12.01.2011

Plancks erstes Jahr

Wissenschaftler der Satellitenmission „Planck“ präsentieren die ersten Ergebnisse.

Planck´s erstes Jahr

Wissenschaftler der Satellitenmission „Planck“ präsentieren die ersten Ergebnisse.

In seinem ersten Betriebsjahr hat der Satellit „Planck Surveyor“ eine reiche Ernte eingefahren: einen Katalog von 15.000 Himmelsobjekten wie Galaxienhaufen, Quasare, Radiogalaxien, Nachbargalaxien und galaktische Staubwolken sowie die bisher genaueste Vermessung des fernen Infrarothintergrundes, der die Sternenbildung im frühen Universum anzeigt. Der Katalog ist das Ergebnis der von Planck durchgeführten ständigen Abtastung des gesamten Himmels im Millimeter- und Submillimeterwellenlängenbereich. Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse der Planck-Mission, die zusammen mit dem Katalog auf einer Pressekonferenz in Paris vorgestellt wurden, konzentrieren sich auf die kältesten Objekte im Universum, die in unserer Galaxie und bis in die weiten Fernen des Weltalls anzutreffen sind. „Dies ist ein wichtiger Moment für Planck. Bis jetzt drehte sich alles um das Sammeln von Daten und das Aufzeigen ihres Potenzials. Jetzt endlich beginnen die Entdeckungen“, so Jan Tauber, ESA-Projektwissenschaftler für Planck.

Abb.: Die 15.000 Objekte des Katalogs sind in galaktische (grün) und extragalaktische Quellen (gelb) aufgeteilt. Erstere sind im Wesentlichen kompakte Staubwolken, letztere vornehmlich Radiogalaxien und Galaxien mit starker Wärmestrahlung, die von Staub ausgesendet wird. Der gelbe Fleck rechts unten ist die Große Magellansche Wolke, eine Zwerggalaxie im Orbit um die Milchstraße. (Bild: ESA / Planck Collaboration)

Durch Messungen in Wellenlängenbereich zwischen Infrarotstrahlung und Radiowellen ist Planck in der Lage, Informationen über die Phase in der Geschichte des Universums zu sammeln, in dem sich die Galaxien zusammenfügten. So fanden die Wissenschaftler beispielsweise Beweise für vor Milliarden von Jahren in Staub gehüllte Galaxienpopulation, die 10 bis 1 000 Mal schneller Sterne bildete, als dies heute in unserer Galaxie der Fall ist.

Die vorgestellten Ergebnisse betreffen im Wesentlichen allerdings noch astrophysikalische Nebenprodukte der Mission. Die Veröffentlichung der Daten zum Primärziel von Planck – nämlich die exakte Kartierung des kosmischen Mikrowellenhintergrunds und den daraus erwarteten detaillierten Schlussfolgerungen über Alter, Struktur und Zusammensetzung des Universums sowie Einsichten in seinen Ursprung – werden für Anfang 2013 erwartet. Bis dahin müssen die Forscher die Störeffekte aus dem All, aber auch diejenigen der Instrumente, noch genauer verstehen.

MPG / ESA / MH

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