21.10.2019

Rheuma-Früherkennung mit Fluoreszenz

Neu entwickelte Fußkamera kann auch diabetische Erkrankungen sichtbar machen.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und der Medizinproduktehersteller Xiralite GmbH haben eine Fußkamera entwickelt, die die Blutzirkulation innerhalb des Vorderfußes sichtbar machen soll und so Ärzten dabei hilft, rheumatische Erkrankungen schneller zu diagnostizieren. Denn es gilt: Je zügiger Diagnose und Therapie stattfinden, desto eher können bleibende Schäden an Gelenken und Knochen vermieden werden.
 

Abb.: Der künstliche Fuß links zeigt natürlich keine Rheumaherde. Doch...
Abb.: Der künstliche Fuß links zeigt natürlich keine Rheumaherde. Doch sobald die klinische Erprobung beginnt, sind Bilder zu erwarten, wie sie der Handscanner (rechts) bereits erzeugt. (Bild: PTB)

Rheuma gilt als Volkskrankheit, die jeden treffen kann. Genau genommen ist Rheuma ein Sammelbegriff für zahlreiche unterschiedliche Krankheiten der Bewegungs­organe. Zu den verbreitetsten gehören die rheumatoide Arthritis und Arthrosen. Mehr als eine Million Deutsche sind davon betroffen. 

Um ihnen zu helfen, haben die PTB und die Xiralite GmbH eine Fußkamera entwickelt, die die Fluoreszenz-Bildgebung nutzt. Dafür wird dem Patienten das Kontrast­mittel Indocyaningrün injiziert. Mithilfe der Fußkamera wird anschließend der Blutfluss in den oberflächlich verlaufenden Gefäßen der Zehengelenke sichtbar gemacht. Mehrere Kameras erfassen dabei die Gefäße an den Fußober- und -unterseiten. Als Lichtquellen für die Fluoreszenz­anregung werden LEDs im nahinfraroten Spektral­bereich verwendet. 

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerz- und neben­wirkungsfrei. Mit dem Verfahren sollen Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und preiswerter als mit einem Kernspin­tomographen entdeckt werden. Der Prototyp hat seine Funktions­tüchtigkeit bereits in umfangreichen Tests an einem Fußmodell bewiesen und soll nun für eine erste klinische Erprobung vorbereitet werden.

Die Fußkamera ist eine wichtige Ergänzung zum Xiralite-Handscanner, einem Fluoreszenz-Bild­gebungs­system, mit dem die Mikro­zirkulation in den Händen beurteilt werden kann und zu dem bereits zahlreiche klinische Studien vorliegen. Er beruht auf einem ebenfalls unter Beteiligung der PTB entwickelten Verfahren. Die neue Fußkamera hat darüber hinaus den Vorteil, dass sie neben rheumatischen Erkrankungen auch als Diagnose­werkzeug für Diabetes mellitus und das diabetische Fußsyndrom genutzt werden kann. Hier kann die frühzeitige Erkennung von Durch­blutungs­störungen helfen, den Gesundheits­zustand der Patienten zu verbessern. Möglicher­weise lässt sich dadurch die Anzahl von Amputationen reduzieren.

PTB / DE
 

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