25.02.2010

Schavan will zwei Milliarden Euro für gute Lehre

Die Bundesbildungsministerin plant die Einrichtung hochschuldidaktischer Zentren und die Förderung von Hochschulen mit guten Lehrkonzepten.

Für eine bessere Hochschullehre will der Bund den Ländern bis 2020 jährlich 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dies kündigte Bundesbildungsministerin Annette Schavan in einem Interview mit der Wochenzeitung «Die Zeit» an. Mit dem Geld sollen zehn hochschuldidaktische Zentren eingerichtet werden. Zugleich könnten bis zu 80 Hochschulen mit guten Lehrkonzepten gefördert werden. Denkbar seien Juniorprofessuren mit dem Schwerpunkt Lehre, um die dann Mentoren oder Tutoren gruppiert werden könnten, so Schavan.

Die Ministerin erwartet, dass zum Bundesanteil weitere Zuschüsse von den Ländern hinzukommen. Sie sprach von der «größten Qualitätsoffensive» für die Lehre. Träger des Programmes sollte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sein. Einzelheiten sollen beim «Bildungsgipfel» von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 10. Juni 2010 verabredet werden. Das Programm für eine bessere Lehre sieht Schavan auch als eine «verspätete Antwort» auf die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Schavan: «Es war falsch, die Umstellung der Studiengänge nicht von Anfang an mit zusätzlichen Ausgaben für die Verbesserung der Lehre zu flankieren.»

Der Wissenschaftsrat hält zusätzliche Ausgaben für die Lehre an deutschen Hochschulen in Höhe von jährlich 1,1 Milliarden Euro für nötig, um internationalen Standards zu entsprechen. HRK-Präsidentin Margret Wintermantel sagte am 24. Februar 2010 in Berlin, es sei «unverzichtbar», dass sich Länder und der Bund auf ein Qualitätspaket für die Lehre verständigen. Die Personalausstattung müsse verbessert werden. Die Berechnungen des Wissenschaftsrates über die Unterfinanzierung der Hochschulen bezeichnete sie als «solide».

Drei Viertel aller jungen Menschen, die trotz Abitur oder Fachhochschulreife auf ein Studium verzichten, führen dafür materielle Gründe an. Dies berichteten Forscher des Hochschul-Informations-Systems (HIS) im Bildungsausschusses des Bundestages. Ganz oben rangiert bei den Studienverzichtlern der Wunsch, «möglichst bald selber Geld zu verdienen».

Zugleich gaben 76 Prozent ein halbes Jahr nach ihrem Abitur an, dass ihnen «die nötigen finanziellen Voraussetzungen für ein Studium fehlen». 69 Prozent verwiesen darauf, dass Studiengebühren ihre finanziellen Möglichkeiten überschritten. Gründe wie mangelnde Fähigkeit zum Studium oder unsichere Berufsaussichten wurden dagegen mit jeweils 43 Prozent deutlich weniger angeführt. Detaillierte Aussagen zu Studiengebühren will HIS in einer Sonderstudie machen, die Ende April oder Anfang Mai 2010 dem Ministerium übergeben werden soll.

dpa


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