23.04.2021 • MedizinphysikBeschleuniger

Teilchenbeschleuniger gegen Corona

Neues Physikkonkret der DPG zeigt, wie es mit Röntgenstrukturanalysen gelingen kann, Medikamente gegen SARS-CoV-2 zu finden.

Lange galt Synchrotronstrahlung, die Teilchenbeschleuniger beim Betrieb abstrahlen, als lästiges Abfallprodukt, das verhindert, dass man den Teilchen noch mehr Energie zuführen kann. Schon seit geraumer Zeit haben die Physiker aus der Not eine Tugend gemacht: Mit dem starken Röntgenanteil dieses Lichtes lassen sich auf einzigartige Weise Materialien untersuchen. Das hilft auch der medizinischen Forschung: Mit dem brillanten Synchrotronlicht der Teilchenbeschleuniger lassen sich die Strukturen von Biomolekülen ermitteln. Das gilt auch für Krankheitserreger wie das SARS-CoV-2-Virius.

Abb.: Schematische Darstel­lung der Corona­virus-Protease, eines wichtigen...
Abb.: Schematische Darstel­lung der Corona­virus-Protease, eines wichtigen Schlüssel­proteins, das an der Ver­mehrung der Viren beteiligt ist. Das kleine Molekül (gelb) könnte als Ansatz­punkt für einen Wirk­stoff dienen. (Bild: H. Taber­mann, HZB)

Ein neues Physikkonkret der DPG zeigt nun genau das: Wie Molekularbiologen zusammen mit Physikern unter Einsatz modernster Experimentier- und Rechenverfahren mit Röntgenstrukturanalysen an großen Teilchenbeschleunigern der Struktur des SARS-CoV-2-Erregers auf die Spur kommen und beobachten können, welche Substanzen als Medikamente infrage kommen. Im Gegensatz zu den bestehenden und noch hinzukommenden Impfstoffen, die heute bereits gesunden Menschen helfen, sich gegen das Virus zu wehren, sollen die an den Beschleunigeranlagen entwickelten Medikamente bei bereits erkrankten Menschen die Vermehrung des Virus im Körper bremsen oder stoppen, was ein zusätzlicher, überaus wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wäre.

DPG / RK

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