16.12.2025 • Photonik

Eine SiGe-Photonikplattform mit Rekord-Bandbreite

Das IHP präsen­tiert welt­weit erste Sili­zium-Germa­nium-Platt­form mit 140-GHz-Elektro­absorp­tions­modu­la­to­ren und 200-GHz-Foto­dioden.

Das rasante Wachstum daten­intensiver KI-Rechen­cluster beschleu­nigt die Entwick­lung der Silizium-Photonik für schnelle und effi­ziente optische Verbin­dungen. Allerdings stoßen heutige Platt­formen oft an Band­breiten­grenzen, weil sie auf Mach-Zehnder- oder Ring­modula­toren aus Sili­zium basieren. For­schen­de am IHP – Leibniz Institut für inno­vative Mikro­elek­tro­nik – haben jetzt die wel­tweit erste Silizium-Germanium-Photonik­platt­form vorge­stellt, die diese Engpässe über­windet.

Schematische Darstellung des SiGe Modulators
Schematische Darstellung des SiGe Modulators
Quelle: IHP

Das IHP hat eine neue SiGe-Photonik­platt­form entwickelt, die optoelektronische Bau­elemen­te mit deutlich höheren Band­breiten als bishe­rige Silizium-Photonik-Lösungen ermög­licht. Vorgestellt werden Elektro­absorp­tions­modula­toren mit einer extra­polier­ten 3-dB-Grenz­frequenz von 140 GHz sowie Fin-Photo­dioden mit Band­breiten von bis zu 200 GHz.

„Lange Zeit war die voll­ständige Platt­form­kompati­bilität das Haupt­problem“, sagt Daniel Steckler. „Demonstra­tionen von Hoch­geschwin­digkeits­modula­toren und -detektoren als eigen­ständige Kompo­nen­ten wurden bereits häufig gezeigt. Unsere SiGe-Photonik­plattform ermöglicht es uns nun, Elektro­absorptions­modula­toren und Photo­dioden mit Grenz­frequen­zen von weit über 100 GHz in einem einzigen Prozess­ablauf herzu­stellen – eine Grund­voraus­setzung für die Kommuni­kation mit mehr als 200 Gbaud und für die Reali­sierung einer echten Massen­produktion.“

Das IHP hält bereits den Welt­rekord in der Leistungs­fähigkeit von Photo­dioden, basie­rend auf dem Konzept der Germanium-Fin-Detek­toren, das erstmals 2021 in Nature Photonics vorge­stellt wurde. Durch die Auswei­tung dieses Fin-Konzepts auf SiGe-Strukturen reali­sieren die Forscher nun Hoch­geschwindig­keits-Opto­elektronik für die Modula­tion und Detek­tion im C-Band. Dies erfor­dert einen neuen Ansatz für das SiGe-Epitaxie­wachs­tum, der am IHP ent­wickelt wurde.

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„Unser Epitaxie-Team hat eine fort­schritt­liche SiGe-Wachs­tums­techno­logie ent­wickelt, bei der genau die richtige Menge Sili­zium in Germa­nium einge­baut wird, um die Absorp­tions­kante in den gewünsch­ten Wellen­längen­bereich zu ver­schie­ben und gleich­zeitig die Loading-Effekte zu ver­mei­den, die typi­scher­weise bei inte­grier­ten SiGe-Bau­elemen­ten auf­tre­ten“, erklärt Steckler. „Dies wird durch eine Silizium-Delta-Epitaxie er­reicht.“

Auf der Modulatorseite hat das IHP einen kompakten, energie­effi­zienten und schnellen, Wellen­leiter inte­grier­ten SiGe-Elektro­absorp­tions­modulator (EAM) entwickelt. Da die derzeit am IHP verfügbaren Messgeräte die opto­elektro­nische Band­breiten­messung auf 110 GHz beschränken, wird die 3-dB-Grenz­frequenz dieser Bauelemente auf etwa 140 GHz extra­poliert. Auf der Empfänger­seite kann die Bandbreite der Fin-Photodioden entsprechend den System­spezifi­kationen skaliert werden: Photo­dioden können extra­polierte Band­breiten von 160 GHz mit einer Respon­si­vität von 0,8 A/W bei 1550 nm oder 200 GHz mit einer Respon­sivität von 0,5 A/W errei­chen.

„Der entscheidende Nachweis der Leistungs­fähig­keit unserer Platt­form erfolgte durch eine Hoch­geschwindig­keits­über­tragung unter Verwen­dung von EAMs und Photo­dioden, die auf demselben Wafer hergestellt wurden.“, sagt Steckler. „Diese hervor­ragenden Resul­tate sind das Ergeb­nis einer lang­fristigen team­über­grei­fenden Zusam­men­arbeit am IHP – vom Reinraum-Team und der Prozess­forschung bis hin zu Prozess­integration und der Silizium-Photonik.“

Die Forscher des IHP arbeiten weiter daran, die SiGe-Plattform und ihre Kompo­nenten zu verbes­sern. Als nächsten Schritt plant das Team, die weltweit erste SiGe-Photonik-Platt­form mit den fort­schritt­lichsten BiCMOS-Techno­logien des IHP zu kombi­nieren und sie Kunden im Service anzu­bieten, um ultra­schnelle und energie­effiziente optische Verbindungen für zukünftige KI- und Hoch­leistungs­rechner­systeme zu realisieren. [IHP / dre]

Anbieter

IHP GmbH – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Im Technologiepark 25
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland

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