Handbuch Klimabildung
Dietmar Höttecke, Susanne Heinicke, Helge Martens, Andreas Nehring, Thorid Rabe: Handbuch Klimabildung, Springer, Wiesbaden 2025, geb., 843 S., 129,99 Euro, ISBN 9783658483739
Dietmar Höttecke, Susanne Heinicke, Helge Martens, Andreas Nehring, Thorid Rabe

Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Klimakrise versteht sich dieses Handbuch als inspirierender Impuls, Klimabildung als Querschnittsthema im Bildungssystem stärker und nachhaltiger zu verankern. Dazu versammelt es 30 Beiträge von insgesamt 65 Autor:innen aus verschiedenen Bildungsbereichen und gewährt einen umfassenden Überblick zu zentralen Perspektiven und Konzepten der Klimabildung sowie über aktuelle Forschungsergebnisse und unterrichtspraktische Ansätze. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, wie sich Hemmnisse beim Übergang vom Wissen zum Handeln überwinden lassen.
Die fünf Themenblöcke erlauben unterschiedlichen Adressat:innen einen passenden Zugang. Der erste Block legt konzeptionelle Grundlagen, stellt Bezüge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung her und ordnet Klimabildung in klassische Bildungstheorien ein. Das verdeutlicht, dass Klimabildung nicht ausschließlich auf individuelles Handeln zielen darf, sondern gesellschaftliche Transformation als Ziel mitdenken muss. Ein weiterer Beitrag thematisiert die Herausforderungen der curricularen Verankerung der Klimabildung in Schulen.
Der zweite Themenblock stellt fachdidaktische Perspektiven vor, nicht nur aus den drei Naturwissenschaften, sondern auch aus den Fächern Deutsch, Geschichte, Geografie, Religion, Kunst, Musik und dem Sachunterricht. Die Beiträge verdeutlichen, dass eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Klimakrise in allen Schulstufen erforderlich ist. Der physikdidaktische Beitrag bietet einen wertvollen Überblick über die Geschichte der physikalischen Klimaforschung.
Der dritte Themenblock widmet sich den Voraussetzungen gelingender Klimabildung und präsentiert unter anderem empirische Befunde zu Lernendenvorstellungen sowie zu professionellen Kompetenzen von Lehrkräften. Dies ergänzt ein psychologisch ausgerichteter Beitrag, der theoretische Grundlagen zur Überwindung von Handlungshemmnissen im Kontext der Klimakrise diskutiert. Fachübergreifende didaktische Perspektiven stehen im Mittelpunkt des vierten Blocks, in dem es etwa um die Förderung der Urteilsfähigkeit von Schüler:innen, den Umgang mit Unsicherheiten sowie die Bedeutung von Klimakommunikation geht.
Der fünfte Block legt schließlich den Schwerpunkt auf die praktische Umsetzung von Klimabildung. Neben einem Beitrag zu innovativen Unterrichtsmethoden finden sich konkrete Vorschläge für Experimente im Physik- und Chemieunterricht. Darüber hinaus kommen der „Whole School Approach“ und die Rolle außerschulischer Bildung in der Auseinandersetzung mit der Klimakrise zur Sprache. Der Abschlussbeitrag greift aus unterrichtspraktischer Perspektive die zentrale Frage auf, wie der Übergang vom Wissen zum Handeln gelingen kann.
Das Handbuch Klimabildung ist eine in dieser Form einzigartige und gut abgestimmte Zusammenstellung von durchweg lesenswerten Beiträgen. Es trägt hoffentlich dazu bei, dem Thema in der Lehrkräftebildung und in der Schule endlich den Stellenwert einzuräumen, den es verdient. Das Buch ist allen zu empfehlen, denen dieses Thema am Herzen liegt – von Lehrkräften, Expert:innen der Curriculumsentwicklung und Fachdidaktiker:innen über Unterrichts- und Bildungsforschende bis hin zu Akteur:innen in Bildungsverwaltung und -politik, der außerschulischen Bildung und in Umweltverbänden.
Prof. Dr. Rita Wodzinski, Universität Kassel














