30.04.2018

CaSSIS sendet bisher schärfste Farbbilder vom Mars

Kamera soll Beitrag zur Erforschung des Kohlendioxid- und Wasserkreislaufs des Mars leisten.

Das Colour and Stereo Surface Imaging System (CaSSIS) wurde von einem inter­nationalen Team unter Leitung der Univer­sität Bern entwickelt. Die Mars-Kamera befindet sich an Bord der ExoMars-Sonde, einer Mission der Euro­päischen Weltraum­agentur ESA und der russischen Weltraum­organisation Roskosmos. Nun hat CaSSIS seine ersten farbigen Bilder aus der Umlauf­bahn rund um dem Mars zurück­geschickt. Das Kamera­system wurde am 20. März einge­schaltet und startete nach den letzten Tests nun seine Haupt­mission.

Abb.: Dieses farbige Marsbild zeigt den Rand des Korolev-Kraters mit einer Auflösung von etwa fünf Metern. Der Sonneneinfallswinkel betrug 76,6 Grad. (Bild: ESA / Roscosmos / CaSSIS)

„Wir hatten in der ersten Test­phase ein paar kleinere Software­probleme“, sagt CaSSIS-Projekt­leiter Nicolas Thomas vom Center for Space and Habi­tability (CSH) der Univer­sität Bern. „Nun ist das Instrument aber wieder betriebs­bereit.“ Das Berner Team musste zu Beginn der Testphase eine komplett neue Software­version auf das Gerät übertragen. „Es ist schon erstaun­lich, dass man in einem Instru­ment, das in über 100 Millionen Kilo­meter Entfernung rund um den Mars fliegt, eine völlig neue Software aufsetzen und zum Laufen bringen kann“, sagt Thomas.

Die Forscher wurden denn auch mit spekta­kulären ersten Bildern belohnt: Das Beispiel­bild zeigt einen Ausschnitt vom Rand eines eisge­füllten Kraters namens Korolev am hohen Breiten­grad der nörd­lichen Mars-Hemi­sphäre. Das helle Material im Bild ist Eis, das sich am Krater­rand gebildet hat. Die Aufnahme hat eine Auflösung von knapp über fünf Metern und übertrifft damit die bisher schärfsten Mars-Aufnahmen von Hubble und anderen Tele­skopen um ein Vielfaches. In Zukunft soll sogar eine Auflösung von weniger als fünf Metern erreicht werden. „Wir waren sehr erfreut zu sehen, wie gut dieses Bild bei den herr­schenden Licht­verhält­nissen war“, sagt CaSSIS-Projekt­mitarbeiter Antoine Pommerol vom CSH, der an der Kali­brierung der Daten arbeitet. „Es zeigt, dass CaSSIS einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Kohlen­dioxid- und Wasser­kreislaufs des Mars leisten kann.

Das Testbild besteht aus drei Bildern in ver­schiedenen Farben, die CaSSIS am 15. April 2018 fast zeit­gleich aufgenommen hat. Sie wurden an­schließend zusammen­gesetzt, um diese Farb­ansicht zu erzeugen. „Unser Ziel ist es, den Bilderzeugungs­prozess vollständig zu automa­tisieren“, sagt Thomas. „Sobald wir dies erreicht haben, können wir die Daten rasch zur Analyse allen interes­sierten Forschungs­gruppen zur Verfügung stellen.“ CaSSIS soll die Daten, die ExoMars und andere Mars-Orbiter sammeln werden, vervoll­ständigen und neue Erkennt­nisse über die Marsober­fläche liefern. Da sich der Mars als dyna­mischer erwiesen hat als bisher gedacht, sind Aufnahmen davon, was sich auf seiner Ober­fläche abspielt, von besonderem Interesse. Das Forscher­team erhofft sich vor allem neue Erkennt­nisse über Verän­derungen, die sich während eines Mars-Tages ergeben, sowie während der Mars-Jahres­zeiten. Eines der Hauptziele von CaSSIS ist es, kürzlich entdeckte Spuren von flüs­sigem Wasser genauer zu unter­suchen, die regel­mäßig im Mars-Frühling erscheinen und im Winter wieder verschwinden.

U. Bern / JOL

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