04.06.2018

Neue Solar-Strategie gefordert

Deutsche Solarindustrie wirbt mit offenem Brief um Nachhaltigkeitskriterien bei PV-Ausschreibungen.

Mehr als dreißig international tätige Unternehmen und Forschungs­einrichtungen fordern in einem offenen Brief an die Bundes­regierung eine industrie­politische Strategie für die Solar­industrie in Deutschland. Es bedürfe „einer gemeinsamen Anstrengung von Politik, Wirtschaft und Forschung, um Investitionen in Forschung und Entwicklung zu unterstützen und gleich­zeitig die Nach­frage nach besonders nach­haltigen Solar­produkten zu fördern“, so die Unter­zeichner des an das Bundes­wirtschafts­ministerium gerichteten Schreibens.

Die Unternehmen aus den Bereichen Maschinen­bau, Material­herstellung und Solarzell- und Modul­produktion betonen, dass die deutsche Industrie zwar technologisch führend sei, in Deutschland aber eine industrie­politische Strategie fehle, um sie im Land zu halten und aus­zubauen. Statt­dessen müssten immer mehr Solar­hersteller in Deutsch­land ihre Produktion einstellen, während in Deutsch­land in den vergangenen Jahren über 25 Milliarden Euro für den Import von Solar­modulen ausgegeben worden seien. Dies habe nicht nur fatale Folgen für die heimische Industrie mit rund 15.000 Beschäftigten, sondern auch für die Umwelt­bilanz der Energie­wende. Denn Umwelt-, Sozial- und Qualitäts­auflagen, an die sich die deutschen Unter­nehmen selbst­verständlich halten müssten, gälten für importierte Produkte nicht.

Für die von der Regierungs­koalition geplanten Sonder­ausschreibungen für Photo­voltaik-Anlagen fordern die Firmen und Forschungs­institute daher die Einführung von Nach­haltigkeits­kriterien. Beispiel­haft sei Frankreich hier bereits vor fünf Jahren voran gegangen. Bei vergleich­baren Installations­zahlen wie in Deutsch­land stelle die französische Regelung sicher, dass klima­freundlichere Produkte dort einen Vorteil bei Solar­ausschreibungen erhalten.

Zusätzlich fordern die produzierenden Solar­unternehmen den Ausbau der Technologie­plattform Photo­voltaik durch stärkere Vernetzung von Instituten und Unter­nehmen und die Etablierung einer Forschungs­fabrik in Analogie zur Mikro­elektronik. Durch stärkere Kooperation auf europäischer Ebene, beispiels­weise von Unter­nehmen aus Deutsch­land und Frank­reich, sei auch ein „solares Airbus-Projekt“ denkbar, wie es Bundes­wirtschafts­minister Alt­maier bereits in seiner Zeit als Umwelt­minister vor fünf Jahren vorgeschlagen hatte.

Fh.-ISE / DE

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