05.08.2008

Privates Glück geht vor Karriere

Das private Glück ist Studenten heute wichtiger als die berufliche Karriere. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hochschul-Informationssystems (HIS) in Zusammenarbeit mit dem Magazin «Zeit Campus».

Privates Glück geht vor Karriere

Hamburg (dpa) - Das private Glück ist Studenten heute wichtiger als die berufliche Karriere. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hochschul-Informationssystems (HIS) in Zusammenarbeit mit dem Magazin «Zeit Campus». Berufsbezogene Ziele wie «eine leitende Funktion übernehmen oder «in fachlicher Hinsicht Überdurchschnittliches leisten» seien nicht mehr so wichtig wie bei der letzten Erhebung vor sechs Jahren, sagte HIS-Projektleiterin Janka Willige am Dienstag in Hamburg. Berufliche Ziele hätten nur noch für 47 Prozent (minus 10 Prozentpunkte) der 6000 befragten Studierenden Priorität, Familie und Partnerschaft dagegen für 72 Prozent (plus 5 Prozentpunkte).

Deutlich abgenommen hat nach dem Ergebnis der Online-Befragung aber auch das Engagement für gesellschaftliche Ziele, wie «mich für andere Menschen einsetzen». Hatten sich für dieses Ziel 2002 noch 63 Prozent «sehr stark gesetzt», waren es 2008 nur noch 46 Prozent. Politisch stark engagieren wollen sich sogar nur noch 14 Prozent der Studenten, 62 Prozent lehnen politisches Engagement inzwischen gänzlich ab. Am wenigsten Veränderung habe es bei dem Wunsch gegeben, «das Leben zu genießen», sagte Willige. Strebten vor sechs Jahren 82 Prozent der Studierenden danach, seien es heute 80 Prozent.

Die Berufsaussichten werden von Studenten in Deutschland heute deutlich positiver eingeschätzt als noch vor zwei Jahren, betonte «Campus»-Chefredakteur Manuel Hartung. Damals hätten lediglich 53 Prozent die Berufsaussichten als gut oder sehr gut beurteilt, 2008 seien es mit 71 Prozent deutlich mehr. Besonders die Naturwissenschaftler und die angehenden Ingenieure seien zuversichtlich. Sehr zufrieden mit dem Leben ist nach der HIS-Umfrage der weitaus größte Anteil der Studenten (64 Prozent) - vor allem mit dem persönlichen Umfeld. Deutlich negativer wird die finanzielle Situation gesehen.

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