18.08.2020

Preis für moderne Physik-Lehre

Artur Widera von der TU Kaiserslautern erhält Auszeichnung für herausragende Lehrleistung.

Dieses Mal kam die Urkunde Corona-bedingt ganz unauffällig mit der Post: Der Kaisers­lauterer Physik­professor Artur Widera hat nach 2016 jetzt erneut den mit 10.000 Euro dotierten Lehrpreis des Landes erhalten. Damit zählt er zu den insgesamt zehn Hochschul­lehrern, die dieses Jahr vom Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) für ihre individuelle und herausragende Lehrleistung ausgezeichnet worden sind. 
 

Abb.: Artur Widera lehrt und forscht an der TU Kaisers­lautern. (Bild: T....
Abb.: Artur Widera lehrt und forscht an der TU Kaisers­lautern. (Bild: T. Koziel / TUK)

„Physikalische Sachverhalte für die Lehre so aufzubereiten, dass Studierende diese nicht nur nachvollziehen können, sondern auch in der Lage sind, das erworbene Fachwissen künftig bestmöglich anzuwenden – das ist für mich ein Herzensthema“, sagt der Quanten­physiker. „Nicht zuletzt deswegen freue ich mich sehr über die wiederholte Auszeichnung.“ 

Bereits einige Monate zuvor war Widera vom Fachbereich Physik der TUK für den Lehrpreis nominiert worden. Zur Bewertung wurden nachfolgend zwei seiner Vorlesungen evaluiert, indem die Studenten per Fragebogen umfassendes Feedback zur Qualität der jeweiligen Lehr­veranstaltung geben konnten. Die Ergebnisse, die in der Fächergruppe Mathematik und Natur­wissenschaften für den Kaiserslauterer sprachen, hat der Hochschul­evaluierungs­verbund Südwest zentral und unabhängig ausgewertet. 

Der Quantenphysiker erforscht mit seiner Arbeitsgruppe experimentell die quanten­physikalischen Phänomene an einzelnen Atomen, ultrakalten Gasen und Festkörpersystemen. Die physikalischen Grundlagen hierzu möchte er dem wissenschaftlichen Nachwuchs in der Lehre anschaulich vermitteln. Dazu setzt Widera bereits seit Jahren auch auf digitale Medien – zum Beispiel mithilfe eines digitalen Voting-Tools. „Mit der Software frage ich Vorlesungs­inhalte ab und kann so Rückschlüsse ziehen, was die Studierenden gut verstanden haben beziehungsweise merken, wo möglicherweise noch Wissenslücken zu schließen sind. Da die Umfragen anonymisiert erfolgen, machen die Studierenden gerne mit. Entscheidend ist für mich allerdings nicht die Abfrage­technik an sich, sondern dass ich dadurch viel kritischer reflektiere, wie und mit welchen Methoden ich die Studierenden am besten erreiche.“

Generell ist der Fachbereich didaktisch hervorragend aufgestellt. Augmented Reality wird beispielsweise genutzt, um in Laborpraktika theoretische Modelle greifbarer zu machen. Darüber hinaus erforscht ein Lehrstuhl für Didaktik mittels Eye-Tracking-Technik das menschliche Lese- und Lernverhalten, indem Probanden beispiels­weise physikalische Problem­stellungen in verschiedenen Darstellungen, beispielsweise als Diagramme oder Formeln vorgelegt werden. 

„Am Ende des Tages wollen wir unseren Studierenden den Weg zu einer erfolgreichen Karriere in der Forschung ebnen. Die Physik in Kaiserslautern betreibt Spitzen­forschung auf international sichtbarem Niveau mit mehreren Sonder­forschungs­bereichen der Deutschen Forschungs­gemeinschaft. Nur eine exzellente Lehre auf höchstem Niveau erlaubt es unseren Studierenden in dieser Spitzengruppe erfolgreich zu sein, oder in international tätigen Konzernen in Forschung und Entwicklung neuartige Technologien voranzutreiben. Zudem bilden wir angehende Lehrerinnen und Lehrer aus, denen es später gelingen soll, die Studierenden von morgen für die Naturwissenschaften zu begeistern“, resümiert Widera. „Dazu bietet uns die TU Kaiserslautern optimale Bedingungen wie etwa ein außer­ordentlich gutes Betreuungs­verhältnis und eine moderne Ausstattung. Als Lehrende haben wir zudem alle Möglichkeiten, neben den gängigen Versuchs­apparaturen auch neue Medien einzusetzen oder alternative Wege zu gehen.“ Die 10.000 Euro, die Widera für den rheinland-pfälzischen Lehrpreis erhält, werden der Forschung seiner Arbeits­gruppe zu Gute kommen.

TU Kaiserslautern / DE
 

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