Hochschulreform und gegen Finanzkürzungen wieder auf. Den Auftakt bildete eine Protestaktion auf dem Magdeburger Domplatz: Studenten der Hochschule Magdeburg- Stendal befestigten vor dem Landtag eine Wäscheleine, an der Blätter eines von ihnen überarbeiteten Hochschulgesetzes hingen.

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