28.03.2023

Klares Wasser ohne Arzneimittelrückstände

Innovative Verfahren zeigen gutes Potenzial zur Wasserreinigung.

Jedes Jahr am 22. März erinnert der Welt­wassertag an die Bedeutung einer der wichtigsten Lebens­ressourcen. Unser Planet ist zu fast zwei Dritteln mit Wasser bedeckt, aber nicht einmal drei Prozent sind trinkbares Süßwasser. Täglich gelangen große Mengen an Chemikalien in unsere Gewässer und gefährden die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Neben Pflanzen­schutz­mitteln belasten auch Medikamenten­rückstände unser Trinkwasser. Das Leibniz-Institut für Plasma­forschung und Technologie (INP) hat technische Lösungen entwickelt, um Abwasser von solchen Schadstoffen zu reinigen.

 

Abb.: Eine verunreinigte Wasser­probe wird über eine Düse vernebelt und in...
Abb.: Eine verunreinigte Wasser­probe wird über eine Düse vernebelt und in eine di­elektrische Barrieren­entladung gesprüht, die zwischen zwei Lagen aus Metall und Keramik­stäben gezündet wird. (Bild: Leibniz-INP)

Nach Informationen des Umweltbundesamts wurden bereits mehr als 400 verschiedene Arznei­mittel­wirkstoffe, deren Zwischen- oder Transformations­produkte in der Umwelt nachgewiesen. Tier­arzneimittel landen über Gülle und Mist als Dünger auf unseren Äckern oder werden von Weidetieren ausgeschieden. Von dort gelangen sie in Gewässer und oberflächen­nahes Grundwasser. Humanarzneimittel erreichen über Abwasser die Kläranlagen, werden dort aber meist nicht entfernt.

Der Verband der forschenden Pharma­unternehmen vfa weist zwar auf die geringe Konzentration der im Wasser gefunden Arznei­mittel­rückstände hin. Zur Beseitigung dieser Rückstände wäre aber laut Verband die Erweiterung der derzeit im Einsatz befindlichen Klärtechnik eine Möglichkeit, damit Arzneistoffe nicht in Gewässer gelangen.

Juergen Kolb, Experte für Umwelt­technologien am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) erläutert den aktuellen Stand der Forschung: „Wir kombinieren klassische physikalische Verfahren zur Abwasser­reinigung mit neuen Technologien wie Ultraschall, gepulsten elektrischen Feldern und Plasma­technologie. Hierdurch können wir chemische Verbindungen wie Medikamenten­rückstände, aber auch andere vom Menschen verursachte Verunreinigungen aufspalten und in unbedenkliche Stoffe umwandeln.“

Ihr Potenzial haben diese Verfahren in verschiedenen INP-Forschungs­projekten bereits bewiesen. Gegenwärtig werden die Ansätze in praxisrelevante Umgebungen überführt. „Unser Ansatz sind derzeit mobile Anlagen, die beispielsweise in Kranken­häusern eingesetzt werden können, wo die Wasserbelastung mit Arznei­mittel­rückständen besonders hoch ist. Gerade mit Blick auf die steigende Zahl an Antibiotika-resistenten Mikro­organismen sehen wir hier akuten Handlungsbedarf“, ergänzt Kolb. Auch für kommunale Kläranlagen eignen sich die Technologien als vierte Reinigungsstufe.

Den Weltwassertag haben die Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Accelerating Change“, also den Wandel beschleunigen. Weltweit finden an diesem Tag Aktionen statt, die auf die lebenswichtige Bedeutung von Wasser hinweisen und Initiativen für sauberes Wasser und den sorgsamen Umgang mit der Ressource unterstützen.

Leibniz-INP / DE

 

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