04.03.2021 • Photonik

Kunststofftrennung per Nah-Infrarot-Spektroskopie

Handliches Messgerät unterscheidet zwischen den technischen Kunststoffen Polyamid 6 und Polyamid 6.6.

Polyamid 6 (PA6) und Polyamid 6.6 (PA66) zählen zu den gefragtesten technischen Kunst­stoffen und kommen aufgrund ihrer Robust­heit für eine Vielzahl an Anwendungen in Frage – von Fischer­netzen, über Textilien bis hin zu wider­stands­fähigen Bauteilen. Da PA6 und PA66 über sehr ähnliche Eigen­schaften verfügen, werden sie in zahl­reichen Anwendungen substitutiv ein­ge­setzt – eine Unter­scheidung mit bloßem Auge ist nicht möglich. Gleich­zeitig hat in den vergangenen Jahren die sorten­reine Trennung von PA6 und PA66 angesichts steigender Anforderungen in der Recycling­industrie an Bedeutung gewonnen. Die Herstellung hoch­qualitativer und sorten­reiner Kunst­stoff­rezyklate – darunter auch PA6 und PA66 – wird in diesem Zuge zunehmend lukrativ.

Abb.: Die technischen Kunst­stoffe PA6 und PA66 finden sich in vielen...
Abb.: Die technischen Kunst­stoffe PA6 und PA66 finden sich in vielen Produkten. Sie lassen sich jedoch mit der mobilen Nah-Infrarot-Spektro­skopie-Lösung von TrinamiX ein­fach unter­scheiden. (Bild: TrinamiX)

TrinamiX, eine hundert­prozentige Tochter­gesell­schaft der BASF, unter­stützt mit ihrer mobilen Nah-Infrarot-Spektro­skopie-Lösung jetzt die zuver­lässige Unter­scheidung von PA6 und PA66. Somit lassen sich inner­halb weniger Sekunden Kunst­stoff­abfälle aus den beiden Polyamiden mit einem hand­lichen Messgerät sortieren. Mit der neuen Anwendung geht TrinamiX verstärkt auf Kunden­wünsche ein und ergänzt ihr umfang­reiches Angebot für die Kunst­stoff­sortierung.

„Für viele Recycling­betriebe war die Sortierung von PA6 und PA66 bisher mit einem umständ­lichen Analyse­verfahren verbunden – und daher oftmals weder rentabel noch reali­sier­bar“, erklärt Adrian Vogel von TrinamiX. „Mit unserer neuen Anwendung haben Recycling­betriebe inner­halb weniger Sekunden vor Ort Klarheit über den Polyamid-Typ und können die Ware optimal weiter­ver­arbeiten.“

Von der neuen Lösung profitieren neben Recycling­betrieben auch kunst­stoff­ver­arbeitende Hersteller, die in ihren Produkten auf PA6 und PA66 setzen. Mit ihr gelingt eine saubere Trennung der intern im Umlauf befind­lichen PA6 und PA66-Ausschuss­ware oder -Abfälle. Somit können die Inhouse-Recycling­prozesse optimiert und eine effi­zientere Nutzung der wert­vollen Ressourcen gewähr­leistet werden.

Neben der Unter­scheidung von PA6 und PA66 lassen sich mit Hilfe der NIR-Spektro­skopie-Lösung bereits alle gängigen Kunst­stoffe in Sekunden­schnelle identi­fi­zieren – von klassischen Poly­olefinen wie PE und PP, über PET bis hin zu technischen Kunst­stoffen wie Acryl­nitril-Butadien-Styrol. Recycling­betriebe sowie Hersteller, Händler und Verarbeiter von Waren aus Rezyklat erhalten dabei eine flexible und mobile Lösung, die bedarfs­gerechte Anwendungen zur sorten­reinen Trennung von Kunst­stoff-Bauteilen und Verpackungs­materialien bietet.

BASF / RK

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