04.06.2026

Finale in Herzogenaurach

Deutsch­lands beste MINT-Talen­te beim 61. Bun­des­fi­na­le von Ju­gend forscht bei Gast­ge­ber Schaeff­ler aus­ge­zeich­net.

Bei der Siegerehrung am letzten Wochenende vor mehr als tausend Gästen waren Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht e.V., Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, sowie Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender anwesend. Der 61. Bundeswettbewerb, für den sich 159 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit 116 innovativen Forschungsprojekten qualifiziert hatten, wurde gemeinsam ausgerichtet von Schaeffler als Bundespatenunternehmen und der Stiftung Jugend forscht. 

Bundesbildungsministerin Karin Prien kürt die Bundessiegerinnen und Bundessieger 2026
(v.l.n.r.) Matthias Hauer, Preisträgerin Jamila-Cate Tran, Klaus Rosenfeld, Karin Prien, Dr. Jessica Bönsch
Quelle: Jugend forscht

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten Viyona Singh (14) und Aarav Singh (14) aus Mountain View, Kalifornien, die sich beim Landeswettbewerb in Bayern für das Bundesfinale qualifiziert hatten. Sie zeigten, dass sich die seltenen, spiegelbildlichen Varianten bestimmter Proteine mithilfe physikbasierter Modelle besser als mittels KI-basierter Modelle vorhersagen lassen. Tim Kammel (18) aus Nordrhein-Westfalen wurde mit dem Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ausgezeichnet. Er befasste sich mit der Physik von Sanduhren. Anhand eines eigenen Versuchsaufbaus analysierte er den Effekt unterschiedlicher Öffnungsgrößen und Trichterformen auf das Strömungsverhalten des Sands und entwickelte eine Computersimulation der Dynamik.

Der Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit ging an Julian Scharnowski (20) aus Baden-Würt­tem­berg. Er konstruierte eine spezielle, kostengünstige Vakuumpinzette. Mit ihr lassen sich mittels Unterdruck winzige Elektronikbauteile präzise auf Platinen platzieren. Vincent Nack aus Bayern freute sich über den Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit. Der 19-Jährige entwickelte ein KI-gestütztes System zum Schutz vor Telefonbetrug. Seine selbst programmierte Software prüft in Textform umgewandelte Gesprächsinhalte vollautomatisch und kann alle Formen von Täuschung in Echtzeit erkennen.

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Alexander Pawlak • 10/2022 • Seite 48

„Letztes Jahr haben wir den Jackpot geknackt.“

Bundessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Götz Anft (19) aus Niedersachsen. Er befasste sich mit Filamenten für den 3D-Druck und untersuchte, ob unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalte dieser drahtförmigen Kunststoffwerkstoffe die Druckqualität und die mechanischen Eigenschaften eines Druckmodells beeinflussen. Jamila-Cate Tran (20) aus Niedersachsen überzeugte die Jury im Fachgebiet Biologie. Die Jungforscherin zeigte in einer statistischen Studie, dass SGLT-2-Hemmer, die zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden, auch Patientinnen und Patienten nach Nierentransplantationen helfen können.

Chemie-Bundessieger wurden Levi Jekic (16), Lennart Antritter (16) und Alexander Kluge (18) aus Bayern. Die drei analysierten eine komplexe Metallverbindung aus Bismut, Zinn, Zink und Aluminium. In einer Vielzahl von Messreihen fanden sie ein Mischungsverhältnis, das verhindert, dass die Legierung bei hohen Temperaturen spröde und brüchig wird. Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften siegten Alexander Leukert (17) und Leon Heinisch (18) aus Baden-Württemberg. Sie zeigten mit einer selbst programmierten Simulation, wie ein Satellit auf stabilen Bahnen sicher durch ein komplexes System aus mehreren Himmelskörpern navigieren kann.

Aktuell läuft künstliche Intelligenz zumeist in großen, energieintensiven Rechnernetzen. Als Alternative entwickelte Malte Rauschenbach aus Bayern eine Art Übersetzer, der KI-Modelle energiesparend und effizient in lokale Hardware für verschiedene Einsatzzwecke überträgt. Der 15-Jährige siegte in Mathematik/Informatik. Ben Waldmann (17) aus Thüringen konnte sich im Fachgebiet Physik durchsetzen. Der Jungforscher untersuchte, welche Rolle Axion-Sterne im frühen Universum spielten. Er entwickelte ein eigenes Rechenmodell und konnte damit die frühe Entstehung der ersten Sterne erklären. Der Bundessieg im Fachgebiet Technik ging an Stefan Weiß (20) aus Bayern. Er konstruierte einen tragbaren Multifunktionskalibrator. Mit ihm lassen sich Digitalmultimeter einfach und präzise testen.

Der Preis „Jugend forscht Schule 2026“ der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, überreicht von Michael Rißmann, stellvertretender Amtschef sowie Abteilungsleiter des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, ging an das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach für sein exzellentes Konzept zur MINT-Förderung. [JF / dre]

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