01.06.2018

Systemlösungen für die Energieversorgung

Neues DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg eröffnet.

Die Energieforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) befindet sich weiter auf Wachstums­kurs. Knapp ein Jahr nach dem Beschluss zur Auf­nahme von sieben neuen Instituten ist das Olden­burger Institut für Vernetzte Energie­systeme nach thematischer und struktureller Neu­ausrichtung am Donnerstag, 31. Mai 2018, mit einem großen Fest­akt symbolisch als neuer DLR-Forschungs­stand­ort eingeweiht worden. Das Institut mit seinen rund 150 Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeitern ist aus dem im Jahr 2007 gegründeten EWE-Forschungs­zentrum Next Energy hervorgegangen und widmet sich heute system­orientierten Lösungs­konzepten für die zukünftige Energie­versorgung auf Basis erneuer­barer Energien.

Abb.: Enthullung der neuen Eingangsstele (v.l.n.r.): Karsten Lemmer (DLR-Vorstand fur Energie und Verkehr), Dennis Rohde (Mitglied des Bundestags), Stephan Albani (Mitglied des Bundestags), Pascale Ehrenfreund (DLR-Vorstandsvorsitzende), Stephan Weil (Ministerpräsident Niedersachsen), Thomas Bareiß (Parlamentarischer Staatssekretar im Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie), Carsten Agert, Direktor Institut für Vernetzte Energiesysteme; Bild: DLR; CC-BY 3.0)

Im Beisein von 120 geladenen Gästen, darunter Nieder­sachsens Minister­präsident Stephan Weil und Thomas Bareiß, Staats­sekretär im Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unter­strich die DLR-Vorstands­vorsitzende Pascale Ehren­freund die Bedeutung des Olden­burger Instituts für das DLR: „Unsere Energie­forschung hat verschiedene Technologien entscheidend voran­gebracht, vom solar­thermischen Kraft­werk bis zur Brenn­stoff­zelle. Unserem neuen DLR-Institut für Vernetzte Energie­systeme kommt jetzt die Aufgabe zu, aus dieser Vielz­ahl an Technologien und dezentralen Einzel­anlagen ein zuverlässiges Energie­system zu gestalten. Diese System muss nicht nur wirtschaftlich und nach­haltig sein, sondern auch gesell­schaftlich akzeptiert werden.“ Die interdisziplinäre Zusammen­arbeit der einzelnen Forschungs­bereiche des DLR bietet dafür einzigartige Voraus­setzungen.

Niedersachsens Minister­präsident Stephan Weil betonte die große Bedeutung von innovativer Energie­forschung: „Sie ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energie­wende. Wir haben deshalb als Landes­regierung die Energie­forschung ins Zentrum unserer Förder­politik gerückt.“ Vor diesem Hintergrund sieht er die Entwicklung in Oldenburg positiv: „Es freut mich sehr, dass das ehemalige Energieforschungsinstitut NEXT ENERGY künftig als DLR-Institut eine noch wichtigere Rolle einnehmen wird. Die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Land sind eine gute Investition in die Zukunft."

Abb.: Die DLR-Forscher des Instituts für Vernetzte Energie­systeme erforschen in Olden­burg vor allem die Synergie­effekte aus der Sektoren­kopplung Strom-Wärme. (Bild: DLR; CC-BY 3.0)

Staatssekretär Thomas Bareiß hob die Bedeutung der Energie­forschung hervor: „Die Energie­forschung ist zentral, wenn wir die Energie­wende zum Erfolg führen wollen. Wir brauchen innovative Lösungen, die das Energie­system als Gesamt­heit in den Blick nehmen. Das DLR-Institut für Vernetzte Energie­systeme in Olden­burg setzt genau hier an und wird weiter an den wissen­schaftlichen Grundlagen für das Energie­system der Zukunft arbeiten. Dabei werden wir das DLR weiter unterstützen.“

Die neue Trägerschaft fördere eine zielgerichtete und lösungs­orientierte Forschung, bestätigte Instituts­direktor Carsten Agert. Das Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie und die Nieder­sächsische Landes­regierung hätten bei der Integration ins DLR große Unter­stützung geleistet und sich dabei von zukunfts­orientierten Sach­themen leiten lassen. „Auf Basis dieses Engagements können wir künftig die Gestaltung eines Energie­systems vorantreiben, das ganz wesentlich aus erneuer­baren Energien gespeist wird. Die technischen Heraus­forderungen liegen dabei in der wetter­abhängigen Erzeugung von Wind- und Sonnen­strom, die zudem in einer großen Anzahl vergleichs­weise kleiner Anlagen mit unter­schiedlichen Technologien erzeugt werden“, erläuterte Agert. „Eine wesentliche Aufgabe unserer Wissen­schaftler wird darin bestehen, das Zusammen­wirken dieser Einzel­anlagen zu optimieren, zuverlässig mit dem Verbrauchs­verhalten von Industrie und Gesell­schaft in Einklang zu bringen und einen stabilen Betrieb der Strom­netze sicher­zustellen.“

Ein entscheidender Ansatz für die Gestaltung künftiger Energiesysteme wird die Sektoren­kopplung sein. Bislang sind der Mobilitäts­sektor und die Bereit­stellung von Wärme nur punktuell ans Strom­netz gekoppelt. Um zu einem intelligenten und effizienten Gesamt­system zu gelangen, treibt das Institut die Verschmelzung dieser Systeme voran, um zum Beispiel Anlagen zur Wärme­erzeugung oder Elektro­fahr­zeuge enger mit dem Strom­netz zu verknüpfen. Für einzelne Wohn­gebäude bis hin zu Wohn­quartieren und ganzen Städten entsteht so ein vernetztes Energie­system, das auf allen Ebenen sektoren­übergreifend maximale Flexibilität ermöglicht.

DLR / DE

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