06.12.2007

Studienqualitätsmonitor 2007

Laut einer Umfrage unter 22.000 Studierenden aus ganz Deutschland finden sich die besten Studienbedingungen in kleinen Fachhochschulen des Ostens, die schlechtesten in den Universitäten des Westens.



Das Urteil der Studierenden ist eindeutig: Die besten Studienbedingungen finden sich in kleinen Fachhochschulen des Ostens, die schlechtesten in den Universitäten des Westens. Die Zufriedenheit mit der Hochschulausbildung ist nirgendwo niedriger als im Lehramt und nirgendwo höher als bei den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren. Dies sind wichtige Ergebnisse des Studienqualitätsmonitors 2007, mit dem die HIS Hochschul-Informations-System GmbH und die AG Hochschulforschung der Universität Konstanz knapp 22.000 Studierende von 150 Hochschulen befragt haben.

In Zukunft wird diese Befragung jährlich durchgeführt und im Vergleich mit den jetzt erhobenen Daten darüber Aufschluss geben, wie sich die Studienbedingungen in Deutschland durch die Einführung von Studiengebühren und die Umstellung auf die Abschlüsse Bachelor und Master verändert haben.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Zu viele Studierende verderben die Lehre: Das Ausmaß an Beeinträchtigung durch Überfüllung von Veranstaltungen ist insbesondere an den Universitäten so beträchtlich, dass von einer gedeihlichen, ertragreichen Lehre in vielen Fällen nicht gesprochen werden kann. Für 50% der Studierenden an Universitäten (FH: 20%) kommt es z. B. in Seminaren häufig oder sehr häufig zu starken Beeinträchtigungen der Lernsituation durch Überfüllung.
  • Zu wenig Feed-back für die Studierenden: Eine große Schwäche insbesondere der universitären Ausbildung ist das Feed-back durch die Professoren: Nur 18% (FH: 29%) bewerten das allgemeine Feedback zu den Lernfortschritten mit gut.
  • Angehende Ingenieure denken fachübergreifend, angehende Lehrer nicht: Die Förderung des fachübergreifenden Denkens ist am stärksten in den Ingenieurwissenschaften ausgeprägt: 49% sehen sich darin stärker gefördert. Erschreckend gering ist demgegenüber die Förderung fachübergreifenden Denkens im Lehramt (nur 24% stärker gefördert).
  • Gute Ausstattung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, schlechtere Ausstattung in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Die Studierenden sind mit der Verfügbarkeit von Computerarbeitsplätzen sowie mit den Öffnungszeiten der EDV-Räume überwiegend zufrieden, an Fachhochschulen etwas häufiger als an Universitäten (Zustimmungsquoten zwischen 52% und 65%). In den Ingenieurwissenschaften ist die Situation besonders gut (Zustimmungsquoten über 70%), in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie im Lehramt ist sie weniger günstig (Zustimmungsquoten etwas über 50%). Auch mit ihren Bibliotheken sind die Studierenden überwiegend zufrieden.
  • Kleine Ost-FHs top, große West-Unis flop: Studierende an kleinen Hochschulen sind viel zufriedener als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen an den großen Massenuniversitäten. Im Osten Deutschlands ist die Zufriedenheit mit der Ausbildung deutlich höher als im Westen. Fachhochschulen bieten in der Regel bessere Ausbildungsbedingungen als Universitäten. Die Einflüsse durch Hochschulgröße, Ost/West-Lage sowie Hochschulart bestehen unabhängig voneinander und kumulieren in vielen Bereichen.
  • Zwei Drittel lehnen Studiengebühren ab: Nur 15% der Befragten befürworten Studiengebühren. Bemerkenswert ist die zwar ebenfalls hohe aber im Vergleich geringere Ablehnung von Studiengebühren an Gebühren-Hochschulen (64% Gebührengegner gegenüber 72% an gebührenfreien Hochschulen). Mögliche Hintergründe: Ein Teil der Studierenden hat sich mit dem scheinbar Unabänderlichen abgefunden. Die entschiedensten Gegner haben die (gebührenpflichtige) Hochschule bereits verlassen bzw. mussten sie aus ökonomischen Gründen verlassen. Auch Diskussionen an der eigenen Hochschule über bevorstehende Verbesserungsmaßnahmen könnten zu einer leicht positiveren Einschätzung geführt haben.
  • Unzureichende Beteiligung Studierender am Prozess der Mittelverteilung
    Zwei Drittel der Befragten fühlen sich nicht ausreichend an dem Prozess der Verteilung der Studiengebühren beteiligt, weitere 23% sind sich darüber im Unklaren, ob sie ausreichend beteiligt sind oder nicht. Auf die Frage, ob sie wissen, wer an ihrer Hochschule über die Verteilung bzw. Verwendung der Studiengebühren entscheidet, antworten ebenfalls fast zwei Drittel: „Nein, das weiß ich nicht.“ Diese Zahlen sprechen nicht dafür, dass sich Studierende bereits als zahlende Kunden verstehen bzw. von den Hochschulen so behandelt werden.

Zum Studienqualitätsmonitor
Der Studienqualitätsmonitor 2007 ist eine von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH und der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz durchgeführte repräsentative Befragung von knapp 22.000 Studierende an 150 Hochschulen. In Zukunft wird diese Befragung jährlich durchgeführt und im Vergleich mit den jetzt erhobenen Daten darüber Aufschluss geben, wie sich die Studienbedingungen in Deutschland durch die Einführung von Studiengebühren und die Umstellung auf die Abschlüsse Bachelor und Master verändert haben. Der diesjährige Studienqualitätsmonitor stellt quasi die Baseline dar und markiert den erreichten Wasserstand der Studienqualität, an dem in den Folgejahren die Entwicklung gemessen werden kann und soll.

Quelle: HIS

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