12.12.2023

Neues Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung

In Jena entsteht ein Leibniz-Zentrum für lichtbasierte Lösungen im Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Lichtbasierte Technologien bieten ein enormes Potenzial, Infektionskrankheiten zu bekämpfen und künftige Pandemien besser zu bewältigen. Bis aus den Erkenntnissen im Labor ein neues Medikament wird, vergeht jedoch viel Zeit. Mit dem Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung entsteht in Jena eine Forschungsinfrastruktur, die diese Lücke schließen soll, sodass Ergebnisse aus der Forschung schneller bei den Menschen ankommen.

Abb.: Information über den Stand beim Aufbau der neuen Infrastruktur für die...
Abb.: LPI-Sprecher Prof. Dr. Jürgen Popp (2. v. r.) mit BMBF-Staatssekretärin Prof. Dr. Sabine Döring (4. v. r.) und Minister Wolfgang Tiefensee (3. v. r.) im LPI-Labor in der Medizinischen Mikrobiologie am Universitätsklinikum Jena.
Quelle: M. Szabó, UKJ

Technologische Verfahren, die Licht als Werkzeug nutzen, könnten die Diagnostik von Infektionskrankheiten grundlegend transformieren. Sie messen schnell, empfindlich und berührungslos. In Kombination mit künstlicher Intelligenz verschaffen sie damit einen entscheidenden Zeitvorteil in der Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen und ermöglichen passgenaue Therapien.

Um die Entwicklung dieser photonischen Verfahren voranzutreiben, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung LPI in Jena eine Infrastruktur bereit, in der die Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte — der Weg vom Labor ans Klinikbett — von Anfang an mitgedacht und in einer standardisierten Prozesskette vorangetrieben wird. Auf den Weg gebracht wird das LPI von den Leibniz-Instituten für photonische Technologien sowie für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie, der Friedrich-Schiller-Universität und dem Universitätsklinikum Jena.

Das LPI ist mehr als ein Forschungsinstitut. Als One-Stop-Agency bündelt es Forschung, Technologieentwicklung sowie den klinischen Alltag und stellt damit eine Infrastruktur bereit, in der alle für eine Produktentwicklung notwendigen Schritte ineinandergreifen – von der Validierung an Patientenproben bis hin zur Unterstützung beim Produktdesign und der Kleinserienproduktion. Die Einrichtung steht der nationalen wie internationalen Wissenschaftsgemeinde offen und wird auch kleinen und mittelständischen Unternehmen und Start-Ups ermöglichen, schneller zu validen Ergebnissen zu kommen. Industrie und Behörden werden von vornherein für einen reibungslosen Markteintritt neuer Diagnoseverfahren und Therapieansätze eingebunden.

„Das LPI setzt dort an, wo vielversprechende Ergebnisse aus Forschung und Technologieentwicklung häufig zu scheitern drohen: auf dem Weg vom Labor in die medizinische Versorgung“, erläutert Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-IPHT und Sprecher des LPI. „Das LPI leistet Pionierarbeit: für bessere Vorsorgemaßnahmen und Therapien für Patientinnen und Patienten — und für eine grundlegende Veränderung des Transfers von Wissen aus der Forschung in die Gesellschaft. Mit seiner weltweit einmaligen Infrastruktur kann das LPI zu einem Leuchtturmprojekt für die Infektionsforschung werden, dessen Ansatz sich auf weitere wissenschaftliche und medizinische Anwendungsbereiche übertragen lässt.“

Entscheidend für den Erfolg des ganzheitlichen Konzepts ist die enge Anbindung des LPI an das Universitätsklinikum Jena. Ausgestattet mit S2-/S3-Sicherheitslaboren, wird das LPI-Gebäude auf dem Gelände des UKJ Nutzern den Zugang zu den neuesten Innovationen in der Photonik sowie den modernsten kommerziellen optischen und molekularen Technologien ermöglichen.

Parallel zum Aufbau der technologischen Infrastruktur und der Etablierung neuartiger spektraloptischer, bildgebender Technologien und chipbasierter Methoden werden derzeit die Management- und Governance-Strukturen des LPI geschaffen sowie die Vorplanungen für den Bau vorangetrieben. Bauherr ist das Universitätsklinikum.

LIPT / RK


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