13.11.2020 • Sonnensystemforschung

Japan und Deutschland planen gemeinsame Asteroidenmission

DLR und JAXA unterzeichnen Kooperationsvertrag für bilaterale Mission Destiny+.

Wie ist das Leben auf die Erde gekommen? Um diese und weitere grund­legende Fragen zur Entstehung von Himmels­körpern in unserem Sonnen­system zu unter­suchen, soll die japanisch-deutsche Raum­fahrt­mission „Demon­stration and Experi­ment of Space Techno­logy for Inter­planetary voyage with Phaethon flyby and dust science“, kurz Destiny+, im Jahr 2024 auf eine Reise zum Asteroiden Phaethon starten. Dabei wird das deutsche Instrument „Destiny Dust Analyzer)“ DDA an Bord der Sonde kosmischen Staub aus der Nähe des Asteroiden sowie aus dem inter­stellaren Raum unter­suchen. Der Kooperations­vertrag für die bilaterale Mission wurde am 11. November im Rahmen eines gemeinsamen Strategie­dialogs unter­zeichnet.

Abb.: Im Jahr 2024 soll die japanische Raum­sonde Destiny+ auf eine Reise zum...
Abb.: Im Jahr 2024 soll die japanische Raum­sonde Destiny+ auf eine Reise zum Asteroiden Phaethon starten. Ziel der Mission ist es, grund­legende Fragen zur Entstehung von Himmels­körpern in unserem Sonnen­system zu unter­suchen. (Bild: JAXA / Kashikagaku)

„Mit Destiny+ setzen wir die erfolg­reiche Zusammen­arbeit bei Missionen wie Hayabusa-2, MMX und Bepi Colombo fort“, sagt Walther Pelzer, Vorstand für das Raumfahrt­management im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Wir freuen uns, mit dem Staub­teleskop DDA einen wichtigen Beitrag zur Weltraum­forschung leisten zu können.“ Mitte 2024 soll die Raumsonde mit einer Epsilon-S-Trägerrakete vom Uchinoura Space Center in Japan ins All starten und sich auf eine rund vier­jährige Reise zu Phaethon begeben. Der Himmels­körper gilt als der Ursprung der Geminiden, einer Staub­wolke, die um die Sonne kreist, und die jedes Jahr im Dezember einen Stern­schnuppen-Schauer auf die Erde regnen lässt.

„Phaethon kommt der Sonne mit einem Minimal­abstand von rund 21 Millionen Kilo­metern sehr nahe, sogar näher als der Planet Merkur“, erläutert Carsten Henselowsky, Projekt­leiter von Destiny+ im DLR-Raumfahrt­management. „Dabei heizt sich seine Ober­fläche auf eine Temperatur von über sieben­hundert Grad Celsius auf, wodurch der Himmels­körper vermehrt Staub­partikel freisetzt. Ziel der Mission ist es, diese Staub­teilchen zu untersuchen und fest­zu­stellen, ob bei der Entstehung von Leben auf der Erde der Eintrag von extra­terres­trischem Material eine Rolle gespielt haben kann.“ Bei ihrem Vorbei­flug wird sich die Raumsonde dem Asteroiden auf eine Distanz von rund fünf­hundert Kilometern nähern. Zu diesem Zeit­punkt befindet sich Phaethon in einer Entfernung von etwa 150 Millionen Kilo­metern zur Sonne.

Schlüsselinstrument der Mission ist das Staub­teleskop DDA. Das hoch­auf­lösende Massen­spektro­meter sammelt und analysiert während seiner gesamten Reise zum Himmels­körper sowie in Asteroiden­nähe kosmische Staub­proben. Diese Proben sollen auf ihre chemische und physi­ka­lische Zusammen­setzung unter­sucht und deren genaue Herkunft ermittelt werden. Besonders interes­sant ist dabei der Anteil an organischen Substanzen. Wissen­schaftler vermuten, dass solche Stoffe mit Staub­teilchen auf unseren Planeten gelangt sind. Während die Raumsonde am Asteroiden vorbei­fliegt, werden zudem eine Teleskop- und eine Multi­band­kamera die Ober­fläche des Himmels­körpers beobachten.

Für Entwicklung, Bau und Start der Raumsonde und den anschließenden Betrieb der Mission ist die JAXA verant­wort­lich. Das deutsche Instrument DDA wird feder­führend vom Institut für Raum­fahrt­systeme der Universität Stuttgart in Zusammen­arbeit mit dem Unter­nehmen Hoerner & Sulger entwickelt. Gefördert wird DDA vom DLR-Raumfahrt­management mit Mitteln des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie.

DLR / RK

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