25.11.2025

Quantenprozessoren Jade und Ruby eingeweiht

Meilenstein für Europas hybride Hochleistungsrechen- und Quantum-Infrastruktur am Forschungszentrum Jülich und in Paris.

Das europäische Projekt High-Performance Computing and Quantum Simulator hybrid (HPCQS) hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Mit der Einweihung der beiden Quantenprozessoren von Pasqal, Jade und Ruby, die am Forschungszentrums Jülich (FZJ) und am Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) installiert sind, gelingt erstmals die erfolgreiche Integration dieser neuen Generation von Quantenrechnern in bestehende Hochleistungsrechner (HPC)-Umgebungen.

Quantenprozessor Jade
Quantenprozessor Jade
Quelle: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Möglich wurde dies durch das EuroHPC Joint Under­taking – ein entscheidender Schritt hin zu einer prakti­schen Nutzung von Quanten­compu­ting als Bestand­teil der wissen­schaft­lichen und indus­tri­ellen Rechen­land­schaft Europas. Damit erfüllt das Projekt auch ein Ziel des Digital Compass 2030 der Europä­ischen Kom­mis­sion: Bis 2025 soll Europa seinen ersten Com­puter mit Quanten­beschleu­nigung in Betrieb nehmen und damit die Grund­lage schaffen, bis 2030 eine führende Rolle im Bereich der Quanten­fähig­keiten einzu­nehmen.

Am 13. November wurden die Quanten­prozessoren Jade und Ruby im Rahmen einer gemein­samen Dreifach-Veran­stal­tung im FZJ, im CEA und bei der Europä­ischen Kom­mis­sion gemein­sam einge­weiht – ein Symbol für die enge europä­ische Zusammen­arbeit im Projekt. Dabei wurden die Quanten Prozes­soren, die im Jülich Super Compu­ting Centre (JSC) bezie­hungs­weise im Très Grand Centre de Calcul (TGCC) in Paris stehen, vorge­stellt.

Die Quantenprozessoren (QPUs) wurden vom franzö­sischen Unter­nehmen Pasqal vorge­fertigt, und anschließend in die Rechen­zentren von CEA und FZJ inte­griert. Da die QPUs nur Standard­res­sourcen wie Strom, Netz­werk und Kühl­wasser benö­tigen, sind sie voll­ständig mit den beste­henden HPC-Umge­bungen kompa­tibel.

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Pasqals Technologie basiert auf Arrays neutraler Atome, die mit­hilfe von Lasern in program­mierbaren Geome­trien für Quanten­operationen gefangen und manipu­liert werden. Diese Systeme arbeiten bei Raum­temperatur und mit geringem Strom­verbrauch, was sie besonders robust und skalierbar macht. Durch die Kombination von optischer Präzision und natürlich identi­schen Atomen entsteht eine einzig­artige Plattform, die für Quanten­computing im industri­ellen Maßstab ausgelegt ist.

Neben der Hardware steht daher die nahtlose Verbindung zwischen Quanten- und klassischer Techno­logie im Mittelpunkt. Durch hybride Ansätze, also die Verbindung von Quanten­computern mit Super­computern, und die Integration von künst­licher Intelli­genz können komplexe Frage­stellungen auf völlig neue Weise adressiert werden. Jade, der 100-Qubit-Quanten­simulator der französischen Firma Pasqal, und der Jülicher Super­computer JURECA bilden ein solches Hybrid­system. Die Verknüpfung der beiden Rechnertypen erfolgt in Jülich über die „JUelicher Nutzer-Infra­struktur für Quanten­computing“ JUNIQ.

JUNIQ bietet Wissenschaft und Wirtschaft einen Zugang zu einer Vielzahl von Quanten­systemen in unter­schied­lichen Entwicklungs­stufen: von hochmodernen kommer­ziellen Systemen wie dem D-Wave-Quanten­annealer über Quanten­simulatoren wie JADE bis hin zu kontinu­ierlich optimierten, experimen­tellen Quanten­computern von Projekten wie QSolid und OpenSuperQPlus.

Die Quantenprozessoren sind direkt in die HPC-Umgebung eingebunden, und lassen sich über gängige Workload-Management-Systeme wie SLURM ansteuern – Forschende können also hybride Quanten- und klassische Berechnungen mit vertrauten Befehlen steuern. So wird Quanten­rechnen zu einer natürlichen Erweiterung der klassi­schen HPC-Infra­struktur.

Das Konsortium hat einen speziellen HPC-Quantum-Computing-Software-Stack entwickelt, der auf industri­ellen und Open-Source-Software­komponenten basiert, darunter Eviden Qaptiva, ParTecs ParaStation Modulo, Slurm und das Pasqal SDK. Der Software-Stack ist mit den Platt­formen Qaptiva und myQLM von Eviden kompatibel und unter­stützt Anwendungen in den Bereichen Optimierung, Simulation und maschinelles Lernen. Durch die Über­brückung der Kluft zwischen Quanten­physik und realer Berechnung ermöglicht die HPCQS-Infra­struktur die direkte Einbettung von Quanten­ressourcen in indus­trielle Arbeits­abläufe. [FZ Jülich / dre]

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