Lasertechnik-Innovationen für die Industrie
Verleihung des Innovation Award Laser Technology 2026 im Rahmen des AKL-Kongresses in Aachen.
Der renommierte Innovation Award Laser Technology 2026, dotiert mit 10.000 Euro, geht an Tobias Dyck, Leiter der Business Unit LEAF bei der 4JET microtech GmbH in Alsdorf. Der Arbeitskreis Lasertechnik verlieh den Preis gestern im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses. Ausgezeichnet wurde das Projekt „LEAF-Laser Riblets – Haifischhaut für eine umweltfreundlichere Luftfahrt“, das sich in einem hochkarätigen Bewerberfeld durchsetzte. Eine internationale Jury aus zehn Expertinnen und Experten wählte drei Finalisten aus zahlreichen Einreichungen aus. Rund 350 Gäste aus Industrie, Forschung und Politik nahmen an der feierlichen Preisverleihung teil.

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch eine Keynote von Dr. Lutz Aschke, Präsident der European Technology Platform Photonics21. Er würdigte die beeindruckenden Fortschritte Europas in der Photonik und Lasertechnik, skizzierte eine zukunftsorientierte Vision für die Branche und betonte zugleich, dass der Erhalt dieser Dynamik kontinuierliche politische Unterstützung und gezielte Investitionen erfordert – ein Appell, der im Publikum großen Anklang fand. Durch den Abend führte Kristina zur Mühlen, Journalistin, Moderatorin und Physikerin.
Der Innovation Award Laser Technology wird alle zwei Jahre an Hersteller, Anwender, Forscherinnen und Forscher verliehen, die eine laserbasierte Innovation erfolgreich aus der anwendungsorientierten Forschung in die industrielle Praxis überführt haben. Träger des Preises ist der Arbeitskreis Lasertechnik, ein Netzwerk von mehr als zweihundert Mitgliedern, das den Austausch, die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der Lasertechnologie fördert.
Das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Projekt befasst sich mit der laserbasierten Herstellung von Riblet-Strukturen auf Oberflächen. Diese von der Haifischhaut inspirierten Mikrostrukturen reduzieren den Strömungswiderstand und verbessern die Aerodynamik. Mit der Laser Enhanced Air Flow (LEAF)-Technologie von 4JET können Riblets erstmals großflächig direkt in die Lackschicht von Bauteilen eingebracht werden. Ein Hochleistungs CO₂ Lasersystem mit Interferenztechnologie erzeugt dabei mehrere Mikrostrukturen gleichzeitig – deutlich schneller als bisherige Verfahren.
Das Potenzial für die Luftfahrt ist erheblich: Riblet-Strukturen können den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen um bis zu drei Prozent senken – das entspricht Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar und einer Reduktion von fast zehn Millionen Tonnen CO₂ im Langstreckenverkehr pro Jahr. Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für effizientere Windkraftanlagen, Schiffe und Hochgeschwindigkeitszüge.
Das Projekt PureBeam von Cailabs und PT Photonic Tools erreichte Platz 2. Es adressiert eine zentrale Herausforderung beim industriellen Einsatz von Ultrakurzpulslasern: die zuverlässige Strahlführung. Bislang war dieser Aspekt komplex und störanfällig – ein wesentlicher Grund dafür, dass Femtosekundenlaser trotz ihres Potentials zur Präzisionsbearbeitung nur begrenzt industriell genutzt wurden.
CANUNDA-USP PureBeam von Cailabs bietet eine innovative Lösung, indem es eine stabile Kopplung in Hohlkernfasern ermöglicht und die Strahlqualität zuverlässig gewährleistet und aufrechterhält, selbst wenn der Eingangsstrahl Störungen ausgesetzt ist. Dies macht Fertigungssysteme robuster und effizienter und erleichtert die Integration von UKP-Lasern.
Diese Technologie erschließt neue Anwendungsfelder und ermöglicht erstmals eine echte industrielle Massenproduktion mit UKP-Lasern in Bereichen wie Halbleiterfertigung, Unterhaltungselektronik, Medizintechnik sowie der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Sie stellt einen entscheidenden Schritt hin zu einer skalierbaren und wirtschaftlichen Nutzung ultrakurzer Laserpulse dar.
Der 3. Platz ging an Coherent für eine innovative Laser-Mass-Transfer-Technologie zur Herstellung von MicroLED-Displays. Diese Technologie adressiert eine der größten Herausforderungen der Displayindustrie: die wirtschaftliche und skalierbare Produktion. Obwohl MicroLEDs großes Potenzial für langlebige, hochauflösende Displays bieten, verhinderten bislang hohe Kosten und geringe Ausbeuten eine breite Markteinführung.
Coherent verfolgt einen ganzheitlichen Systemansatz, der ultraschnellen, berührungslosen Lasertransfer von MicroLED-Chips mit einer hochpräzisen Systemarchitektur und einer umfassenden Softwareplattform kombiniert – inklusive KI-gestützter Optimierung der Transferstrategien und Prozessparameter vom Wafer bis zum Panel. Das Ergebnis: deutlich höhere Durchsätze und Ausbeuten bei gleichzeitig spürbar reduzierten Produktionskosten.
Diese Technologie eröffnet neue Anwendungen in der Displayindustrie, der Mikroelektronik und der optischen Kommunikation und leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Skalierung von MicroLED-Displays. [FhILT / dre]














