30.08.2018

Mikroskopietechniken zeigen die Dynamiken des Lebens

70. Mosbacher Kolloquium: High-reso­lu­tion Imaging of Cells and Mole­cules.

Seit der Erfindung der ersten Mikroskope gehören bild­gebende Ver­fahren zu den Schlüssel­tech­niken der Bio­logie und angren­zender Wissen­schafts­bereiche. Sie ermög­lichen es, die Vor­gänge und Struk­turen sich­tbar zu machen, die die Grund­bau­steine jeden Lebens bilden. Das 70. Mosbacher Kollo­quium im April 2019 widmet sich ganz der Anwen­dung der Mikro­skopie­tech­niken, die es ermög­lichen, die Dyna­miken des Lebens, von einem ein­zelnen Molekül bis hin zu einem voll­stän­digen Orga­nismus, abzu­bilden und visuell greif­bar zu machen. Wissen­schaft­liche Organi­sa­toren sind Prof. Stefan Jakobs (MPI für bio­physi­ka­lische Chemie, Göttingen) und Prof. Stefan Raunser (MPI für mole­kulare Physio­logie, Dortmund).

Abb.: Plakat zum 70. Mosbacher Kollo­quium der GBM. (Bild: GBM)

Vor allem die hochauflösende Lichtmikroskopie und die Kryo-Elektronen­mikro­skopie haben in den ver­gan­genen Jahren die Grenzen des Sicht­baren so weit voran­ge­trieben, dass sich das Anwen­dungs­spektrum dieser Tech­niken enorm ver­breitert und neue Forschungs­rich­tungen ermög­licht hat. So ist es heute möglich, nicht nur die Struktur von ein­zelnen Proteinen mit Hilfe der Kryo-Elektronen­mikro­skopie auf­zu­klären, sondern auch deren genaue Ver­tei­lung in der Zelle mit Hilfe der hoch­auf­lösenden Licht­mikro­skopie zu bestimmen. Andere Ver­fahren wie die Licht­blatt-Mikro­skopie ermög­lichen es, die Ent­wick­lung ganze Orga­nismen mit sub­zellu­lärer Auf­lösung zu ver­folgen. Die während der ver­gan­genen Jahre ent­wickelten korre­la­tiven Ver­fahren ver­binden die Licht- mit der Elek­tronen­mikro­skopie und erweitern dadurch das Anwen­dungs­spektrum um ein Viel­faches.

Nach vielen Jahren technischer Entwicklung sind sowohl die kryo­elek­tronen­mikro­skopischen als auch die hoch­auf­lösenden Tech­niken weit­gehend aus­ge­reift und viel­fach ver­fügbar. Damit sind diese Ver­fahren nicht mehr aus­schließ­lich nur für auf diese Ver­fahren spezia­li­sierte Forschungs­gruppen zugäng­lich, sondern stehen sehr vielen Forschern in unter­schied­lichen Wissen­schafts­gebieten zur Ver­fügung.

Das 70. Mosbacher Kolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Mole­kular­bio­logie zielt darauf, die beiden bisher eher getrennten Felder der Licht- und Elek­tronen­mikro­skopie weiter zusammen­zu­führen und neue Synergien und Anwen­dungs­bereiche zu disku­tieren. Es ist den Organi­sa­toren gelungen, hoch­karätige Experten aus aller Welt zu gewinnen, die sich nicht nur der Weiter­ent­wick­lung der Methoden ver­schrieben haben, sondern diese auch aktiv nutzen und voran­treiben, um spezi­fische bio­lo­gische Frage­stel­lungen zu beant­worten. Darüber hinaus werden auch viel­ver­sprechende Nach­wuchs­forscher die Gelegen­heit bekommen, ihre Arbeiten einem inter­natio­nalen Publikum vor­zu­stellen. Zwei Höhe­punkte dieser Ver­anstal­tung werden die Feodor-Lynen-Ehren­vor­le­sung von Prof. Werner Kühl­brandt sowie die Ver­leihung des Eduard-Buchner-Preises an Prof. Irmgard Sinnig sein. Das 70. Mosbacher Kollo­quium findet vom 4. bis zum 6. April 2019 in Mosbach/Baden statt.

GBM / RK

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