27.07.2010

Auszeit für CERN-Teilchenbeschleuniger?

Für das Jahr 2012 wird zu Wartungzwecken eine Abschaltung der Anlagen für 12 bis 15 Monate erwogen.

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Für das Jahr 2012 wird zu Wartungzwecken eine Abschaltung der Anlagen für 12 bis 15 Monate erwogen.

Den Teilchenbeschleunigern am Genfer Kernforschungs- Zentrum CERN droht ein längerer Leerlauf. Neben dem weltweit größten Beschleunigerring "Large Hadron Collider" (LHC), der kurz nach seiner Eröffnung im September 2008 nach einer Panne rund ein Jahr stillgestanden hatte, dürften 2012 auch alle anderen Anlagen eine Zwangspause von 12 bis 15 Monaten einlegen. Das Institut bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte.

Über eine mögliche Auszeit sei allerdings bereits im März beraten worden, betonte das Forschungszentrum. "Es gibt keine Änderung in unseren Plänen", sagte eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

CERN-Manager Stephen Myers hatte am Montag bei einer Konferenz für Hochenergie-Physik in Paris im Rahmen der Vorstellung der technischen Planung für die nächsten 10 Jahre eine vorübergehende Abschaltung aller Beschleuniger erwogen. Dies sei zwar nur eine von mehreren Alternativen, die noch "nicht explizit" geplant sei. Bei einem parallelen Aussetzen der Experimente kämen Wartungsarbeiten jedoch vermutlich "am effizientesten" voran, hieß es aus dem Institut: "Der Vorschlag wird deshalb (...) in den wissenschaftlichen Gremien und im Rat des CERN bei der nächsten Sitzung im September diskutiert."

Abb.: Dieses am Computer erzeugte Bild zeigt die Lage des 27 km langen LHC -Tunnels (blau) unter der schweizerisch-französichen Grenze. Die vier Hauptexperimente (ALICE, ATLAS, CMS und LHCb) befinden sich in unterirdischen Hallen, die über 50 bis 150 m lange Schächte mit der Oberfläche verbunden sind. Ein Teil der Vorbeschleuniger-Anlage ist in grau dargestellt. (Bild: CERN)

Diese Meldung interessiert besonders die Wissenschaftler am Tevatron des Fermilab nahe Chicago. Für diesen Beschleuniger, in dem Protonen mit Anti-Protonen kollidieren, wird derzeit eine Verlängerung der Laufzeit um drei Jahre bis 2014 erwogen. Das Tevatron stellt die US-amerikanische Konkurrenz für den LHC bei der Suche nach dem Higgs-Teilchen dar. Zwar hat es eine deutlich niedrigere Schwerpunktsenergie bei den Teilchenkollisionen. Allerdings wurde das Tevatron schon 1983 fertiggestellt und hat somit jahrelange Erfahrung im Betrieb auf seiner Seite.

Wegen technischer Probleme war der LHC nach seiner Eröffnung vor knapp zwei Jahren bis zum November 2009 außer Betrieb. Seit vorigem Herbst rasen wieder Protonen durch seine Beschleunigerröhre. Die Forscher lassen Teilchen kollidieren, um neue Einblicke in die Entstehung des Universums zu erhalten.

dpa/PH
 


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