18.05.2015

Prämierte Nanoforschung

Andrew G. Mark erhält den Günter-Petzow-Preis 2015 des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme.

Andrew G. Mark wird geehrt für seinen maßgeblichen Beitrag bei der Entwicklung einer neuartigen Methode zur präzisen und sehr effizienten Herstellung von hybriden, multifunktionalen, dreidimensionalen Nanostrukturen. Bislang war es sehr schwierig, nicht-symmetrische Strukturen kleiner als 100 Nanometer herzustellen. Mit diesem neuen Ansatz lassen sich mittels Dampf­abscheidung dreidimensionale Nanostrukturen aus verschiedenen Materialien nach Maß fertigen. Forschern ist es nun möglich, hybride Nanopartikel herzustellen, unter Verarbeitung von Materialien mit sehr unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften – Metalle, Halbleiter, magnetische Materialien und Isolatoren.

Abb.: Andrew G. Mark (Bild: C. M. Müller)

Der Herstellungsprozess beruht auf einer Dampfabscheidung unter Hochvakuum-Bedingung, wobei das Trägermaterial während der Wachstumsphase manipuliert wird. Im Gegensatz zur herkömmlichen Dampfabscheidung verwenden die Forscher den Schattenwurf von benachbarten Objekten um die gewünschte Form als Nanostruktur herzustellen. Diese Technik wurde in der Vergangenheit bereits benutzt, um Dünnschichten mit Strukturierungen im Mikrometer-Bereich herzustellen. Jedoch konnte die Technik bisher nicht dazu verwendet werden, um kolloidale Nanostrukturen aus Metallen wachsen zu lassen, da die Oberflächen­diffusion und die stochastische Keimbildung die Entwicklung von gleich­förmigen Strukturen auf der Nanoskala behindern. Andrew G. Mark trug maßgeblich dazu bei, dass die Technik dahingehend weiter­entwickelt werden konnte, dass nun die gewünschten Nanostrukturen in großer Stückzahl hergestellt werden können.

Als ein Beispiel für mögliche Anwendungen produzieren die Forscher Helices aus Gold, die sich als Nanoantennen für Licht eignen. Welche Lichtfarbe die Antennen absorbieren, lässt sich über deren Größe und Materialzusammensetzung steuern. Über die asymmetrische Form der Partikel kann bestimmt werden, ob eine Wechsel­wirkung mit polarisiertem Licht stattfindet. Andere Anwendungen, die mithilfe der neuen Herstellungstechnik erforscht werden, umfassen spezifisch geformte Nanomagnete, chemische Nano-Motoren und Dünnschichten, die mit polarisierten Elektronen wechselwirken.

Andrew G. Mark studierte Physik an der Queen's University in Canada und legte dort 2009 seine Promotion ab. Nach dreijährigem Forschungs­aufenthalt bei Rasmita Raval an der University of Liverpool, begann er im Jahr 2012 als Postdoctoral Research Assistant in der Forschungs­gruppe „Micro, Nano, and Molecular Systems“ am Stuttgarter Standort des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, unter der Leitung von Peer Fischer.

MPI-IS / DE

Sonderhefte

Physics' Best und Best of
Sonderausgaben

Physics' Best und Best of

Die Sonder­ausgaben präsentieren kompakt und übersichtlich neue Produkt­informationen und ihre Anwendungen und bieten für Nutzer wie Unternehmen ein zusätzliches Forum.

Veranstaltung

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

Vom 22. bis 24. April 2026 lädt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT zum AKL’26 ein. Der Photonik-Kongress mit über 500 Teilnehmenden findet zum 15. Mal statt, diesmal mit einem deutlich erweiterten Programm, über 80 Vorträgen und 54 Ausstellerständen.

Meist gelesen

Photo
07.10.2025 • NachrichtPanorama

Makroskopisches Quantentunneln

John Clarke, Michel H. Devoret und John M. Martinis erhalten den Physik-Nobelpreis 2025 für die Entdeckung des makroskopischen quantenmechanischen Tunnelns und der Energiequantisierung in einem elektrischen Schaltkreis.

Themen