19.06.2023

Jubiläum für die Arktisforschung

Französisch-deutsche Arktis-Forschungsstation auf Spitzbergen feiert zwanzig-jähriges Jubiläum.

Eine erfolgreiche Kooperation internationaler Polarforschung feiert zwanzig-jähriges Jubiläum. Im Jahr 2003 legten das deutsche Alfred-Wegener-Institut (AWI) und das französische Polar­forschungs­institut Paul-Émile Victor (IPEV) ihre Stationen Koldewey und Rabot auf Spitzbergen zur AWIPEV-Basis zusammen. Seitdem forschen dort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder gemeinsam an den Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis im Rahmen der von Norwegen koordinierten Ny-Ålesund-Forschungs­station. Das Jubiläum der erfolgreichen Partnerschaft wurde am 14. Juni 2023 im Rahmen einer Festveranstaltung in der französischen Botschaft in Berlin gefeiert.

 

Abb.: Blick auf Ny-Ålesund (Bild: E. Horvath)
Abb.: Blick auf Ny-Ålesund (Bild: E. Horvath)

Vor sechzig Jahren wurde mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland besiegelt. Seitdem ist der Vertrag zu einem Symbol für eine starke und vertrauensvolle Partnerschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen geworden – so auch in der Wissenschaft. Im Jahr 2003 vereinten das deutsche Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das französische Polar­forschungs­institut Paul-Émile Victor (IPEV) ihre bis dato unabhängigen Forschungs­stationen Koldewey und Rabot zur AWIPEV-Basis. Ny-Ålesund liegt bei 79°N in einer Schlüsselregion des Klimawandels: Hier in der Arktis steigen die Temperaturen fast viermal so stark wie im globalen Durchschnitt der letzten vierzig Jahre – ein Phänomen, das als „arktische Verstärkung“ bezeichnet wird.

„Im Fokus der AWIPEV-Forschungs­arbeit stehen unter anderem die klimawandel­bedingten Veränderungen in der Atmosphäre, in den Permafrostböden und den Gletschersystemen sowie die Reaktionen der arktischen Meereslebewesen auf steigende Temperaturen und zunehmende Ozean­versauerung“, sagt die Direktorin des AWI, Antje Boetius. „Dafür stehen hier zahlreiche Labore für physikalische, biologische und chemische Untersuchungen, ein Atmosphären-Observatorium sowie Wohn- und Aufenthaltsräume für die Forschenden zur Verfügung“, ergänzt der Direktor des französischen Polarforschungs­instituts, Yan Ropert-Coudert. Die Station dient außerdem als Basis für Expeditionen in die Umgebung von Ny-Ålesund und nach West-Spitzbergen.

Die Inselgruppe Spitzbergen liegt östlich von Grönland im Nord­polarmeer. Spitzbergen gehört zu Norwegen und wird dort „Svalbard“ genannt. Auf der Inselgruppe befindet sich mit Ny-Ålesund am Kongsfjord eine der nördlichsten Siedlungen der Welt: Hier leben je nach Jahreszeit zwischen 30 (Winter) und 120 (Sommer) Menschen. Der kleine Ort beherbergt die Ny-Ålesund-Forschungs­station, ein Hot-Spot der internationalen Arktis-Forschung, an dem elf Länder Forschungslabore betreiben. Deshalb treffen dort Wissenschaftler aus aller Welt und allen Disziplinen der Polar­forschung aufeinander.

AWI / DE

 

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