24.02.2015

Einblick in topologische Isolatoren

Elektronischen Eigenschaften von Oberfläche und Volumen korrespondieren und sind doch völlig unterschiedlich.

In topologischen Isolatoren herrschen seltsame Verhältnisse: Während sie in ihrem Inneren isolieren, leitet ihre Oberfläche den elektrischen Strom. Forscher der Uni Würzburg konnten jetzt durch spektroskopische Experimente neue Einblicke in das komplizierte Wechselspiel zwischen Oberfläche und Volumen gewinnen.

Abb.: Schema der elektronischen Struktur von Oberfläche und Volumen eines topologischen Isolators.(Bild: JMU)

„In topologischen Isolatoren ist die Bewegungsrichtung der Elektronen entlang der Oberfläche mit der Orientierung ihres Spins verknüpft“, erklärt Teamleiter Hendrik Bentmann. Hieraus resultieren neben neuartigen physikalischen Effekten auch interessante Anwendungsmöglichkeiten für leistungsfähigere elektronische Bauelemente. „Die elektronischen Eigenschaften von Oberfläche und Volumen eines topologischen Isolators korrespondieren und sind doch völlig unterschiedlich“, so Bentmann. Im elektrischen Transport sind die jeweiligen Beiträge von Oberfläche und Volumen jedoch oft nicht einfach auseinanderzuhalten.

Der Arbeitsgruppe um Bentmann und Friedrich Reinert ist dies jetzt gelungen. Für ihre Untersuchungen nutzten die Wissenschaftler die Photoelektronen-Spektroskopie, die es erlaubt, elektronische Eigenschaften von Festkörpern sehr direkt zu vermessen. Ihre Messungen haben sie an dem topologischen Isolator Antimontellurid vorgenommen, einem Vertreter der sogenannten V2VI3-Verbindungen.

Mit Hilfe von Präzisionsmessungen mit höchster Auflösung konnten die Forscher Details der spektralen Signaturen von Oberfläche und Volumen voneinander trennen. Unterstützt wurden die experimentellen Resultate durch theoretische Simulationen. „Unsere Experimente zeigen unter anderem, dass sowohl die Geschwindigkeit, mit sich der sich die Elektronen entlang der Oberfläche bewegen, als auch ihre Streueigenschaften durch Wechselwirkung mit dem Volumen verändert werden können“ erklärt Bentmann. Die neuen Erkenntnisse liefern einen wichtigen Beitrag zum grundlegenden Verständnis der Oberflächenelektronen in topologischen Isolatoren.

JMU / RK

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