31.05.2019 • Plasma

Fusion Technology Award für Lutz Wegener

IPP-Ingenieur verantwortlich für erfolgreichen Aufbau und Erweiterung der weltweit größten Stellarator-Fusionsanlage.

Für heraus­ragende Beiträge zu For­schung und Entwick­lung in der Fusions­techno­logie wird Dr. Lutz Wegener vom Max-Planck-Institut für Plasma­physik (IPP) in Greifs­wald mit dem Fusion Techno­logy Award 2019 aus­ge­zei­chnet. Der Preis wird jähr­lich von der „Nuclear and Plasma Sciences Society“ des „Institute of Electrical and Electronics Engineers“ (IEEE) verlie­hen, einem welt­wei­ten Berufs­ver­band von Inge­nieu­ren mit über 420.000 Mit­gliedern.

Abb.: Dr. Lutz Wegener (Bild:IPP, Ben Peters)
Abb.: Dr. Lutz Wegener (Bild:IPP, Ben Peters)

Lutz Wegener erhält die Aus­zeich­nung in Aner­kennung seiner heraus­ragenden Leistungen beim Aufbau der Fusions­anlage Wendel­stein 7-X. Diese welt­weit größte Anlage vom Typ Stella­rator soll die Kraft­werks­eignung dieses Bautyps unter­suchen. Als Leiter der Montage­abteilung plante er ab 2001 zusam­men mit einem Team von 150 IPP-Mit­ar­beitern und exter­nem Personal den Aufbau der Forschungs­anlage, entwickelte das Montage­konzept sowie die dazu nötigen techno­logischen Lösungen und Werk­zeuge. Ab 2005 entstand Wendel­stein 7-X unter seiner Leitung. Zehn Jahre und weit über eine Million Arbeits­stunden später war die Anlage inner­halb der vor­gege­benen geringen Tole­ranzen fertig­gestellt und konnte in die Hände der Physiker über­gegeben werden. Sie profi­tieren bei ihren Experi­menten von einem Magnet­feld, das ledig­lich um ein Hundert­tausendstel von der berech­neten Soll­form abweicht, was hervor­ragende wissen­schaftliche Ergeb­nisse ermög­licht hat.

Während­dessen konzipierte Lutz Wegener bereits die von Ende 2018 bis 2020 geplante Auf­rüstung der Anlage: Die bisherige Grafit­ver­kleidung des Plasma­gefäßes wird an besonders belas­teten Stellen durch wasser­gekühlte Ober­flächen aus Kohlenstoff­faserverstärktem Kohlen­stoff ersetzt; ein kom­plexes System von Kühl­kreis­läufen mit Pumpen und Ver­teilern wird aufge­baut. Seine tech­nische Erfah­rung hat Lutz Wegener auch in andere Fusions­projekte einge­bracht, zum Beispiel in zahl­reiche Kon­struk­tions- und Montage-Begut­ach­tungen für den inter­natio­nalen Test­reaktor ITER.

Der mit 3000 US-Dollar dotierte Fusion Techno­logy Award wird wäh­rend des „Symposium on Fusion Engineering“ über­reicht, einer inter­natio­nalen Fusions­forschungs­konferenz, die vom 2. bis 6. Juni 2019 in Jackson­ville, USA, statt­finden wird.

IPP / LK

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