27.12.2007

Solarindustrie als Jobmotor

Die Solarindustrie hat sich nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft als wichtiger Jobmotor entwickelt.

- Erfolgreiches Jahr für Branche

Berlin (dpa) - Die Solarindustrie hat sich nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft als wichtiger Jobmotor vor allem in den neuen Bundesländern entwickelt. Inzwischen zähle die Branche insgesamt deutlich über 50 000 Beschäftigte.«Deutschland ist ein Magnet für Investoren und Solarunternehmer aus der ganzen Welt. Nirgendwo sonst entstehen derzeit mehr Solarfabriken», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes, Carsten Körnig, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Derzeit entstehen allein 15 Fertigungsstätten. Rund 1,6 Milliarden Euro wurden allein 2007 in Ausbau und Bau neuer Fabriken investiert. Von 2010 an prognostiziert der Bundesverband eine jährliche Investitionsrate von 2,6 Milliarden Euro. Langsam werden Fachkräfte knapp.

«Die Modulfertigung und Waferfabriken stehen in den neuen Ländern, Maschinen- und Ablagenbau haben sich in den alten Ländern angesiedelt», sagte Körnig. «Der Osten Deutschlands kann mit seinen besonderen Pfunden wuchern und ist deshalb attraktiv für Investoren», betonte Körnig. Hier gebe es schon die höchste Dichte an Produktionsstätten und Zuliefererindustrie im weltweiten Vergleich.

«Mehrere Faktoren geben bei Investoren den Ausschlag», sagte Körnig. Gerade in den neuen Ländern sei dazu gelernt worden, vor allem wenn es um Genehmigungsverfahren gehe. «Ich höre von den Herstellern kaum noch Klagen über zu lange Baugenehmigungen. Das ist gut so, denn im globalen Standortwettbewerb zählt Geschwindigkeit.»

Es gebe eine ausgezeichnete Forschungs- und Technologieentwicklung, zahlreiche hervorragende universitäre und nicht-universitäre Einrichtungen, auch die für den Zweig wichtige Zuliefererindustrie sei vorhanden, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes. Die vorhandene Infrastruktur, aber auch die Möglichkeit über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost (GA) Förderung in Anspruch zu nehmen, «versüßten» Ansiedlungen finanziell.

«Ganz wichtig ist auch der Markt vor der eigenen Haustür», betonte Körnig. Deutschland habe es 2004 geschafft, parteiübergreifend ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien und zur Solarindustrie zu formulieren. Das schaffe Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen. «Wenn beispielsweise ein Unternehmen wie Q-Cells in Sachsen-Anhalt jährlich 400 Millionen Euro in den Standort Wolfen-Bitterfeld investiert, dann will es in einigen Jahren auch die Früchte des Investments ernten können», betonte er.

«Auch das Know-how der gut ausgebildeten Fachkräfte ist für Investoren ein Beweggrund, in den Osten zu gehen», sagte Körnig. Noch finden die Unternehmen genügend Fachkräfte, aber langsam werden diese knapp. Die Firmen investierten vorsorglich Millionenbeträge nicht nur in Forschung und Entwicklung, sondern auch in Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikationen ihrer Mitarbeiter.

Gespräch: Gudrun Janicke, dpa

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