01.12.2003

Hyperdatenbank gesucht

IBM und die ETH Zürich forschen zukünftig gemeinsam an IT-Infrastrukturen für verteilte Anwendungsprozesse.



IBM und die ETH Zürich forschen zukünftig gemeinsam an IT-Infrastrukturen für verteilte Anwendungsprozesse.

Böblingen / Zürich – Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH Zürich) und das deutsche IBM Entwicklungszentrum Böblingen arbeiten zukünftig zusammen an der Erforschung von IT-Infrastrukturen, die für die Entwicklung und Ausführung verteilter Anwendungsprozesse benötigt werden. Die Kooperation soll neue Erkenntnisse über deren Skalierbarkeit und automatische Konfiguration liefern. IBM unterstützt das Forschungsprojekt mit einem Shared University Research (SUR) Grant, bestehend aus Hard- und Softwaretechnologie.

"Damit Unternehmen in der heutigen Zeit flexibel auf dynamische und unvorhersehbare Veränderungen der Geschäftsabläufe reagieren können, müssen IT-Infrastrukturen über Mechanismen für eine automatische Skalierbarkeit und Konfiguration verfügen", erklärt Hans-Ulrich Märki, General Manager IBM EMEA, die Notwendigkeit der Forschung. Heute werden Geschäftsprozesse eines Unternehmens über eine zentrale Workflow Engine koordiniert. Zukünftig soll neben der zentralen Koordination auch die dezentrale Verarbeitung zwischen betroffenen Geschäftspartnern möglich sein. Diese dafür notwendigen Peer-to-Peer Geschäftsprozesse sind ein wesentlicher Grundstein, um On-Demand-Computing zu realisieren und zum Beispiel IT-Ressourcen nach Bedarf zu nutzen. "Mit Professor Schek und seinem Team haben wir eine der weltweit führenden Forschungsgruppen für diese Aufgabe gewinnen können", so Märki.

"Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren in mehreren Projekten, u. a. im virtuellen Campus Projekt ETHWorld, an der Realisierung einer neuen Infrastruktur, die wir Hyperdatenbank nennen und die verteilte Anwendungen auf einem hohen Abstraktionsniveau erstellen und ausführen kann", so Hans-Jörg Schek, Leiter der Datenbankforschung an der ETH Zürich.

Die Forschungsgruppe an der ETH wird vor allem Leistungsanalysen und Vergleiche zwischen Grid-, Peer-to-Peer- (P2P) und Servicearchitekturen durchführen. Die ETH Zürich nutzt dafür den eigenen Forschungsprototyp OSIRIS, eine Infrastruktur für P2P Workflow-Abläufe, und das IBM Produkt WebSphere Process Choreographer.

IBM überreicht der ETH im Rahmen des Shared University Research Förderpreises zukunftsweisende Hard- und Softwaretechnologie, bestehend aus vier Hochleistungsrechnern IBM eServer xSeries, einem IBM eServer BladeCenter, einem IBM TotalStorage FAST900 Server, acht IBM ThinkPads T40, der Datenbanksoftware IBM DB2 sowie der Middleware IBM WebSphere Enterprise Edition und WebSphere Studio Application Developer Integration Edition.

Im Rahmen des Shared University Research (SUR) Program stellt IBM weltweit ausgewählten Hochschulen Hard- und Software zur Verfügung, um Forschungsprojekte von gemeinsamem Interesse zu unterstützen. Hierzu zählen beispielsweise Projekte aus den Bereichen Life Sciences, Grid Computing, Autonomic Computing und Deep Computing. Mit der Kooperation auf einem gemeinsamen Interessensgebiet soll der Wissenstransfer zwischen den jeweiligen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ausgebaut werden. IBM vergibt jährlich etwa fünf SUR Förderungspreise weltweit. Neben der Universität San Diego in den USA gehören in Europa zum Beispiel die Humboldt Universität Berlin und die Universität im britischen Oxford zu den Kooperationspartnern.

Quelle: IBM

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