18.07.2018

Kooperation für Quantencomputing

Neuer IBM Q Hub an der Universität der Bundeswehr München.

Die Universität der Bundeswehr München und IBM unterzeichneten heute einen Kooperations­vertrag zur Gründung eines IBM Q Hubs in München – dem ersten Hub in Deutschland und zweiten in Europa. Dieser neue, am Forschungs­institut Cyber Defence CODE der Hochschule angesiedelte „Knoten­punkt“ ist Teil des IBM Q Networks, einem welt­weiten Verbund von Forschungs­zentren, Universitäten und Unternehmen zur Erforschung der Quanten­computing-Technologie und zur Entwicklung der ersten praktischen Einsatz­möglichkeiten für Industrie und Wissenschaft.


Abb.: Rechenzentrum von IBM Q am Thomas J. Watson Research Center in Yorktown Heights, New York (Bild: C. Zhou)

Der IBM Q Hub München wird ein Kooperations­programm gründen, das es dem Netzwerk angeschlossenen Industrie­partnern und Forschungs­einrichtungen ermöglicht, gemeinsam an der Entwicklungs­arbeit zur Erforschung von Quanten­computern zu arbeiten. Die Universität der Bundeswehr München wird den Zugang zu den IBM Q Systemen außerdem für die wissenschaftliche Forschung und Ausbildung mit Schwer­punkten in Software­entwicklung für Quanten­computer, Big Data Analytics, Deep Learning sowie Verkehrs­optimierung und Quantum-Safe-Kryptographie nutzen.

Dank der großen Fortschritte in der Quanten­technologie ist es nun an der Zeit, ihren Nutzen für die viel­versprechendsten Anwendungs­felder näher zu untersuchen, wie z.B. in der Material­wissenschaft, für natur­wissenschaftliche Simulationen in Chemie und Biologie oder Optimierungs­modelle für wirtschaftliche Abläufe. Das IBM Q Network bietet seit Ende letzten Jahres weltweit Unternehmen und Forschungs­einrichtungen Fach­kompetenz und Ressourcen zum Thema Quanten­computer­technologie sowie Zugänge über die Cloud zu den Quanten­computer­systemen von IBM an. Innerhalb des Netz­werks bilden die „Hubs“ regionale Zentren für Lehre, Forschung und Weiter­entwicklung der Technologie. Sie sind damit entscheidend für die notwendigen, Industrie­kooperationen, die Ausbildung sowie den Einsatz von Quanten­computer­technologie im industriellen wie auch im akademischen Umfeld.

Als Standort des IBM Q Hubs in München hat das Forschungs­institut CODE Zugang zu den derzeit fortschrittlichsten und skalier­barsten Quanten­computer­systemen weltweit: Aktuell ein Zwanzig-Qubit IBM Quanten­computer sowie ein System aus fünfzig Qubits, das in der nächsten Generation von IBM Q-Systemen verfügbar sein wird.

„Um bis zur Marktreife und zum flächen­deckenden Einsatz von Quanten­computern eine fundierte Expertise am Forschungs­institut CODE aufzubauen, ist es unabdingbar, schon jetzt Zugriff auf die aktuell leistungs­fähigsten Quanten­computer zu erhalten,“ sagte Gabi Dreo, leitende Direktorin am Forschungs­institut CODE.

„Mit seiner Forschung wird der IBM Q Hub München an der Universität der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag zum weiteren Wachstum eines Quanten­computer-Ökosystems leisten,“ sagte Walter Riess, Leiter IBM Q in Europa. „Solche Hubs sind essentiell für die Identifikation und Entwicklung praktischer Anwendungs­bereiche dieser neuen, für Industrie und Wissenschaft gleicher­maßen wichtigen Technologie.“

IBM bietet außerdem eine Open-Source-Quanten­software und -Entwickler­werkzeuge an, zu denen auch die öffentlich zugängliche IBM Q Experience mit 5 Qubit- und 16 Qubit-Systemen sowie der Quanten­informatik-Science-Kit QISKit gehören, mit dem Anwender Quanten­computer­programme entwickeln und ausführen können.

Der IBM Q Hub München ist ab sofort eine zentrale Anlaufstelle für weitere Unternehmen und Forschungs­einrichtungen, die IBMs Quanten­computer-Systeme nutzen möchten. Als Teil dieses Programms, wird das Forschungs­institut CODE sowohl mit Partnern aus der Wirtschaft und der Zentral­stelle für Informations­technik im Sicherheits­bereich (ZITiS) kooperieren als auch im europäischen Kontext mit der Europäischen Agentur für Netz- und Informations­sicherheit (ENISA). Zusätzlich plant das Forschungs­institut, vor allem Partner aus dem wissenschaftlichen Bereich in den IBM Q Hub München an der Universität der Bundeswehr München mit aufzunehmen.

Die Universität der Bundeswehr ist der jüngste universitäre Hub, der dem IBM Q Netzwerk beitritt. Zum Netzwerk gehören bereits die Universitäten in Oxford (UK), Keio (Japan), North Carolina State University (USA) und die University of Melbourne (Australien). Weitere IBM Q Hubs sind IBM Research in den U.S.A. und der Schweiz sowie das Oak Ridge National Lab in den Vereinigten Staaten.

U. d. Bundeswehr / DE

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