12.11.2003

Trockener Trabant

Auf dem Mond gibt es anders als bislang erwartet wahrscheinlich keine größeren Vorkommen an Wasser.

London (dpa) - Auf dem Mond gibt es anders als bislang erwartet wahrscheinlich keine größeren Wasservorkommen. Das schließen US-Astronomen aus Beobachtungen mit dem weltgrößten Radioteleskop in Arecibo (Puerto Rico). Bruce Campbell von der Smithsonian Institution in Washington und Kollegen hatten mit dem 305 Meter großen Teleskop Krater an den Mondpolen untersucht, auf deren Grund nie Sonnenstrahlen gelangen. An diesen immer schattigen Stellen wurden nach früheren Satellitenmessungen größere Mengen Wassereis vermutet. Wasserfunde könnten die Vision einer bemannten Mondstation wiederbeleben.

Das größte Radioteleskop der Welt steht in Arecibo, Puerto Rico.(Quelle: NAIC/NSF)

Dicke Eisschichten sollten jedoch ein starkes Radiowellensignal erzeugen, das mit dem Arecibo-Teleskop nicht zu beobachten war. Wenn es dennoch Mondeis gebe, dann vermutlich nur in Form kleiner Körnchen oder dünner Schichten, schließen die Forscher im britischen Fachjournal «Nature». Ursache für den lunaren Wassermangel könne entweder sein, dass nur wenig Wasser durch Kometeneinschläge auf den Mond gelangt ist, oder dass sich Wasser schnell von der Oberfläche des Erdtrabanten ins Weltall verflüchtigt.

Genauere Ergebnisse sind von der Ende September gestarteten ersten europäischen Mondsonde «Smart-1» zu erwarten. Der Satellit soll in rund einem Jahr in eine Umlaufbahn über die weitgehend unerforschten Pole des Mondes einbiegen und unter anderem in tiefen Kratern nach Eis suchen.

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