26.01.2026

Neue Heisenberg-Professur für Teilchenphysik und deren Simulation

Gruppe von Frank Sie­gert an der TU Dres­den wid­met sich der prä­zi­sen the­o­re­ti­schen Vor­her­sa­ge von Teil­chen­kol­li­si­o­nen am LHC.

Am Institut für Kern- und Teilchenphysik (IKTP) der TU Dresden hat Frank Siegert zum 1. Dezember 2025 die Heisenberg-Professur für Teilchenphysik und deren Simulation angetreten. Er widmet sich mit seiner Gruppe der präzisen theoretischen Vorhersage von Teilchenkollisionen, wie sie am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf experimentell untersucht werden.

An Experimenten des Large Hadron Collider wurde bei solchen Untersuchungen im Jahr 2012 die Existenz des Higgs-Boson entdeckt, einem bis dahin nur theoretisch postulierten letzten fehlenden Baustein im Standardmodell der Teilchenphysik. Seitdem werden die Eigenschaften dieses Teilchens und der damit zusammenhängenden Theorie unter die Lupe genommen und auch nach Abweichungen vom Standardmodell gesucht. Für all diese experimentellen Untersuchungen sind theoretische Vorhersagen eine wesentliche Grundlage.

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Aaron D. Ratschow und Ilia V. Roisman • 12/2025 • Seite 17

Tropfen mit Charakter

“Mit unseren theoretischen Simulationsmethoden möchten wir ein sowohl akkurates als auch realistisches Abbild dessen erzeugen, was die Natur in Teilchenkollisionen bei höchsten Energien produziert”, erklärt Siegert. “Nur auf dieser Basis können wir experimentelle Analysen zuverlässig entwerfen und Hypothesen für grundlegend neue Modelle der Physik jenseits des Standardmodells testen.” In der Teilchenphysik profitiert auch umgekehrt die theoretische Simulation von existierenden experimentellen Befunden, vor allem in Bereichen, wo die theoretischen Rechnungen unzuverlässig sind und durch experimentelle Daten verbessert werden müssen. Siegert: “Deshalb sind wir auch aktiv am ATLAS-Experiment beteiligt, einem der großen Detektoren am LHC. Doktorandinnen und Doktoranden meiner Gruppe arbeiten interdisziplinär sowohl auf der experimentellen als auch der theoretischen Seite, um diese Schnittstelle weiterzuentwickeln.”

“Die Heisenberg-Förderung ermöglicht es mir, dieses außergewöhnliche Forschungsprofil zu verstetigen und mich weiterhin aktiv in der Lehre der Fakultät Physik zu engagieren”, freut sich Frank Siegert. Auch der Direktor des Instituts für Kern- und Teilchenphysik begrüßt die Berufung: “Dadurch erhält die Teilchenphysik in unserem Institut eine tolle Perspektive und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit”, betont Dominik Stöckinger.

Frank Siegert studierte Physik in Dresden und promovierte 2010 an der Durham University (UK) auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Universität Freiburg bewarb er sich erfolgreich um eine Emmy-Noether-Gruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die er am Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden ansiedelte. Seit 2021 vertrat er die Professur für Teilchenphysik, bevor er nun in das Heisenberg-Programm der DFG aufgenommen wurde. [TU Dresden / dre]

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