17.12.2018

Photokathode mit hoher Quanteneffizienz

Auf dem Weg zu einem supraleitenden Linear­be­schleu­niger mit Energie­rück­ge­win­nung.

Am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie ent­wickeln Teams aus den Bereichen Beschleu­niger­physik und supra­lei­tender Hoch­frequenz­technik (super­conduc­ting radio frequency, SRF) im Rahmen des Projekts bERLinPro einen supra­lei­tenden Linear­beschleu­niger mit Energie­rück­ge­win­nung. Darin wird ein inten­siver Elek­tronen­strahl beschleu­nigt, der dann für unter­schied­liche An­wen­dungen genutzt werden kann – wie die Erzeu­gung bril­lanter Synchro­tron­strah­lung. Nach dieser Nutzung werden die Elek­tronen­pakete zum Linear­beschleu­niger zurück­ge­leitet, wo sie nahezu ihre gesamte rest­liche Energie abgeben. Diese Energie steht damit wieder für die Beschleu­ni­gung neuer Elek­tronen­pakete zur Ver­fügung.

Abb.: Photokathode nach Herstellung im Prä­pa­ra­tions­system. (Bild: HZB)
Abb.: Photokathode nach Herstellung im Prä­pa­ra­tions­system. (Bild: HZB)

Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts ist die Elek­tronen­quelle. Die Elek­tronen werden durch Beleuch­tung einer Photo­kathode mit einem grünen Laser­strahl erzeugt. Dabei gibt die Quanten­effi­zienz an, wie viele Elek­tronen das Photo­kathoden-Material bei einer bestimmten Laser­wellen­länge und Laser­leistung emit­tiert. Beson­ders hohe Quanten­effi­zienz im sicht­baren Bereich haben bialka­lische Anti­monide. Aller­dings sind diese Dünn­filme hoch­reaktiv und damit sehr empfind­lich, sodass sie nur im Ultra­hoch­vakuum funktio­nieren.

Jetzt hat ein HZB-Team um Martin Schmeißer, Julius Kühn, Sonal Mistry und Thorsten Kamps die Photo­kathode soweit ent­wickelt, dass sie für bERLinPro ein­satz­bereit ist. Sie opti­mierten dafür den Her­stel­lungs­pro­zess für Photo­kathoden aus Cäsium, Kalium und Antimon auf einem Molybdän-Substrat. Der neue Prozess liefert die gewünschte hohe Quanten­effi­zienz und Stabi­lität. Auch bei nied­rigen Tempe­ra­turen degra­dieren die Photo­kathoden nicht, zeigten die Unter­suchungen. Das ist eine zentrale Voraus­setzung für den Betrieb in einer supra­lei­tenden Elek­tronen­quelle, wo die Kathode bei Tempe­ra­turen weit unter dem Null­punkt betrieben werden muss.

Mit ausführlichen Untersuchungen konnten die Forscher belegen, dass auch nach dem Trans­port und Ein­schleusen in das Photo­kathoden-Transfer-System des SRF-Photo­injektors die Quanten­effi­zienz der Photo­kathode noch etwa fünf­mal höher war als nötig, um den maxi­malen Strahl­strom bei bERLinPro zu erreichen. „Ein wich­tiger Meilen­stein für bERLinPro ist damit erreicht“, sagt Andreas Janko­wiak, der das HZB-Institut für Beschleu­niger­physik leitet. „Wir haben nun die Photo­kathoden ver­füg­bar, um in 2019 den ersten Elek­tronen­strahl aus unserem SRF-Photo­injektor in bERLinPro zu erzeugen.“

HZB / RK

Weitere Infos

Sonderhefte

Physics' Best und Best of
Sonderausgaben

Physics' Best und Best of

Die Sonder­ausgaben präsentieren kompakt und übersichtlich neue Produkt­informationen und ihre Anwendungen und bieten für Nutzer wie Unternehmen ein zusätzliches Forum.

Veranstaltung

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Die neue Kongressmesse für Quanten- und Photonik-Technologien bringt vom 13. bis 14. Mai 2025 internationale Spitzenforschung, Industrieakteure und Entscheidungsträger in der Messe Erfurt zusammen

Meist gelesen

Themen