16.09.2015

Japanischer Preis für deutschen Terahertz-Forscher

René Beigang von der TU Kaiserslautern mit Terahertz-Technologie-Preis ausgezeichnet.

Im Rahmen des International Symposium on Frontiers in Terahertz Technologies FTT 2015 in Hamamatsu wurde René Beigang von der TU Kaisers­lautern mit dem japanischen Terahertz-Technologie-Preis geehrt. Mit diesem Preis werden international herausragende Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Förderung der Terahertz-Technologie in Wissenschaft und industrieller Anwendung eingesetzt haben. Verliehen wird die bedeutende Anerkennung vom japanischen Terahertz-Technologie-Forum, das im Jahr 2003 gegründet wurde und sich für die Verbreitung und Nutzung der Terahertz-Technologie einsetzt. Im Abstand von drei Jahren wählt eine internationale Jury mit Mitgliedern aus USA, Japan, Korea und Deutschland den Preis­träger. Die internationale Ehrung wird nur international anerkannten Spitzen-Wissen­schaftlern mit großer Sichtbarkeit und heraus­ragender Reputation zuteil.

Abb.: Terahertz-Forscher René Beigang. (Bild: TU Kaiserslautern)

Die Terahertz-Technologie ist immer noch ein recht junges und heran­reifendes Beschäftigungs­feld der modernen Höchst­frequenz-Mess­technik. Terahertz-Wellen erschließen im elektro­magnetischen Spektrum einen Frequenz­bereich zwischen Mikro­wellen und Infrarot. Die energie­arme Strahlung kann, ähnlich wie Mikro­wellen, Papier, Holz, leichte Bekleidung, Kunststoff und Keramik problemlos durch­dringen. Zudem erzeugen Terahertz-Wellen, je nachdem, auf welche Stoffe sie treffen, charak­teristische Spektren, die sich mithilfe intelligenter Software schnell analysieren lassen. Damit lassen sich beispiels­weise Substanzen nicht-invasiv identi­fizieren, die von Textilien, Kunststoff- oder Karton-Verpackungen verdeckt werden, ohne diese vorher zu entfernen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil: Terahertz-Wellen sind nicht ionisierend und damit – im Gegensatz zur Röntgen­strahlung – für Menschen ungefährlich. Insbesondere letztere Eigen­schaft macht die Wellen für den Einsatz in vielen Anwendungen interessant. Doch zuvor sind noch einige Forschungs- und Entwicklungs­arbeiten nötig, wie sie auch an der TU Kaisers­lautern betrieben werden. Dabei zehrt das Kaisers­lauterer Team vor allem von den jahrzehnte­langen Forschungs­arbeiten der Arbeits­gruppe von Professor Beigang, der zum derzeitigen Stand der Terahertz-Technologie entscheidend beigetragen hat. Dafür wurde er nun auch mit dem japanischen Terahertz-Technologie-Preis 2015 geehrt.

Beigang forscht seit knapp zwanzig Jahren an der TU Kaisers­lautern auf dem Gebiet der Erzeugung und Anwendung von Terahertz-Wellen, sowohl die physikalischen Grundlagen betreffend als auch im Bereich der industriellen Anwendung. Er ist maßgeblich am Aufbau der Abteilung Material­charakterisierung und -prüfung des Fraunhofer IPM in Kaisers­lautern beteiligt mit dem Ziel, die Terahertz-Technologie zur endgültigen Industrie­reife zu führen.

TUK / RK

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