Leibniz-Gründungspreis 2022 verliehen
Auszeichnungen für Start-ups aus Köln und Jena.
Der Leibniz-Gründungspreis 2022 geht an die Ausgründungen Prosion des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie in Berlin sowie openUC2 des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien in Jena. Geschäftsidee von openUC2 sind Entwicklung und Vertrieb eines vielseitig einsetzbaren kostengünstigen Mikroskopie-Baukastens. Prosion forscht an Wirkstoffen zur Adressierung bislang unerreichbarer Proteine, die unter anderem mit Krankheiten wie Krebs in Verbindung stehen. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro dient zur Unterstützung der Start-ups in der weiteren Gründungsphase.


Das Gründungsvorhaben openUC2 des Leibniz-IPHT in Jena widmet sich der Entwicklung und dem Vertrieb eines vielseitig einsetzbaren Mikroskopie-Baukastens. Die einzelnen, würfelförmigen Module lassen sich per 3D-Druck herstellen und mit unterschiedlichen optischen Komponenten ausstatten, was unkomplizierte Erweiterungen und Abwandlungen des Baukastens möglich macht. Mit dem modular aufgebauten openUC2-System können einfach und kostengünstig leistungsfähige Mikroskope kreiert werden, die sich auf die jeweilige zu untersuchende Anwendung maßschneidern lassen.
Als ersten Schritt geht openUC2 mit einer Experimentierbox („miniBOX“) auf den Markt, die mit Modulen, wie Linsen, Spiegeln, Objektiven und Probenhaltern, sofort für verschiedene Experimentieraufbauten einsatzbereit und vor allem für Anwendungen im schulischen Unterricht geeignet ist. In einem zweiten Schritt ist auf der Basis zusätzlicher Module geplant, komplexere Angebote in Form von modularen High-tech-Mikroskopen für die Ausbildung in Laboren und Hochschulen sowie für Forschung und Entwicklung auf den Markt zu bringen. Das Team verbindet technische Expertise aus den Ingenieurwissenschaften, Optik- und Softwareentwicklung mit wirtschaftlichen Kompetenzen in Marketing, Vertrieb, Handelsrecht und Management.
Benedict Diederich, ausgebildeter Elektroniker und Post-Doc in der Forschungsabteilung Mikroskopie am Leibniz-IPHT, ist der Hauptentwickler des openUC2-Designs und wird sich im Gründerteam besonders um die Kommunikation zwischen der Forschung und der Entwicklung kümmern. René Lachmann ist theoretischer Physiker und Doktorand im Bereich biophotonische Bildgebung am Leibniz-IPHT und wird für openUC2 einen Kunden- und Lieferantenstamm aufbauen. Barbora Maršíková hat sich während ihrer Doktorarbeit am Leibniz-IPHT umfänglich mit der Lehrplan-konformen Anpassung der openUC2-Module für den Bildungskontext beschäftigt. Die wirtschaftlichen Belange werden durch David Zakoth abgebildet, der über einen Masterabschluss der Betriebswirtschaftslehre verfügt, an einer Doktorarbeit zu offenen Innovationsprozessen arbeitet und sich im Makerspace „Lichtwerkstatt Jena“ um Strategie und Marketing kümmert.
Prosion entwickelt Molekülbausteine für die pharmazeutische Wirkstoffentwicklung und erforscht deren therapeutischen Nutzen auf der Basis gemeinsamer Forschungsarbeiten des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) im Forschungsverbund Berlin und der Universität zu Köln. Die Firma hat dazu einen neuen Ansatz entwickelt, um bislang schwer zugängige Zielproteine zu adressieren, die mit Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Alzheimer sowie Erkrankungen des Herz-Kreislauf- und Immunsystems in Verbindung stehen. Basis bildet eine Plattform chemischer Bausteine, die sogenannten ProMs, die prolin-reiche-Motivstrukturen (PRMs) nachahmen und als Hemmstoffe an den Zielproteinen wirken können.
Leibniz IPHT / JOL
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