MultiDrug-TDM: Neuer LOEWE-Schwerpunkt für therapeutisches Drug-Monitoring gestartet.
Das Land Hessen fördert den neuen, an der TU Darmstadt koordinierten LOEWE-Schwerpunkt „MultiDrug-TDM“ für vier Jahre mit rund 4,3 Millionen Euro. Das Ziel: Ein neuartiges intelligentes Sensorsystem, das die Versorgung von kindlichen Krebspatient:innen entscheidend verbessert. Indem Wirkstoffspiegel von Medikamenten direkt am Krankenbett gemessen werden, kann die Therapie unmittelbar personalisiert angepasst werden.

Standardtherapien stoßen bei Kindern oft an ihre Grenzen, da individuelle Unterschiede im Stoffwechsel kaum berücksichtigt werden. Gerade bei der Behandlung von Krebserkrankungen sind aber präzise, personalisierte Dosierungen entscheidend, um wirksam und gleichzeitig möglichst schonend therapieren zu können. Genau hier setzt der neue interdisziplinäre LOEWE-Schwerpunkt „Personalisierte Medizintechnik für das therapeutische Drug-Monitoring am Point-of-Care in der pädiatrischen Onkologie – MultiDrug-TDM“ an: Das Team der TU Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt erforscht ein innovatives Sensorsystem, das Wirkstoffkonzentrationen in Echtzeit erfasst und so eine passgenaue medikamentöse Behandlung von jungen Patient:innen ermöglicht. Koordiniert wird das Projekt von Torsten Frosch, Professor im Fachgebiet Biophotonik-Medizintechnik der TU Darmstadt.
Im Zentrum des neuen LOEWE-Schwerpunkts MultiDrug-TDM steht die Erforschung eines hochinnovativen Sensorsystems, mit dem die Wirkstoffspiegel lebensrettender Medikamente bei Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen direkt auf der Krankenstation aus kleinsten Blutproben bestimmt werden. Somit wird eine individuelle Dosisanpassung von Medikamenten bereits während der Visite möglich. Bisher müssen Blutproben in Speziallabore verschickt werden, somit ist eine optimale Therapie aktuell nicht möglich. MultiDrug-TDM soll einen Paradigmenwechsel für das therapeutische Drug-Monitoring (TDM) schaffen: Mit einem tragbaren Point-of-Care-Gerät könnten Ärzt:innen direkt am Krankenbett fundierte Entscheidungen für eine personalisiert optimierte Therapie treffen – schnell, datenbasiert und patientenzentriert.
Dies ermöglicht nicht nur eine wirksamere Behandlung, sondern auch eine höhere Sicherheit im Therapieverlauf und eine spürbare Entlastung des medizinischen Personals. Besonders wegweisend ist der adaptive Ansatz des neuen Sensorsystems: Die Messparameter der Sensorik werden in Echtzeit automatisiert nachgeführt – ein erster Schritt hin zur selbstoptimierenden, intelligenten Medizintechnik der Zukunft.
MultiDrug-TDM bündelt exzellente hessische Expertisen aus verschiedenen Disziplinen in einer starken Allianz. Technologische Innovationen in Richtung Biosensorik sowie KI-gestützter Signalverarbeitung und Datenanalyse – vertreten durch sieben Fachgebiete der TU Darmstadt – werden mit medizinischer Spitzenkompetenz in der pädiatrischen Onkologie und klinischen Pharmakologie am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt gepaart. „Echten Impact erzielen wir nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit. Nur wenn wir die Perspektiven aller Beteiligten zusammenführen, voneinander lernen und eine gemeinsame Sprache entwickeln, lassen sich komplexe medizintechnische Herausforderungen wirklich lösen. Genau das ist unser Anspruch bei MultiDrug-TDM.“ sagt Torsten Frosch.
Das Projekt ist in der Medizintechnik angesiedelt, einem jungen, interdisziplinären Forschungsschwerpunkt der TU Darmstadt, der durch strategische Neuberufungen und den gemeinsam mit der Universitätsmedizin der Goethe-Universität angebotenen Studiengang Medizintechnik gezielt gestärkt wurde. Die Forschungsarbeiten sind außerdem in ein wachsendes Netzwerk in Hessen eingebettet. Perspektivisch könnte aus dem MultiDrug-TDM-Verbund ein Sonderforschungsbereich zum Thema „Intelligente Biosensorik“ entstehen. Die technologischen Innovationen werden darüber hinaus vielfältig in die hessische Innovationslandschaft ausstrahlen. [TU Darmstadt / dre]














