24.04.2018

Ausgezeichnete Atomsortierung

Rudolf-Kaiser-Preis geht an Andrea Alberti für Arbeiten zu nichtklassischen Verhalten.

Andrea Alberti erhält den diesjährigen Rudolf-Kaiser-Preis, einen der wichtigsten deutschen Förder­preise für Nachwuchs­wissenschaftler im Bereich der Physik, der mit 35.000 Euro dotiert ist. Andrea Alberti wird für „seine richtungs­weisenden Arbeiten zu zeit­diskreten Quanten-Walks“ ausgezeichnet, insbesondere für seine 2015 im Fach­magazin Physical Review X erschienene Arbeit zu „idealen negativen Messungen“, mit denen er nach­gewiesen hat, dass sich „Cäsium-Atome nicht makro­realistisch“ verhalten.

Abb.: Andrea Alberti (Bild: Gallego)

Die Schlüsselarbeit von Andrea Alberti verallgemeinert die Idee des klassischen Galton-Bretts auf die Auf­spaltung und anschließende Inter­ferenz der Pfade von Quanten­objekten, hier von Pfaden eines Cäsium-Atoms. Er zeigt, dass allein der Versuch, ein Teilchen zu vermessen, ausreicht, dieses Teilchen zu beeinflussen. Dieses gilt selbst dann, wenn das Teilchen gar nicht detektiert wird. Diese Aussage erscheint uns nicht nur in der makro­skopischen Welt völlig unlogisch. Sie wider­spricht auch dem Makro­realismus, der Teilchen auch inner­halb der quanten­mechanischen Welt bestimmte makro­skopische Eigenschaften zuweist.

Die Preisjury des Rudolf-Kaiser-Preises würdigt damit eine Arbeit, die „mit ihrer konzeptuellen Klarheit fast schon Lehr­buch­charakter“ besitzt, allein eine einzige Interpretation zulässt und andere Theorien eindeutig falsifiziert.

Andrea Alberti wuchs in Ligurien auf, studierte Physik an der Universität Pisa und promovierte an der Universität Florenz zu Transport­mechanismen in optischen Gittern. Von 2011 bis 2013 war er Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung. Er arbeitet und forscht derzeit als Senior Scientist am Institut für Angewandte Physik der Universität Bonn, und zwar unter der Leitung von Dieter Meschede, dem ersten Preisträger des Rudolf-Kaiser-Preises (1989).

Der Rudolf-Kaiser-Preis wird seit 1989 an deutsche Experimental­physiker vergeben, die mehrere sehr gute Arbeiten publiziert haben, jedoch noch auf keinen Lehrstuhl berufen wurden. Nach Willen des Stifters werden insbesondere die heraus­ragenden Arbeiten prämiert, die nicht „mit großen Maschinen“ in Groß­forschungs­anlagen entstanden sind.

Stifterverband / DE

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