24.08.2021

ISS-Experimente von Studierenden

Wettbewerb „Überflieger 2“ für eigene Versuche auf der ISS gestartet.

Ab sofort können sich Studierende von Hochschulen in Deutschland und Luxemburg mit eigenen Experiment­ideen beim Wettbewerb „Überflieger 2“ der Deutschen Raumfahrt­agentur im DLR und der Luxembourg Space Agency anmelden. Gefragt sind dabei Ideen aus allen wissen­schaftlichen Fachbereichen. Die Experimente der Gewinnerteams werden mittels Versorgungsflug zur Inter­nationalen Raumstation ISS transportiert und dort durchgeführt. Davor wartet jedoch noch eine Menge Arbeit auf die Nachwuchs­forschenden, denn die Versuchs­anlagen werden von den Studierenden auch eigenständig entworfen, gebaut und getestet. Einsende­schluss für Überflieger 2 ist der 15. Oktober 2021. Die Experimente sollen Ende 2022 beziehungs­weise Anfang 2023 zur ISS starten.

Abb.: Überflieger-Experimente auf der ISS. (Bild: ESA / NASA)
Abb.: Überflieger-Experimente auf der ISS. (Bild: ESA / NASA)

„Die Umsetzung eines echten Raumfahrt­projektes in einem so kurzen Zeitraum ist ein sehr intensives, heraus­forderndes Erlebnis für die Teilnehmenden,“ sagt Johannes Weppler, Projektleiter des Wettbewerbs beim DLR. „Es ermöglicht ihnen, bereits während ihres Studiums einzig­artige praktische Erfahrungen zu sammeln.“ Zu den Bedingungen des Wettbewerbs gehört die Vorgabe, dass die Versuchs­anlagen in einen vorgefertigten Container von zehn auf zehn auf zwanzig Zentimetern passen müssen. Außerdem sollen die Experimente ohne Eingriffe der Astronauten funk­tionieren. Zudem sollen sie die besondere Umgebung der ISS wie etwa Schwere­losigkeit oder Weltraum­strahlung für ihre Forschung nutzen. Insgesamt wird es vier Gewinner­experimente geben: drei aus Deutschland und eines aus Luxemburg.

Die Auswahl erfolgt über ein zweistufiges Verfahren: Unter allen Einsendungen wählt eine Experten­jury die acht besten deutschen und vier besten luxem­burgischen Experiment­vorschläge aus. Diese Teams bekommen die Möglichkeit, der Jury ihre Experiment­ideen ausführlich zu präsentieren. Dabei müssen sie sich auch den Fragen der Juroren stellen. Am Ende stehen die vier Siegerteams fest, die dann die einmalige Chance haben, ihr eigenes Experiment für die ISS zu verwirklichen. Die Gewinnerteams erhalten eine finanzielle Unter­stützung und technische Beratung für die Umsetzung ihrer Ideen. Über einen Zeitraum von zwölf bis fünfzehn Monaten werden sich die Teams intensiv mit dem Bau der Experimente beschäftigen. Ende 2022 oder Anfang 2023 steht schließlich der Start der Experi­mente zur ISS an, wo sie anschließend mindestens dreißig Tage betrieben werden. Als zusätz­liches Highlight dürfen die Teams beim Raketenstart ihrer Experimente vor Ort am Starplatz dabei sein.

Der erste Überflieger-Wettbewerb war im Jahr 2016 gestartet und brachte die drei Studierenden-Experimente EXCISS (Universität Frankfurt), ARISE (Universität Duisburg-Essen) und PAPELL (Universität Stuttgart) zur ISS. Damals konnten sich nur Studierende von deutschen Hochschulen bewerben. Dank der Koopera­tion der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und der Luxem­bourg Space Agency (LSA) wird Überflieger 2 nun auch auf Studierende aus dem Nachbarland ausgeweitet. „Der Aufbau von Fachwissen und die Förderung von Nachwuchs in der Raumfahrt­industrie sind sehr wichtig für die Entwicklung dieses Bereichs in Luxemburg, aber auch auf internationaler Ebene“, sagt Bob Lamboray, Projekt­leiter von Überflieger 2 bei der LSA. „Umso wichtiger ist es für uns, auf das unternehmerische und wissen­schaftliche Potenzial des Weltraums aufmerksam zu machen. Wir freuen uns daher sehr, dass nun auch Studierenden aus Luxemburg am Wettbewerb teilnehmen können.“

Die Deutschen Physi­kalischen Gesellschaft (DPG) unterstützt Über­flieger 2 bei der Auswahl der Experimente und der Bekannt­machung des Projekts. Die technische Umsetzung erfolgt über die Firma yuri GmbH aus dem baden-württem­bergischen Meckenbeuren. Der deutsche Anteil von Überflieger 2 wird finanziert mit Mitteln des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie. 

DLR / JOL

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